Jetzt können die Bagger anrücken

Gemeinderat beschließt Bebauungsplan für Jugendstilpark

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Auch in der früheren, heute unter Denkmalschutz stehenden Wäscherei sollen Wohnungen entstehen. Wie viele Wohnungen genau und wie sich diese in das geschützte Ensemble sinnvoll einfügen lassen können, müssen nun Architekten klären.

Der Haarer Gemeinderat hat den Bebauungsplan für den künftigen Jugendstilpark beschlossen und damit die Weichen für die neue Siedlung auf dem Gelände der ehemaligen Nervenheilanstalt gestellt. Nun kann also gestartet werden, auf der ersten Baustelle werden Pflegeheim und Betreutes Wohnen errichtet.

Es ist ein Mammutprojekt für eine Gemeinde mit 22.000 Einwohnern – die Errichtung der Siedlung „Jugendstilpark Haar“ zwischen Vocke- und Leibstraße. Wie berichtet, mussten nicht nur der denkmalgeschützte Altbestand und die hinzukommenden Neubauten harmonisch verzahnt, sondern auch die Interessen der Gemeinde und mehrerer Investoren unter einen Hut gebracht werden.

Nach mehr als zehnjähriger Prüfungs-, Verhandlungs- und Abstimmungsphase ist das nun gelungen, vergangene Woche hat der Gemeinderat den Bebauungsplan für das Gelände beschlossen. Jetzt können die Baumaschinen anrücken und mit der Realisierung beginnen. Als erstes wird die Erlbau GmbH & Co KG Deggendorf im Dreieck Ecke Vocke-/Leibstraße ein Pflegeheim und Betreutes Wohnen errichten. Die Erl-Gruppe, die auf Pflegeimmobilien spezialisiert ist, will nach Fertigstellung der Gebäude die Appartements des Betreuten Wohnens verkaufen oder selbst vermieten. Das Pflegeheim wird vom Maria-Stadler-Haus angemietet und betrieben. „Geschätzt werden insgesamt 1000 Wohnungen entstehen, die genaue Anzahl steht noch nicht fest“, erklärte Bürgermeisterin Gabriele Müller dazu im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung. 145 dieser Wohnungen baut die Oberbayerische Heimstätte, die restlichen rund 850 Wohnungen werden durch die anderen beiden Investoren, die sich auf dem Gelände engagieren, errichtet. Zehn Häuser des Altbestandes, die aufwändig renoviert werden müssen, hat kürzlich die Cubatur 7 GmbH aus Gräfelfing dem vorherigen Investor, der JSP GmbH München, abgekauft. Nun wird laut Müller geprüft, wie beispielsweise in der ehemaligen Wäscherei Wohnungen geschaffen werden können. Wie viele realisierbar sind, werde sich in der Detailplanung erweisen. Vier Gebäude des Altbestandes seien derzeit noch im Besitz der JSP, ob diese selbst tätig wird oder weiterverkauft, ist nicht bekannt.

Die Gemeinde baut auf dem Gelände lediglich eine Kindertageseinrichtung, deren Vorläufergruppen interimsweise in eine Containeranlage am Wieselweg einziehen werden. Allerdings hat sich Bürgermeisterin Gabriele Müller im städtebaulichen Vertrag auf 25 Jahre das gemeindliche Belegrecht für 90 Neubauwohnungen verbriefen lassen. Die sollen nach dem Haarer Modell an weniger betuchte Bürger vergeben werden.

Ehe jedoch der Wohnungsbau beginnt, muss das Gelände erst einmal erschlossen werden. Die Erstellung von Fernwärmeleitungen und Straßentrassen sowie die Verlegung von Glasfaser- und Stromkabeln wird laut Verwaltung wohl bis in den Herbst andauern. Erst dann kann der Wohnungsbau starten. Nur für die Senioreneinrichtungen hofft Gabriele Müller auf einen Spatenstich im Sommer. Die ersten Bewohner des Jugendstilpark könnten dann voraussichtlich im Jahr 2020 einziehen. 

G. Mühlthaler

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