Laut, umweltschädigend und krankmachend

Gemeinde Haar soll Laubbläser verbieten

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Haar - So lange der Schnee auf sich warten lässt, gehören gefallene Blätter weiter zum Stadtbild. Und damit auch ein Problem, mit dem sich der Haarer Gemeinderat in seiner ersten Sitzung des Jahres am Dienstag, 28. Januar, befassen wird: Die ungeliebten Laubbläser sollen verboten werden. Das zumindest will ein interfraktioneller Antrag von SPD, Grünen und Freien Wählern.

„Laubbläser haben eine Vielzahl von negativen Auswirkungen, die seit Jahren bekannt sind. Sie sind laut, sie stinken, sind klimaschädlich, schaden der Biodiversität und der Qualität der Böden und sie töten Tiere“, erklärt Petra Tiedemann von den Grünen. Die beste Lösung wäre daher aus ihrer Sicht, den Einsatz von Laubbläsern in Haar komplett zu verbieten – für Mitarbeiter der Gemeinde sowieso, aber auch für Privatpersonen. Wenn das aus juristischen Gründen nicht gehe, sollen die Benutzungszeiten noch stärker eingeschränkt werden als momentan, werktags von 10 bis 11 und von 15 bis 16 Uhr. Derzeit dürfen sie von Montag bis Samstag von 9 bis 12 Uhr sowie von Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden. Auch das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz ist gegen die Laubbläser. „Ein Verbot ist aus europa- und wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich. Konkrete Bestimmungen legen Länder und Kommunen fest“, heißt es aber von dort. Diesen Ball will der Haarer Gemeinderat nun aufnehmen.

Argumente gibt es viele. Laubbläser sind so laut wie eine Kreissäge und verursachen so viele Schadstoffe wie ein Auto. Außerdem verteilen sie Partikel von Hundekot, Schimmelpilzen und Sporen in ihrer Umgebung. In Österreich hat die Stadt Graz schon vor Jahren reagiert und Laubbläser verboten. Bislang ist das die Ausnahme. Jetzt will Haar nachziehen. 

Marco Heinrich

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