Vandalismus an neuem Kunstwerk

Gemeinde Haar hat Anzeige bei der Polizei erstattet

Stolz präsentierte Benjamin Herzberg von der Künstlergruppe Blauer Vogel das fertige Graffiti-Kunstwerk am Haarer Bahnhof — das war am Montag vergangene Woche. Doch schon in der Nacht zum Dienstag wurde das Werk zerstört.
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Stolz präsentierte Benjamin Herzberg von der Künstlergruppe Blauer Vogel das fertige Graffiti-Kunstwerk am Haarer Bahnhof — das war am Montag vergangene Woche. Doch schon in der Nacht zum Dienstag wurde das Werk zerstört.

Kaum war das Graffiti-Kunstwerk am Haarer Bahnhof fertiggestellt, schon wurde es überschmiert. „Es hat also nicht mal eine Nacht durchgehalten“, heißt es auf der Facebook-Seite der Gemeinde. Rathausmitarbeiterin Ute Dechent geht von einem gezielten Akt aus.

Haar – „Ihr habt es wahrscheinlich schon mitbekommen: Das Gemälde am Bahnhof ist in dieser Nacht rigoros beschmiert und damit zerstört worden. Und zwar so, dass wohl auch die meisten Detailarbeiten betroffen sind“, schrieb die Gemeinde Haar auf Facebook. Und weiter „Wisst ihr was? Das ist echt frustrierend. Wir spenden hiermit eine Runde Applaus für die/den Vandalen. Ganz großes Kino. Echt.“

Rathausmitarbeiterin Ute Dechent ist frustriert. Am Montagnachmittag vorheriger Woche hat sie das fertiggestellte Graffiti-Kunstwerk am Haarer Bahnhof abgenommen. Am Dienstag in der Früh bekam sie die Fotos von dessen Zerstörung zum Frühstück serviert. „Ich hätte in Tränen ausbrechen können“, sagt sie. Jahrelang hat sie daran mitgearbeitet, dass der Bahnhof endlich verschönert wird. Das Kunstwerk an der Wand sollte den Schlusspunkt setzen. Und jetzt das. „Das macht fassungslos“, sagt Dechent. „Ich verstehe das einfach nicht. Das ist so schlimm, dass man noch nicht mal wütend sein kann, da die Trauer überwiegt.“

Sofort hat Dechent die Künstler informiert und mit ihnen zusammen den Schaden begutachtet.

Die Vandalen haben ganze Arbeit geleistet. Am Montagnachmittag war das Kunstwerk am Haarer Bahnhof fertig. Und bereits am darauffolgenden Dienstag überschmiert. Das Rathaus vermutet, dass es sich um eine gezielte Attacke handelt.

Das Kunstwerk ist in der kompletten Länge zerstört worden. „Wir gehen hier von einem gezielten Akt gegen die sogenannte Mainstream-Kunst aus“, erklärt Dechent. Demnach gebe es in der Sprayer-Szene Gruppierungen, die Gebäude als öffentliches Gut ansehen würden, das von der Bevölkerung frei genutzt werden kann. Beauftragte Graffitis würden nicht in das Weltbild dieser Gruppierungen passen, die sich mit einem solchen Akt der gezielten Zerstörung dagegen auflehnen. Dass der Bahnhof allerdings ein Gebäude der Gemeinde Haar ist, interessiert dabei nicht. Derzeit gebe es wohl auch eine Welle an Zerstörung. Denn auch das Kunstwerk am Ernst-Mach-Gymnasium ist überschmiert worden. „Aber aufgeben werden wir trotzdem nicht“, sagt Dechent. „Wir werden beide Kunstwerke auf jeden Fall sanieren.“ Auch Anzeige bei der Polizei ist erstattet.

Auf der HALLO-Facebook-Seite löste die Zerstörung des Kunstwerks eine Welle der Empörung aus. „Kein Respekt vor der Arbeit von anderen“, schrieb eine Userin. Und eine andere: „Da hofft man doch, dass es sowas wie Karma wirklich gibt! Sowas macht mich echt wütend! Aber Respekt an den Künstler. Das Werk schaut super aus unter den Schmierereien!“ 

Lydia Wünsch

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