Zankereien um Bankerl-Verschiebung

SPD fordert Wiederherstellung der Grünanlage am Setzerhof von Haars Bürgermeister Bukowski

Die dritte Bürgermeisterin Katharina Dworzak (SPD) vor den versetzten Bankerln am Setzerhof.
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Die dritte Bürgermeisterin Katharina Dworzak (SPD) vor den versetzten Bankerln am Setzerhof.

Haar – Der Setzerhof ist nicht nur das älteste zivile Gebäude in Haar, er ist nun auch Gegenstand eines Streits, welcher sich bereits seit Juli zwischen der Haarer SPD-Fraktion und Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) streckt.

Dabei geht es um zwei Sitzbänke, die Bukowski um einige Meter mittig der Grünanlage versetzen ließ. Zuvor standen die beiden Bankerl symmetrisch rechts und links neben der Eingangstür. Dies sei „eine historische Tradition, dass Hofanlagen in Bayern eine Hausbank an ihrer Frontfassade aufweisen. Eine Geste des Miteinanders und des Willkommens“, erklärt Altbürgermeister Helmut Dworzak in einem Schreiben an Bukowski. Überhaupt würde durch die Versetzung der Bänke „das Haus an seinem einladenden Charakter verlieren und auch die räumliche Struktur des Grünbereichs geht verloren.“

Anlass für die Umplatzierung war der Wunsch von Margareta Förster, Geschäftsführerin der Nachbarschaftshilfe (NBH), welche am Neubau des Setzerhofs Hof hält. Diese beklagte sich zum einen über den ständigen Zigarettenqualm, der von den Rauchern auf den Bankerln, in ihr Büro zog. Zum anderen könne man von den Bankerln aus vertrauliche Gespräche mithören, da eine der Bänke unmittelbar vor ihrem Bürofenster stand.

Doch nicht nur der Eingriff in das nun veränderte Ortsbild stört die SPD an der Aktion. Auch die mangelnde Kommunikation innerhalb des Gemeinderats verärgert die Fraktion.

Schließlich wurde der Vorgang ohne vorherige Rücksprache veranlasst. Und auch der ebenfalls am Setzerhof ansässige Haarer Tisch, als gleichberechtigter Nutzer, wurde nicht darüber in Kenntnis gesetzt.

Dies veranlasste die SPD dazu, die Wiederherstellung der Grünanlage vor dem Setzerhof entsprechend der vom Gemeinderat beschlossenen Planung des Büro Goergens & Miklautz zu beantragen. Die Argumente seitens der NBH seien „ziemlich dürftig und wirken an den Haaren herbeigezogen“, schreibt SPD-Fraktionschef Thomas Fäth.

Tests hätten ergeben, dass durch den Alltagsschallpegel lediglich wahrnehmbar wäre, dass im Haus gesprochen wird, nicht jedoch Inhalte nachvollziehbar wären.

Überdies würden die fehlenden Bänke sowieso nicht verhindern können, dass sich Personen vor dem Gebäude aufhalten, um den Datenschutz gewährleisten zu können. Bei vertraulichen Gesprächen sollten ohnehin die Fenster geschlossen sein. Sollte es hierbei Probleme mit der Lüftung geben, müsse nachgerüstet werden.

Die SPD schlägt hierzu vor, eine Umorganisierung im Haus zu prüfen, so dass Büros mit vielen vertraulichen Gesprächen an weniger belebten Stellen im Haus untergebracht werden. Um das Raucherproblem zu beheben könne man ein Rauchverbot direkt vor dem Haus verhängen und Aschenbecher an geeigneten Stellen aufstellen.

Jens Verhey

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