Vor den Millionen kommen die Probleme

Drei mögliche Varianten für ein neues Gewerbegebiet in Haar 

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Drei Gebiete (weiße Umrandungen) wurden im Haarer Gemeinderat diskutiert.

Wer heiraten will, macht sich hübsch – vor allem, wenn der entsprechende Partner noch gar nicht in Sicht ist. So verhält es sich auch mit der Gemeinde Haar, die in Sachen Gewerbesteuer zuletzt gleich zwei Kröten schlucken musste. Dass der Pharmakonzern MSD nach München zieht, reißt ab 2021 eine Millionenlücke in die Gewerbesteuer-Einnahmen. Und schon jetzt musste Haar knapp fünf Millionen Euro zurückzahlen, die eine Firma nach einem Umzug zu viel entrichtet hatte. Um neue Firmen anzulocken, reicht Warten alleine nicht. Flächen müssen her. Womit die Probleme beginnen.

Gleich drei potenzielle Gewerbegebiete wurden nun in einer Sondersitzung des Gemeinderates diskutiert. Am begehrtesten ist dabei das Areal nördlich des S-Bahnhofs, auf dem momentan die Baseballer der Haar Disciples trainieren. Der Sportpark könnte allerdings im Westen erweitert werden. Das Problem: Das angrenzende Gelände gehört nicht der Gemeinde. Der Erwerb von Flächen ist momentan äußerst schwierig. Oder besser gesagt: teuer. Doch wenn der entsprechende Investor diese Kosten und den Umzug der Sportler übernehmen würde, könnte es schnell gehen. Bürgermeisterin Gabriele Müller berichtete jedenfalls davon, dass sich die Interessenten für dieses Grundstück geradezu die Klinke in die Hand geben würden. Die Versetzung der Sportanlagen alleine würde allerdings fünf Millionen Euro kosten.

Auch ein weiteres potenzielles Gewerbegebiet hat so seine Eigenarten. Denn der größte Teil des Gebietes im nördlichen Teil der Leibstraße liegt im Besitz des Bezirks Oberbayern. „Schnelles Handeln gibt‘s hier nicht“, glaubt CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer. Eine Einschätzung, der Bürgermeisterin Gabriele Müller widersprach. Die Pläne des Bezirks sollen bis 2030 umgesetzt werden, es geht unter anderem um Mitarbeiterwohnungen, Raum für die Verwaltung und ein Bezirksmuseum. Je konkreter es wird, desto einfacher werden die Verhandlungen. Haar würde das eigene Teilstück auf dem Gelände am liebsten um 90 Grad drehen. Die Nachfrage ist jedenfalls gewaltig, rund 60 Anfragen gab es von Gewerbetreibenden innerhalb der letzten zwei Jahre.

Das dritte in Frage kommende Gebiet ist die Blumenstraße im Westen der Gemeinde. Hier soll neben neuem Gewerbe auch ein Standort für die Feuerwehr und die Gemeindewerke eingerichtet werden. Überlegungen, wonach die Blumenstraße in eine Sackgasse umgewandelt werden sollte, wurden allerdings schon wieder verworfen. Das Stadtplanungsbüro Dragomir wird sich mit allen drei Gebieten nun vertieft befassen, um Konzepte zu erstellen.

mh

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