Anwohner sammeln Unterschriften gegen geplanten Mobilfunkmast in Unterhaar

Gutes Netz, aber um welchen Preis?

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Mobilfunkmasten stehen immer wieder im Verdacht, für eine gesundheitsschädliche Strahlenbelastung der Anwohner zu sorgen. Bevor die Telekom einen 50 Meter hohen Masten in Haar aufstellen darf, sollen daher dessen Strahlenwerte gründlich geprüft werden.

Die Telekom möchte in Unterhaar einen neuen, 50 Meter hohen Mobilfunkmast aufstellen. Die Anwohner der Riesengebirgstraße laufen dagegen Sturm. Im Rathaus kam es daher zu einem Gespräch mit Bürgermeisterin Müller.

Bei Gerd Köhlertz und seinen Nachbarn an der Haarer Riesengebirgstraße geht derzeit die Angst um. Angst vor Elektrosmog, Angst vor zu hoher Strahlenbelastung, verursacht von einem 50 Meter hohen Funkmast.

Noch gibt es diesen Funkmasten, den die Telekom im Bannwald nahe der Wohnsiedlung an der Riesengebirgstraße aufstellen will, nicht. Im November hatte Bürgermeisterin Gabriele Müller das Vorhaben des größten deutschen Mobilfunkanbieters erst im Bauausschuss vorgestellt. Grund: Funknetzbetreiber können ihre Masten seit 2013 nicht mehr einfach in die Landschaft platzieren, sie müssen die Gemeinden an diesen Plänen beteiligen.

Zwar hatte sich der Haarer Bauausschuss entschieden, in der Sache erst einmal nichts zu entscheiden, dennoch herrscht bei den Anwohnern der Riesengebirgstraße Aufregung. Eine Unterschriftenliste wurde gesammelt, vor Weihnachten gab es ein Treffen zwischen zwei Sprechern der Anwohner-Interessengemeinschaft sowie Bürgermeisterin Müller.

Die Gemeindeverantwortlichen stecken in einer Zwickmühle: Sie müssen einerseits für eine vernünftige Netzabdeckung sorgen, wovon alle Bürger profitieren. Andererseits dürfen dadurch die Anwohner im Umgriff des Funkmastens auch nicht in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Bürgermeisterin Müller versicherte den Anwohnern bei ihrem Treffen daher, vor der endgültigen Entscheidung für oder gegen den Masten erst einmal ein Gutachten in Auftrag zu geben, das – basierend auf den besonders strengen Schweizer Richtwerten – die künftige Strahlenbelastung für die Anwohner errechnen soll. Bevor sich der Gutachter jedoch an die Arbeit macht, so Müller, sei „von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt München sowie vom Amt für Ernährung und Landwirtschaft in Ebersberg zu klären, ob ein Sendemast und seine Versorgungseinheiten im Bannwald überhaupt platziert werden dürfen. Diese Bewertungen stehen noch aus“.

Sollten diese Bewertungen positiv für die Telekom ausfallen und es ein Gutachten geben, würden dessen Ergebnisse, so Müller, selbstverständlich in den Entscheidungsgremien der Gemeinde vorgestellt. Ob die Telekom auch andere, alternative Standorte für ihr 50-Meter-Monstrum im Auge hat, ist bislang nicht bekannt. Entscheidend ist laut der Bürgermeisterin daher, „mit den Mobilfunkbetreibern im Gespräch zu bleiben und wie bei den bestehenden 30-Meter-Masten jetzt auch für den neuen, erstmals beantragten 50-Meter-Masten auf Basis des Gutachtens Positivstandorte zu definieren“.

Die Anwohner der Riesengebirgsstraße sind da schon einen Schritt weiter; sie wüssten genau, wo die Telekom ihren Masten aufstellen könnte: im Bannwald im Gemeindegebiet von Grasbrunn! Denn, so Anwohner Gerd Köhlertz: „Dort gibt es viele Möglichkeiten, den Turm aufzubauen. Und dort stört er niemanden!“

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