Trixi soll Radfahrern das Leben retten

Antrag im Gemeinderat Haar: Ein Spiegel, der das Sichtfeld von Lkw-Fahrer erweitert

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Ein kleiner runder Spiegel, befestigt an Ampeln soll das Sichtfeld von Lkw-Fahrer erweitern und damit Leben retten.

Es ist nur ein kleiner Spiegel, der Großes bewirkten soll. Als Gemeinderätin Petra Tiedemann (Grüne) vor einigen Wochen in der Zeitung von dem sogenannten Trixi-Spiegel liest, wird sie sofort hellhörig. Der Trixi-Spiegel ist ein Verkehrsspiegel zur Überwindung des Toten Winkels beim Lkw oder Bus. Da die meisten dieser Fahrzeuge noch immer kein Abbiege-Assistenzsystem besitzen, wäre so eine Spiegel nach Meinung von Tiedemann eine sinnvolle Alternative. Darum stellte sie nun im Gemeinderat Haar einen Antrag, an unübersichtlichen Kreuzungen in Haar so einen Spiegel anzubringen, um Unfälle mit Radfahrern, aber auch mit Fußgängern zu verhindern.

Petra Tiedemann stellt einen Antrag auf Anbringung von Trixi-Spiegeln in Haar.

Der Trixi-Spiegel wird an einer Ampel oder einem Vorfahrtschild befestigt. Benannt ist er nach der Tochter des Erfinders. „Im Oktober 1994 wurde meine Tochter an einer Ampelkreuzung, auf ihrem Fahrrad geradeaus fahrend, von einem rechts abbiegenden Lkw mit Unterfahrschutz überrollt“, schreibt dieser auf seiner Website. „Nur mit großem Glück hat sie diesen Unfall, wenn auch schwer verletzt, überlebt. Experten stellten fest, dass es sich hierbei um einen ‚typischen Lkw-Radfahrer-Verkehrsunfall‘ gehandelt hat. Der Lkw-Fahrer hat das Kind weder durch seinen Fahrzeugspiegel noch durch die Fahrzeugfenster gesehen, da es sich im ‚toten Winkel‘ befand. Bei einem Versuch mit einem Lkw war es möglich, mehr als 20 Kinder in den Bereich dieses toten Winkels eines Lkws zu stellen. Dies ist ein erschreckendes Ergebnis und bedeutet, dass jeder Lkw- und Busfahrer an Kreuzungen seine nähere Umgebung nicht sehen kann und somit blind anfahren muss“, heißt es dort weiter.

Die Haarer Grünen schlagen verschiedene Kreuzungen in Haar vor, an denen so ein Trixi-Spiegel angebracht werden könnte. Unter anderem an der Blumenstraße, am Jagdfeldring, an der Leibstraße oder in Ottendichl an der Kreuzung zu Salmdorf. „Aber eigentlich könnte man fast alle Kreuzungen an der Wasserburger Landstraße beziehungsweise Münchner Straße mit so einem Spiegel ausstatten“, sagt Tiedemann. Der Trixi-Spiegel ist außerdem eine kostengünstige Investition. Mal abgesehen von den Kosten der Anbringung und Wartung liegen die reinen Materialkosten bei 70 bis 100 Euro, je nach Größe und Material. Auch die Installation sei Tiedemann zufolge nicht aufwendig. Man müsse den Spiegel lediglich mit Schellen am Ampel- oder Verkehrsmast anbringen.

Ein weiteres Ziel sei auch, damit die Haar Bürger noch mehr dazu zu motivieren, aufs Rad zu steigen. „Dafür muss die Fahrt aber auch sicher sein“, betont Tiedemann. Der Gemeinderat wird nach der Sommerpause im September über den Antrag entscheiden.

Lydia Wünsch

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