Magische Momente – auch ohne Zauberei

Die Akrobatikgruppe „Majostics“ ruft in ihrem Stück zu Frieden und Toleranz auf

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Bildgewaltig: In der Kirche St. Maximilian gab die Akrobatikgruppe „Majostics“ ihr Stück „Im Namen der Menschlichkeit“ zum Besten. Dafür wurde sie nun unter anderem für den Engagementpreis 2018 nominiert. Suzann Adams (Bild unten) hat das Stück geschrieben.

Suzann Adams aus Haar leitet seit 20 Jahren die Akrobatikgruppe „Majostics“ des Mädchengymnasiums Max-Josef-Stift. Im März trat die Gruppe mit ihrem Stück „Im Namen der Menschlichkeit. Der kleine Prinz schaut nach dem Frieden“ auf (HALLO berichtete). Dafür wurden sie nun für die besonderen Verdienste der Demokratie ausgezeichnet.

Es muss nicht immer Zauberei im Spiel sein. Magische Moment können auf viele Arten geschehen. Für Suzann Adams aus Ottendichl entstehen sie durch die Verschmelzung verschiedener Elemente.

Ihr Beruf als Lehrerin hielt sie nie davon ab, auch noch in vielen anderen Bereichen tätig zu sein. Akrobatik ist eines ihrer vielfältigen Interessen. Am Gymnasium Max-Josef-Stift in Bogenhausen lehrt sie ihren Schülerinnen alles, was das Zirkusherz begehrt. Vom Einradfahren zum Hochstelzenlauf über das Jonglieren zur Vertikalseilakrobatik — und das mit Erfolg. Ihre Akrobatikgruppe „Majostics“ wurde für ihr jüngstes Stück „Im Namen der Menschlichkeit. Der kleine Prinz schaut nach dem Frieden“ mit dem „Demokratie leben“-Preis ausgezeichnet.

In dem Stück erfindet Adams die Geschichte vom Kleinen Prinzen neu. Mittels einer aufwendigen Inszenierung aus Bewegungskunst, Tanz, Licht, Ton und Sprache erfährt der Zuschauer, wie der kleine Prinz wieder auf die Erde kommt und nach den verschwundenen Flüchtlingskindern sucht. Dabei ruft er zur Toleranz gegenüber Geflüchteten auf und bejubelt die Vielfältigkeit der Welt. „Meine Stücke schreibe ich alle selbst“, betont Adams. Als Vorbilder dienen ihr dabei Literatur, Politik, Philosophie und Theologie. Bewegungskunst und Geschichte fließen in den Bühnenstücken ineinander, doch ein Thema zeichnet sich immer ab: Das Engagement für benachteiligte Menschen. Der Aufruf zum Frieden. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde „Majostics“ auch noch für einen weiteren Preis nominiert: Der deutsche Engagementpreis 2018. In diesem Rahmen nimmt die Akrobatikgruppe am Publikumspreis teil, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Dabei können alle Menschen vom 12. September bis 22. Oktober auf der Website www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis für ihren persönlichen Favoriten stimmen und so mitentscheiden, wer das Preisgeld und eine persönlichen Weiterbildung gewinnt.

IS-Kämpfer werden zu Friedensbotschaftern

Lehrerin Suzann Adams schrieb das Stück "Im Namen der Menschlichkeit - Der kleine Prinz schaut nach dem Frieden".

Alleine schon dabei sein zu dürfen, ist für Suzann Adams allerdings schon eine große Ehre und Grund zur Freude. „Es ist immer schön zu sehen, dass das eigene Tun von anderen gewürdigt wird“, sagt sie. Mit ihren Stücken will sie die Herzen der Menschen erreichen, denn Kunst hat ihrer Meinung nach die Macht, Gutes zu tun. Darum stehen am Ende ihres Stückes auch alle 120 Mitwirkenden gemeinsam als Friedensbotschafter auf der Bühne. Sie mahnen, dass sich die Flüchtlingskrise von 2015 nicht wiederholen darf und rufen zum menschlichen Handeln gegenüber Geflüchteten auf. Es werden Texte aus der Bibel und dem Koran gelesen. Ganz egal, ob Judentum, Buddhismus oder Hinduismus. Jede Religion findet ihre Platz in Adams Stück. Und so ein bisschen Zauberei ist dann doch mit dabei. IS-Kämpfer werden in dem Stück in Friedensbotschafter verwandelt und aus Panzern kommen Blumen und Herzen statt Kanonen. Die Hoffnung der Mitwirkenden: Dass die Botschaft des Stückes auch in die reale Welt getragen wird. Die hat es angesichts der neusten politischen Ereignisse und einem zunehmendem Rechtsruck in der Gesellschaft bitter nötig.

Lydia Wünsch

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