Werner Riedels Jazzkonzert-Reihe wechselt Veranstaltungsort

Auftakt mit den „Good Time Five“ auf Gut Keferloh

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Werner Riedel (rechts an der Ventilposaune) freut sich auf das Konzert auf Gut Keferloh, für das er Musiker der Münchner Jazzszene wie den Saxophonisten Christoph Hörmann verpflichtet hat.

Jazz begleitet den Putzbrunner Werner Riedel durch sein Leben. Doch das Musikmachen blieb für den 73-Jährigen nur ein Hobby — ein großes allerdings. Riedel verdiente seinen Lebensunterhalt als Zahnarzt. Seit 2010 organisiert er aber Konzerte, zuletzt holte er Jazzcombos nach Hohenbrunn. Nun wechselt Riedel den Veranstaltungsort: Riedels Jazzkonzerte sind künftig auf dem Gut Keferloh in Grasbrunn zu hören.

Putzbrunn/Grasbrunn - Für Werner Riedels Konzert- reihe bricht eine neue Ära an. Das Konzept indes steht und bleibt daher gleich: Der Putzbrunner verpflichtet am letzten Freitag im Monat Musiker, steht meist selbst als Posaunist auf der Bühne und bietet Jazz- Musik. Einzig der Veranstaltungsort ist neu: Ab kommenden Freitag finden Riedels Jazz-Konzerte auf Gut Keferloh statt. „Good Time Five“ spielen am 25. Oktober um 20 Uhr in dem Grasbrunner Gasthof (In Keferfoh 2). „Der Saal ist ideal, alles ist frisch renoviert und es gibt eine Bühne. Es kann also nahtlos weiter- gehen“, freut sich der 73-Jährige. Bisher lud er namhafte Jazz-Musiker in den Alten Wirt nach Hohenbrunn ein. Die unbändige Spielfreude seiner Bands begeistert sein Publikum immer wieder aufs Neue. „Bis zu 100 Leute kommen zu unseren Konzerten. Wir haben hier im Münchner Landkreis ein angenehmes und sehr aufmerksames Publikum“, freut sich der Konzert-Veranstalter, der zuvor in Erding Jazz-Konzerte organisiert hatte. „Es entstand eine ständig wachsende Fan-Gemeinde, die immer wieder dabei ist und Tische bucht.“ Vom bisherigen Veranstaltungsort in Hohenbrunn hat sich Riedel nach dreieinhalb Jahren dennoch verabschiedet. „Ich hatte schon lange den nächsten Konzerttermin vereinbart und musste dann kürzlich erfahren, dass mein geplantes Konzert wegen einer Geburtstagsfeier nicht stattfinden kann“, erzählt Riedel. „Auf dieser Basis kann ich nicht arbeiten. Ich rekrutiere ja die Musiker für einen bestimmten Tag.“ Einen festgelegten Termin so plötzlich verlegen, das wollte er nicht. Zufällig hörte er da, das nun das Gut Keferloh mit neuem Wirt wieder- öffnet. „Das wäre doch was“, dachte er sich und nahm Kontakt auf. Künftig nun finden Riedels Konzerte in Grasbrunn statt. Fünf Tage, nachdem das Gut Keferloh am Sonntag, 20. Oktober, um 10.30 Uhr wieder aufmacht. Mit Josef Ressle am Piano, dem Saxophonisten Christoph Hörmann, Christian Schantz am Kontrabass und dem Schlagzeuger Christoph Holzhauser steht Werner Riedel an seiner Ventilposaune als „Good Time Five“ am Freitag, 25. Oktober, auf der Bühne.

Werner Riedel spielt in mehreren Bands

Diese Gruppe ist allerdings nur eine der Bands, in denen der Putzbrunner spielt. „House of Jade“, „Alabaster“ oder „Heart Bop Connection“ heißen die Gruppen, mit denen Riedel voller Leidenschaft Musik macht. „Konzerte zu organisieren, das mache ich ja wegen mir“, sagt Riedel, der von Beruf eigentlich Zahnarzt ist. Auftritte in immer wechselnden Gruppen zu haben, ist bereichernd und herausfordernd. „Und so greife ich zur Eigeninitiative und organisiere die Konzerte selbst.“ Jazz begleitet ihn durch sein Leben. „Ich bin in Nürnberg aufgewachsen. Mein älterer Bruder nahm mich in einen Jazzclub mit, da war ich gerade mal 14 Jahre alt. Es hat mich total fasziniert und ich begann, Trompete zu lernen. Mit 16 vermittelte mich mein Bruder in eine Band.“ Dennoch sei nach dem Abitur klar gewesen, dass die Musik für ihn nur ein Hobby darstellt. „Es war auch eine andere Zeit damals, es gab keine Jazz-Schulen so wie heute“, so Riedel, der zuerst Architektur studierte, bevor er auf Zahnmedizin umsattelte. Außerdem habe er auch nie kommerzielle Musik machen wollen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Das Internet habe vieles verändert und leichter gemacht. „Wir haben früher von Schallplatten alles akustisch übertragen müssen, heute findet man im Internet alles perfekt aufbereitet.“ Eines ist gleich geblieben: „Im Jazz lernt man nie aus.“ Also gehört das tägliche Üben, die tägliche Herausforderung, zu Riedels Alltag. Und seit ein paar Jahren ist sein Hauptinstrument die Ventilposaune, nicht mehr die Trompete. „Ab und an nehme ich auch noch zusätzlich Unterricht. In meinem Mitspielerkreis kenne ich ja viele Dozenten von Hochschulen. Da bin ich bestens versorgt“, so der Putzbrunner Jazz-Liebhaber.

Verena Rudolf

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