„So langsam kommt doch mal der Ärger!“

Neue Kreisverkehrsanlage in Neukeferloh sorgt für Unmut bei den Anwohnern

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Heinz-Rudi Heydt und seine Frau Christl Völkl vor dem Eingang zu ihrem Haus.

Seit Anfang Mai laufen die Bauarbeiten an der Kreuzung Waldbrunner Straße (Kreisstraße M25)/Leonhard-Stadler-Straße, um eine Kreisverkehrsanlage zu errichten. Dies sorgt für einige Unannehmlichkeiten für die Anwohner. Eine Anwohnerin beschwerte sich bei HALLO darüber, dass sie und ihre Nachbarn schon seit Wochen nicht in ihre Garagen fahren können, ein Nachbar habe einen Sohn im Rollstuhl, der erhebliche Probleme habe, über die provisorischen Schotterwege zu fahren. Am vergangenen Donnerstag wurde es den Anwohnern dann endgültig zu viel. Die Baustelle stand plötzlich still. Auch am Freitag ließ sich kein Bauarbeiter blicken. Und die Anwohner, können nicht in ihre Garagen fahren, da die Zufahrten abgeschnitten sind. Selbst Anrufe im Rathaus brachten zunächst keine Klarheit. Man wisse dort auch nicht, was los sei.

ie Straße wurde aufgerissen und macht das Anfahren der Garage mit dem Auto seit über einer Woche unmöglich.

Die Anwohner Heinz-Rudi Heydt und seine Frau Christl Völkl machten sich am vergangen Freitag Sorgen, dass die Autos das ganze Wochenende über draußen stehen müssten. „Ich kann mich noch an das schlimme Unwetter von 1984 in München erinnern“, sagte Heydt. „Hagelkörner so groß wie Tennisbälle sind durch die Fensterscheiben geflogen!“ Für das vergangene Wochenende waren auch wieder Unwetter vorhergesagt, „und wir können unsere Auto nicht in die Garagen fahren.“ Seine Frau ergänzte: „Man hat ja wirklich lange Geduld gehabt, was die Baustelle betrifft. Seit Monaten machen wir den Lärm mit. Um 6 Uhr morgens geht es immer los. Und jetzt auch noch das. So langsam kommt dann doch mal der Ärger.“

Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder zeigte sich überrascht über die neuesten Entwicklungen auf der Baustelle. Gerade erst von seinem dreiwöchigem Urlaub zurück, habe er geglaubt, dass alles planmäßig ablaufe. „Das Problem ist, dass hier mehrere Maßnahmen gleichzeitig vorgenommen werden“, erklärt er gegenüber HALLO. Neben dem Straßenausbau kommen Stromleitungen für eine Straßenbeleuchtung, Wasserleitungen sowie ein Leerrohr für einen künftigen Glasfaseranschluss hinzu. Bei so vielen Maßnahmen könne es leider passieren, dass es irgendwann an einer Stelle hakt und jetzt sei genau dieser Fall eingetreten. Am Dienstag schließlich konnte der Bürgermeister den neuen Zeitplan vorlegen. Demnach werden gerade die Wasserleitungen sowie der Strom für die Beleuchtung abgeschlossen. Dann könne es ab Mittwoch mit der Asphaltierung und dem Verlegen des Kleinpflasters weitergehen. Bis zum Freitag, 13. September, sollte aber alles soweit abgeschlossen sein, dass die Anlieger ihre Garagen wieder befahren können. Damit befinde man sich zwar noch im Zeitplan, der eine Beendigung der Bauarbeiten laut Webseite für Mitte September vorsieht, „aber dass die Anwohner so lange ihre Garagen nicht anfahren können, war so nicht geplant“, betonte der Bürgermeister und entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten bei allen Beteiligten. Am vergangenen Wochenende sei er selbst noch auf die Baustelle gegangen, um sich die Lage vor Ort anzuschauen und mit den Anwohnern zu sprechen. Er hoffe, dass der nun straffe Zeitplan jetzt ohne Verzögerungen durchgeführt werden könne.

Bei dem Bau des Kreisels hat der Gemeinderat einen Antrag aus einer Bürgerversammlung aufgegriffen. Der Kreisverkehr soll die Geschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge reduzieren und somit einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten. Hierfür werde die Leonhard-Stadler-Straße im Kreuzungsbereich abgekröpft. Für die westlichsten Anwohner werde eine Stichstraße mit Wendehammer gebaut. Während der gesamten Bauzeit ist die Leonhard-Stadler-Straße von der Kreisstraße M25 aus voll gesperrt und nur noch von der Saarlandstraße aus erreichbar. Der Busverkehr wird über die Tiroler Straße beziehungsweise Waldstraße umgeleitet. Die Haltestelle Waldstraße wird dazu geringfügig in Richtung Kinderwelt verschoben. Auf der Tiroler Straße und auf der Waldstraße wird ein einseitiges Halteverbot angeordnet, damit der Bus diese Strecken ohne Behinderungen passieren kann.

Lydia Wünsch

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