Nur ein langer Weg führt zu Veränderungen

Landrat Christoph Göbel spricht über Verkehr in Grasbrunn

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Landrat Christoph Göbel war in der Gemeinde Grasbrunn zu Gast. Verkehr, genauer gesagt der Durchgangsverkehr im Schwerlastbereich, war das Kernthema, das viele Zuhörer in den großen Saal des Bürgerhauses zog.

Grasbrunn – Bekanntlich ist das Thema LKW-Durchgangsverkehr spätestens seit der Bürgerversammlung im letzten Herbst ein heißes Thema in der Gemeinde. Bürgeranfragen an die Gemeinde in Bezug auf die Zornedinger Straße in Harthausen sowie die Ekkehartstraße im Gemeindeteil Grasbrunn haben den Bürgermeister, den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung erreicht. Zudem ist das Thema im Kommunalwahlkampf angekommen.

Landrat Christoph Göbel (Bild) hat zunächst einmal erklärt, dass Nahverkehrs­pläne für einen Zeitraum von jeweils sieben Jahren aufgestellt würden und der Nahverkehrs­plan 2013 umgesetzt sein soll. Ein Nahverkehrsplan 2020 sei ganz aktuell aufgestellt und diese Woche im Kreistag verabschiedet worden.

Die anwesenden Bürger nahmen mit großem Interesse zur Kenntnis, dass es genau vorgeschriebene Verfahrensweisen gibt, die einzuhalten sind, wenn Gemeinden oder auch der Kreis stark auswirkende Eingriffe in die Verkehrssysteme planen und umsetzen wollen. Hausgemachte – sprich gemeindliche – Lösungen sind immer dann möglich, wenn die betreffende Straße in gemeindlicher Hoheit liegt und Nachbarn nicht beeinträchtigt werden.

Jedenfalls hat Landrat Göbel mit dem Landratsamt einen Plan, wie die Lebensqualität und die Verkehrssituation der Bürger im Südosten des Landkreises verbessert werden kann. Landrat Göbel möchte bewirken, dass der LKW-Durchgangsverkehr auf den Autobahnen bleibt, namentlich erwähnt wurden die A8, A99, A995, A95 und A96. Bundes- und Staatsstraßen sollen – wenn das Konzept greift und umgesetzt werden kann – nur noch in Ausnahmefällen befahren werden dürfen. Allerdings sagte Landrat Göbel auch, Fahrverbote seien „nicht unproblematisch“.

Es wird jetzt ein Verkehrsgutachten angestellt – absolute Voraussetzung – welches unter anderem die verkehrliche Belastung hochrechnet. Die Gutachter sollen ebenfalls Vorschläge erarbeiten, wie die LKW auf den Autobahnen gehalten werden können, wo diese auch hingehören.

Natürlich kam dann im Publikum sehr schnell die Frage auf, wie lange ein solches Verfahren denn dauern könne. Schnelle, gleich wirksame, Lösungen wird es nicht geben können, sagte der Landrat ehrlich. Bis das Gutachten erstellt ist wird es etwa ein Jahr dauern. Im Jahr danach muss die Beschlussfassung erfolgen sowie die Diskussion mit den zuständigen Behörden.

Die vielzitierte B471, von den geplanten Maßnahmen natürlich betroffen, ist äußerst wichtig für den Durchgangsverkehr, hierzu ist in jedem Falle die Regierung von Oberbayern zu hören, möglicherweise auch die Staatsregierung, und das würde Zeit kosten, sagte der Landrat. Für die Dauer des Verfahrens sieht er gut drei Jahre, allerdings – um auch etwas Optimismus zu versprühen – würde man bereits in etwa einem Jahr wissen, ob der Antrag Aussicht auf Erfolg hat.

Den anwesenden Bürgern ist aus den Ausführungen des Landrats klar geworden, dass dieser sich für die Verbesserung der Situation auch in dieser Gemeinde, in Grasbrunn, einsetzt und sich weiterhin einsetzen wird.

Klar geworden ist aber auch, dass der Druck auf den Behörden hoch bleiben muss und dass auch die eigene Gemeinde gefordert ist, an lokalen Verbesserungen zu arbeiten.

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