Denn jeder gestaltet seine Zukunft mit

Grasbrunner will Jugend mit Webseite für den Kommunalwahlkampf begeistern

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Der Grasbrunner Oliver Bertram setzt sich mit einer Webseite für das Interesse an der Kommunalwahl ein.

Grasbrunn – Am 15. März ist Kommunalwahl. Auch in der Gemeinde Grasbrunn wird dann wieder Gemeinderat und Bürgermeister gewählt. Aus diesem Anlass hat der Mediengestalter Oliver Bertram aus Neukeferloh die Webseite www.grasbrunn-waehlt.de veröffentlicht. Auf dieser wurden alle Bürgermeisterkandidaten eingeladen, sich und ihr Programm per Video zu präsentieren.

Dem sind der amtierende Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) und seine Herausforderer Detlef Wildenheim (CSU)und Max Walleitner (Die Grünen) nachgekommen. Nur Johannes Seitner als Kandidat der Freien Wähler wollte sich dort nicht präsentieren.

Die Rahmenbedingungen waren für alle gleich. Jeder Kandidat hatte maximal sieben Minuten Zeit, sich und seine Ideen per Videobotschaft vorzustellen.

Der Mediengestalter Oliver Bertram erstellte die Videos unentgeltlich. Sie sollen dem Zweck dienen, über die Kandidaten zu informieren. „Die Idee zu der Webseite ist im vergangenen Jahr entstanden“, erzählt Bertram. Aber eigentlich ist sie schon kurz nach der Europawahl in ihm aufgekeimt. „Mir ist damals aufgefallen, wie wenig junge Menschen, vor allem Erstwähler, sich für Politik interessieren, gerade wenn ich da so auf die Kinder meiner Bekannten geschaut habe. Ich kann das ja auch irgendwie verstehen. In dem Alter sind einfach andere Sachen interessant — wie Partys, Musik und sich mit Freunden treffen. Politik ist für viele vielleicht auch ein abgekartetes Spiel oder sie glauben, dass ihre Stimme eh kein Gewicht hat.“

Das findet der Mediengestalter allerdings einen fatalen Gedanken. Denn dann werden Entscheidungen in der Politik getroffen, über die sich die jungen Menschen später, wenn das Interesse für Politik größer wird, dann vielleicht doch ärgern. Um dieses Bewusstsein zu schärfen und die etwas angestaubte Kommunalpolitik auch für junge Menschen zugänglicher zu gestalten, hat der 50-Jährige die Webseite erstellt.

Als Mediengestalter war es für ihn zwar kein allzu großer technischer Aufwand, „aber vier Tage bin ich dann doch dran gesessen. Am Ende war es doch mehr Arbeit als ich dachte“, sagt er und lacht. Das positive Feedback, das er von Bekannten und Nachbarn erhält, entschädigt ihn aber dafür. „Viele sagen mir, dass es eine tolle Idee ist.“

Über tausend Leute haben die Seite bereits besucht. Die Meinungen über die Videos gehen teilweise stark auseinander. Genau das findet Bertram spannend. Den bisher eher „kuscheligen Wahlkampf“ in Grasbrunn zu befeuern, war ein Ziel von ihm. Denn Demokratie funktioniere nur durch den Austausch verschiedener Meinungen. Die Hauptzielgruppe der Seite seien laut Statistiken tatsächlich Menschen zwischen 18 und 28 Jahren.

Dass Johannes Seitner als einziger diese Angebot der kostenlosen Präsentation nicht annehmen wollte, wundert Bertram allerdings schon etwas. Mit seinen 32 Jahren sei Seitner der Jüngste unter den Kandidaten. „Ich dachte, dass gerade er das Angebot, durch die neuen Medien jüngeres Publikum anzusprechen, zu schätzen wissen würde“, sagt Bertram. Aber das müsse der Kandidat letztlich selbst entscheiden. „Ich habe das alles unentgeltlich und lediglich zu Informationszwecken gemacht“, betont Bertram. Selbst gehört er keiner Partei an. „Mir ist es wichtig, unabhängig agieren zu können, wenn ich mich für meine Gemeinde einsetzen möchte.“

Das tat er auch bereits vor einigen Jahren, als er Unterschriften für den Feinkosthersteller Kugler sammelte, als dieser ein geplantes Grundstück im Ort nicht bekommen sollte. „Leider kamen die Unterschriften aber zu spät in den Gemeinderat, da war Kugler bereits im Gespräch mit Vaterstetten“, sagt Bertram. Dennoch findet er es wichtig, sich einzusetzen.

Ergänzend zu dieser Seite hat Bertram auch eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der aktuelle Meldungen aus der Presse und Termine der einzelnen Parteien veröffentlicht werden. Diese findet man unter www.facebook.com/GrasbrunnWaehlt.

Lydia Wünsch 

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