Grasbrunner Gemeinderat verabschiedet Haushalt für 2017

Das nächste Jahr wird teuer

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Die Gemeinde investiert viel in die Betreuung ihrer Kinder und betreibt zahlreiche Kindergärten und Kitas. Bild: der Kindergarten Honigblume bei seiner Zehn-Jahr-Feier.

Der Grasbrunner Gemeinderat hat den von Kämmerer Sebastian Stüwe vorgelegten Haushalt einstimmig verabschiedet. Die Gemeinde schafft demnach eine schwarze Null – trotz hoher Ausgaben für Straßenbau und Kinderbetreuung.

Kämmerer Stüwe präsentierte dem Ratsgremium einen ausgeglichen Haushalt für das Jahr 2017. Das Gesamtvolumen seines Zahlenwerks beläuft sich auf knapp 24 Millionen Euro. Kreditneuaufnahmen sind für das Jahr 2017 nicht geplant. Den Gemeinderäten riet er, sich um „aktuelle Gewerbesteuerzahler zu kümmern und neue anzuwerben“.

Den Löwenanteil der Einnahmen im Verwaltungshaushalt soll die Gewerbesteuer mit 8,7 Millionen Euro bilden, gefolgt vom gemeindlichen Einkommensteueranteil in Höhe von insgesamt 6,3 Millionen Euro. Der Umsatzsteueranteil bringt Grasbrunn 625.000 Euro und der unterdurchschnittliche Hebesatz der Grundsteuern 703.000 Euro in die Kasse. Den gesetzlichen Anteil an der Grunderwerbssteuer kalkulierte Stüwe mit 205.000 Euro. Mit Zuschüssen und Gebühren gilt es, den Rest des 21,2 Millionen Euro umfassenden Verwaltungshaushalts zu finanzieren.

Dass Grasbrunn ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2015 verbuchen durfte, schlägt sich nun jedoch – mit zwei Jahren Verzögerung – auf der Ausgabenseite der Gemeinde nieder: Die Gemeinde muss im kommenden Jahr 1,36 Millionen Euro mehr und somit 6,91 Millionen Euro als Kreisumlage ans Landratsamt München überweisen. Um diese Summe stemmen zu können, kürzte Stüwe kurzerhand die Ausgaben im Verwaltungs- und Betriebsaufwand um rund 450.000 Euro.

Die Kinderbetreuung ist in Grasbrunn überwiegend in kommunaler Hand, was sich – verglichen zu anderen Gemeinden – stark auf die kommunalen Personalkosten auswirkt. Obwohl für die Gemeindemitarbeiter eine Gehaltssteigerung von 2,35 Prozent im Jahr 2017 eingeplant wurde, werden Stüwe zufolge heuer die Personalausgaben in der Summe geringfügig auf 6,3 Millionen Euro zurückfallen. Derzeit sind bei der Gemeinde Grasbrunn 116,6 Stellen zu besetzten; für Beamte acht Stellen, für Tarif-Beschäftigte 44,15 Stellen und im Kita-Bereich 62,45 Stellen. „Ein neues EDV-Programm kalkuliert die Personalkosten exakt“, erklärte Stüwe. Dies mache den bisherigen Finanzpuffer hierfür obsolet.

Der Schuldenstand liegt laut dem Kämmerer aktuell bei knapp 1,7 Millionen Euro. Die Rücklagen schätzt er auf aktuell vier Millionen Euro. Dank der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprudeln die Gewerbesteuereinnahmen weiter: Stüwe rechnet für das Jahr 2016 mit 10,3 Millionen Euro – das sind zwei Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Das Geld braucht die Gemeinde aber auch. Im Jahr 2016 gab es nämlich auch eine Reihe ungeplanter Ausgaben: den Kauf der Gumba-Industriehalle für rund 800.000 Euro und des Sparkassengebäudes für einen unbekannten Kaufpreis. Weitere Ausgabeposten: der gemäß seiner Schülerzahl 310.000 Euro hohe Anteil Grasbrunns am Realschulzweckverband, Ausgaben in Höhe von 75.000 Euro im Grundschulbereich und Investitionen in den örtlichen Straßenbau in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Etwa 252.000 Euro verteilen sich auf Neuanschaffungen im Bauhof und die Bushäuschen. Die von Stüwe zuletzt angeregte Erhebung von Straßenausbaubeiträgen, die eine sechsstellige Summe in den Gemeindesäckel spülen würde, war im Gemeinderat kein Thema.

Stattdessen zeigte sich das Gremium am Ende der Sitzung zufrieden, allen voran Bürgermeister Klaus Korneder: „Wir sind eine der ersten Kommunen im Landkreis, die ihren kommunalen Haushalt pünktlich zu Jahresbeginn erstellt haben!“ ar

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