Infoveranstaltung Asyl

Keine Zusagen

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Weit mehr Bürger als zu den üblichen Bürgerversammlungen kamen zur Informationsveranstaltung Asyl in den Bürgersaal.

340 Grasbrunner kamen zur Asyl-Infoveranstaltung im Bürgersaal. Bürgermeister Klaus Korneder und Landrat Christoph Göbel stellten den Bürgern dabei mögliche Standorte für ein Asylbewerberheim, das in Holzständerbauweise errichtet werden soll, vor. Erneut protestierten Anwohner dagegen, die Einrichtung am Bolzplatz in Neukeferloh zu errichten.

In Grasbrunn laufen derzeit Planungen, die vorsehen, dass in Neukerferloh neben dem Technopark I Gebäude in Holzständerbauweise im nördlichen und südlichen Bolzplatzgelände entstehen, dazu werde man auch einen Teil des Waldes nutzen, ließ Bürgermeister Klaus Korneder im Rahmen der Infoveranstaltung wissen. Ferner werde geprüft, ob am Ende des Luisenweges auf einem kommune-eigenen Grund eine Unterkunft entstehen könne, so Korneder. Zur Debatte stehen außerdem Flächen im Wald an der Leonhardstraße, wo auch einst das Seniorenheim zur Debatte stand, und auf der Rathauswiese. Im Schwabener Weg habe ein privater Investor die Möglichkeit, eine Asylunterkunft zu errichten. In Grasbrunn plane die Gemeinde auf der Flurnummer 100 ein Gebäude; ein privater Investor habe am Schusterweg ein Grundstück, auf dem eine Asylbewerberunterkunft errichtet werden könne. Das Areal an der Hauptstraße 1 im Ortsteil Harthausen wird auch als möglicher Standort in Betracht gezogen. Bezüglich der Standorte werde der Gemeinderat im Oktober seine Entscheidung treffen. „Wir haben keinen Einfluss darauf, was private Investoren mit dem Landratsamt oder der Regierung von Oberbayern vereinbaren“, betonte Korneder.

Gerade in Neukeferloh scheinen diese Planungen vielen Bürgern aber nicht zu gefallen. Deutlich wurde dies, als Sven Breipohl sich gegen den Standort „Bolzplatz im nördlichen Neukeferloh“ an der Grenze zu Vaterstetten und für einen zentralen Standort stark machte. Seine Ansicht untermauerte mit einem Paket von Standardbriefen, die von 49 Familien unterzeichnet waren, und überreichte es Bürgermeister Korneder. Unerwähnt blieb im Schreiben der größere Spielplatz östlich der Kfz-Anmeldestelle. Etwas befremdet reagiert Bürgermeister Korneder über die Spaltung des Ortsteils Neukeferloh mit seinen rund 4400 Einwohnern in Nord und Süd. Der Forderung, Bolz- und Spielplatz für Kinder und Jugendliche in Neukeferloh-Nord zu erhalten, hielt Bürgermeister Korneder entgegen, dass im nördlichen Neukeferloh derzeit 29 Kinder und 31 Jugendliche lebten, hingegen im südlichen Teil 252 Kinder und 232 Jugendliche. Als bereits knapp ein Drittel der Besucher den Saal verlassen hatte, wurde der Bürger-Antrag, „die gemeindlichen Spiel- und Bolzplätze von jeglicher, nicht nutzungskonformer Bebauung beziehungsweise Umwidmung jetzt und zukünftig frei zu halten“ mehrheitlich abgelehnt. Andreas Schwarz und Hans Schmid aus dem Ortsteil Grasbrunn (etwa 1400 Einwohner), fragten nach der Bebauung des angedachten Grasbrunner Standortes „Flur Nummer 100“, der derzeit noch als landwirtschaftliche Fläche im Flächennutzungsplan gekennzeichnet ist. Dort könne die Gemeinde aufgrund ihrer Planungshoheit Baurecht schaffen, erläuterte Landrat Christoph Göbel. Somit könnte das Flüchtlingsheim in Holzständerbauweise, in dem 24 Personen in Appartements untergebracht würden, errichtet werden. Weil das Grundstück jedoch sehr groß ist, kam bei einigen Bürgern die Befürchtung auf, dass noch weitere Gebäude errichtet würden und somit im Ortsteil Grasbrunn eine zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber entstehen könnte. Weder Landrat Göbel noch Bürgermeister Korneder konnten zusichern, dass dies nicht so kommen werde.

Viele Bürger bekundeten ihre Anteilnahme am Leid der Flüchtlinge, manche baten Göbel und Korneder, sich dafür einzusetzen, dass überwiegend Familien und nicht alleinstehende, junge Männer in die Gemeinde kommen sollen. Korneder wollte jedoch keine Zusagen geben: „Ich sage grundsätzlich nichts zu, was ich nicht alleine entscheiden kann.

ar

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