Nur bei Libellen blieb er lieber im Bett

Beliebter Kommandant der Feuerwehr Harthausen stellt sich nicht mehr zur Wiederwahl

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Obwohl Markus Mende mit 48 Jahren noch jung ist, will er sein Amt als Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen niederlegen.

Ein bisschen Wehmut war bei der vergangenen Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen schon zu spüren, als Kommandant Markus Mende verkündete, dass er sich nicht mehr zur Wahl stellen werde. Seine Dienstzeit als Kommandant endet am 31. Oktober. Er habe sein Amt sehr gerne ausgeübt, sagt er in seiner Ansprache, doch jetzt möchte er dieses Jüngeren überlassen. Dabei ist Mende erst 48 Jahre alt. Der Abschied falle ihm schwer. Doch die Wehr sei gut aufgestellt, so dass er keine Angst habe, das Führungsamt zu übergeben. Bei diesem Satz kam der sonst so sprachgewandte Kommandant ins Stocken, und kurzzeitig kehre Stille unter den Feuerwehrdienstleistenden ein.

Der scheidende Kommandant zog ein positives Fazit über seine Amtszeit von 2001 bis 2019. Davor war er bereits Stellvertreter, damals der jüngste im Landkreis, wie er bemerkte. Er könne sich noch an die erste Wahl erinnern. Bei den Vorbesprechungen war alles klar. Doch auf einmal gab es eine Gegenpartei. Es wurden Karteileichen reanimiert, die gegen seine Wahl stimmten. So erhielt er erst im zweiten Wahlgang die erforderliche Mehrheit.

Sein Bestreben sei immer gewesen, den Gemeindehaushalt nicht zu strapazieren und nur notwendiges Gerät kostengünstig zu beschaffen. So blieb er immer unter dem vom Gemeinderat genehmigten Zuschuss. Auch beim Bau des Feuerwehrgerätehauses hat Mende seine Spuren hinterlassen. Dies durchzusetzen, war nicht einfach. Gab es doch wegen der Größe bei einigen Gemeindevertretern Gegenstimmen.

2006 wollte der Kommandant zusammen mit einer anderen Feuerwehr eine gemeinsame First Responder Einheit gründen. Diese Feuerwehr habe das aber nicht für erforderlich erachtet, so dass Harthausen im Februar 2006 selbst eine First Responder Einheit aufstellte. Dass dies auch im Landkreis München trotz der guten ärztlichen Versorgung notwendig war, zeigten die Einsatzzahlen. Seit Gründung bis heute wurde der First Responder 1209 Mal alarmiert. Dieser ist in der Regel vor Eintreffen der anderen Rettungsdienste vor Ort und kann sofort mit den lebensrettenden Maßnahmen beginnen.

Unter Mende nahmen auch die Aus- und Weiterbildung sowie der Mitgliederstand zu. Der Frauenanteil beträgt mittlerweile 14 Prozent. Das Amt ist auch mit unpopulären Maßnahmen verbunden, wenn ein Kommandant Entscheidungen treffen muss, die manchen nicht gefallen. Dies sei in einer kleineren Ortschaft immer problematisch, da er das soziale Umfeld seiner Mitglieder kenne. „Darum ist Menschenführung ein wichtiger Bestandteil des Amtes“, betont Mende.

Freilich habe er auch schwere Einsätze in seiner Amtszeit erlebt, wobei Verkehrsunfälle einen großen Anteil hatten. Der schwierigste Einsatz sei ein Verkehrsunfall mit vier Todesopfern gewesen. Ein fester Bestandteil sei auch der Besuch von Kindergärten und Schulen bei der Feuerwehr. Ziel ist die Sensibilisierung für mögliche Brandgefahren und das Erlernen eines sicheren Umgangs mit dem Element Feuer.

Markus Mende war kein Einsatz zu schade. Nur einmal habe er einen Einsatz abgelehnt: Als um 23.30 Uhr ein Anruf kam, dass eine Libelle im Schlafzimmer sei und das Ehepaar beim Schlaf störe. Stolz mache ihn, dass der Stellenwert der Feuerwehr Harthausen in der Gemeinde gestiegen sei. Dies könne man besonders bei Veranstaltungen erleben. „Wenn die Feuerwehr ruft, kommen die Bürger.“

Bis zur Neuwahl wurde Mende des Öfteren aufgefordert, sich wieder zu Wahl zu stellen. Das sei wohl lobenswert, doch er will bei seiner reiflich überlegten Entscheidung bleiben. Allerdings würde er gerne auch weiterhin Ämter bei der Feuerwehr übernehmen. Lehrgänge und Ausbildung hat er dazu genügend.

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