Der härteste Kampf der HSG

Verein steigt in deutsche Elite auf - Aber: Putzkosten gefährden die Existenz

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Um in der Handball-Elite mitzuspielen, müssen die „Würmtaler Wildkatzen“ Haftmittel benutzen, um beim Wurf genug Grip zu haben.

Gräfelfing - Die „Würmtaler Wildkatzen“ sind auf der Überholspur, doch der Erfolg wird von der finanziellen Situation überschattet: Die Reinigungskosten treiben den Verein in den Ruin

Fragt man Benedikt Waterloo nach seinem Saisonfazit, kommt der Leiter der Handballspielgemeinschaft (HSG) Würm-Mitte nicht mehr aus dem Schwärmen. Die erste Damenmannschaft hat den Aufstieg in die 3. Bundesliga gemeistert, die Herren sich in die Bayernliga gespielt. „Damit gehören wir zu den Top-Vereinen in Bayern“, sagt Waterloo.

Doch ungetrübt ist die Freude nicht. Denn gleichzeitig steuert die HSG auf den finanzielles Ruin zu. Der Grund: Die Gemeinde Gräfelfing will ab Juli ihren Teil der Reinigung der Sporthalle am Kurt-Huber-Gymnasium nicht mehr zahlen. Rund 30 000 Euro jährlich koste es, den Hallenboden von dem Harz zu befreien, das die Spieler als Haftmittel für die Hände benutzen. Wände, Türklinken und Umkleiden reinigt der Verein selbst, beim Boden dürfe er es aus Haftungsgründen nicht, sagt Waterloo. 

Benedikt Waterloo ist der Leiter der Handballspielgemeinschaft (HSG) Würm-Mitte. Er ist überglücklich über den Aufstieg der „Würmtaler Wildkatzen“, doch die finanzielle Situation bereitet ihm Bauchschmerzen.

Das Problem: „In der 3. Liga ist Harz Vorschrift. In der Bayernliga der Männer benutzen es auch alle.“ In anderen Hallen, etwa in Planegg, ist das Haftmittel ganz verboten. Um die Kosten allein zu stemmen, müsste jedes der circa 400 HSG-Mitglieder jährlich 100 Euro mehr zahlen – dann rechne er mit einer „massiven Austrittswelle“, so Waterloo in einem Schreiben an Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG). Und auch Sponsoren seien für solch hohe Summen kaum zu gewinnen. „Wenn sich keine Lösung findet, können wir noch maximal zwei Monate mit Notfallbudgets überbrücken“, warnt Waterloo vor der Auflösung. 

Eine Antwort auf seinen Brief hat er bislang nicht bekommen. Gegenüber Hallo teilt Wüst mit, dass die Kostenübernahme „wohl nicht“ das Aus des Handballsports bedeuten würde. Andere Vereine kämen auch ohne Haftmittel aus. Sie hingegen könne Zahlungen dieser Höhe ohne Gemeinderatsbeschluss nicht mehr als laufende Verwaltungskosten abrechnen. „Da die Bodenreinigung aber sehr aufwendig ist, (...) dazu noch Wochenend-, Sonntags- und Nachtzuschläge kommen, ist die Reinigung verhältnismäßig teuer“, so Wüst. 

Für Benedikt Waterloo ist das Quatsch. „Andere Vereine schaffen das Putzen mit einer 450-Euro-Kraft.“ Immerhin stellt Wüst dem Verein einen Zuschuss zu den Kosten in Aussicht. „Aber in gewisser Weise sind auch sicherlich die Handballer selbst in der Pflicht.“

Romy Ebert-Adeikis

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