Jung, jünger, Jonathan

Dieser Gräfelfinger startet sein Mathe-Studium mit 14 Jahren

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Der Gräfelfinger Überflieger Jonathan startet mit 14 Jahren sein Mathe-Studium an der Technischen Universität München.

Gräfelfing – An der Hochschule wollte man seiner Anmeldung erst nicht trauen: Jonathan Plenk ist 14 Jahre alt und ab Montag der jüngste Student, den es an der Technischen Universität München je gegeben hat

Rund 7000 junge Erwachsene beginnen jedes Jahr an der TU München ein Studium. Ab Montag startet auch Jonathan Plenk in die ersten Kurse: Mit seinen 14 Jahren ist der Gräfelfinger der jüngste Student, den die Universität je hatte. So jung, dass er sich fast nicht für sein Mathe-Studium anmelden konnte.

„Ich konnte online mein Geburtsdatum nicht eingeben. Da kamen immer Fehlermeldungen“, erzählt Jonathan mit einem Schmunzeln. Das hängt laut TU-Sprecher Andreas Schmidt mit einer obligatorischen Plausibilitätsprüfung für unter-14-jährige Studienanwärter zusammen. Konkrete Vorbereitungen für den Überflieger hat die TU aber nicht getroffen. Für eine gesonderte Beaufsichtigung sei das Personal laut Schmidt auch gar nicht ausgebildet. „Da der Minderjährige trotz seiner Jugendlichkeit eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, ist aber davon auszugehen, dass er eine überdurchschnittliche Reife hat.“

Überdurchschnittlich reif war Jonathan schon als Kleinkind. „Mit zwei Jahren hatte er ein Steckpuzzle mit Buchstaben und Zahlen. Er konnte sie alle benennen, und es hat keine Minute gedauert, da war er damit fertig“, erinnern sich seine Eltern. Mit drei Jahren konnte Jonathan lesen, schreiben und rechnen. Als er mit vier Jahren eingeschult wurde, sprang er nach einem halben Jahr direkt in die zweite Klasse. Dann empfahl die Schule der Familie auch, ihren Jungen auf Hochbegabung zu testen. Das Ergebnis: Ein IQ von 145. Ab 130 gilt man als hochbegabt.

Mit älteren Klassenkameraden hatte er nie Probleme

Auch die vierte und siebte Klasse durfte Jonathan überspringen. Diesen Sommer hat er – als 13-Jähriger – sein Abitur am Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium mit der Note 2,0 bestanden. „Das Abitur ist schon anspruchsvoll, aber mit einer guten Vorbereitung machbar“, sagt der Gräfelfinger bescheiden. „Für mich fühlte sich meine Schullaufbahn ganz normal an.“ Probleme, mit Älteren zu lernen, hatte er bisher nie. „Das hat vor allem in der Oberstufe immer super funktioniert.“

Vor dem Studium hat er trotzdem Respekt. „An der TUM schaffen nur 70 Prozent das Mathe-Studium. Das wird sicherlich eine große Herausforderung“, so Jonathan. Denn der 14-Jährige klebt mitnichten nur hinter Büchern. Er trainiert zweimal wöchentlich Tennis, spielt Klavier, engagiert sich bei der Kirche und trifft sich gern mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft. „Einfach so zum Abhängen“, wie er sagt.

Dafür wird Jonathan ab sofort wohl weniger Zeit haben, wenn er jeden Tag mit Fahrrad und U-Bahn nach Garching pendeln muss. Wenn alles gut geht, hat er mit 17 seinen ersten Abschluss in der Tasche. Mit 19 könnte er sogar schon Master sein. Und dann? „Vielleicht gehe ich in die Wirtschaft, aber das kann sich alles noch ändern“, sagt der 14-Jährige. Passenderweise hat er sich als Nebenfach Betriebswirtschaftslehre ausgesucht – das Fach, das auch seine Eltern einst studiert haben.

Romy Ebert-Adeikis

Studenten unter 18 Jahren

Seit der Einführung von G8 und der Abschaffung der Wehrpflicht studieren immer mehr Minderjährige – auch an der TU München. Seit 1999 haben dort 367 Jugendliche ein Studium begonnen. Neun davon waren 16 Jahre oder jünger. Alle Minderjährigen müssen von ihren Eltern bei der Einschreibung zum Studium vertreten werden, dann dürfen sie allein agieren.

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