Regierung lockert Baustopp

Zehn Asylbewerberunterkünfte dürfen fertiggestellt werden

In dem ehemaligen Gewerbegebäude in der Hans-Pinsel-Straße sollen Ende des Jahres 150 bis 170 Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf bekommen.
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In dem ehemaligen Gewerbegebäude in der Hans-Pinsel-Straße sollen Ende des Jahres 150 bis 170 Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf bekommen.

Mitte April ordnete die Regierung von Oberbayern den sofortigen Stopp aller Baumaßnahmen für weitere Flüchtlingsunterkünfte an. Doch jetzt gibt es Ausnahmen: Zehn nahezu fertiggestellte Einrichtungen im Landkreis München gibt die Regierung frei. Das Landratsamt reagiert erleichtert auf diese Nachricht.

Für das Landratsamt kam es Mitte April unerwartet: Die Regierung von Oberbayern ordnete den sofortigen Baustopp aller Baumaßnahmen für neue Flüchtlingsunterkünfte an — einer Wirtschaftlichkeits- und Bedarfsprüfung sollten alle Projekte zunächst unterzogen werden.

Jetzt — zwei Monate später — gestattet die Regierung dem Landkreis den Bau von zehn Unterkünften in sieben Kommunen, die in der Planung bereits weit fortgeschritten sind oder deren Bau bereits begonnen hat. Sieben dieser Einrichtungen befinden sich im Osten und Südosten des Landkreises, allein vier davon in Oberhaching. Ebenfalls auf der Liste stehen Haar, Otto- brunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn sowie Unterhaching. 1500 Menschen können damit bald aus den Notunterkünften ausziehen.

Landrat Christoph Göbel reagiert erleichtert auf diesen „ersten Schritt“. Er freue sich sehr über die Nachricht „zum einen, weil wir sowohl den Menschen in den Notunterkünften als auch unseren Projektpartnern wieder eine Perspektive bieten können“, gibt er in einer Pressemitteilung bekannt. Des weiteren sei damit der Weg wieder geöffnet, um auf mögliche weitere Zugänge von Flüchtlingen bestmöglich vorbereitet zu sein. Rund 2000 Menschen leben derzeit im Landkreis in prekären Unterkünften, wie beispielsweise Traglufthallen oder Containeranlagen. „Die Verträge dazu laufen nach und nach aus“, erklärt Christina Walzner vom Landratsamt. Für den benötigten Ersatz sei der Landkreis auf die Freigabe der projektierten Vorhaben dringend angewiesen. Die Menschen müssen, so das Landratsamt, ja irgendwo hin, wenn die Traglufthallen geschlossen werden.

Mit der Freigabe der zehn Projekte ist diese Sorge nun etwas gemildert. Diese sind:

– Haar, Hans-Pinsel-Straße

– Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Ottobrunnerstraße

– Ismaning, Mayerbachstraße

– Oberhaching, Äußerer Stockweg

– Oberhaching, Ödenpullacher Straße

– Oberhaching, Holzstraße

– Oberhaching, Sommerfeld

– Ottobrunn, Kathi-Weidner-Weg

– Unterföhring, Bauhofstraße

– Unterhaching, ehemaliges Bundeswehrgelände

Dennoch hofft der Landkreis darauf, in den 29 Städten und Gemeinden an noch weiteren Projekten, die sich derzeit in der Planung befinden, weiter arbeiten und sie realisieren zu können.

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