Yes, Frau kann Fußball!

Das richtige Timing ist die halbe Miete: Mit dem Tag des Mädchenfußballs warb der TSV Neubiberg dieser Tage für die weibliche Seite des Deutschen Nationalsports. Foto: Charly D

Sie wissen ganz genau, was Abseits ist. Oder eine Schwalbe. Ein Winkelknaller. Oder ein Fallrückzieher. Denn sie sind Frauen, die Fußball spielen, Mädchen voller Antrittspower, die starke „Feminine Variante“ in einer ursprünglich reinen Männer-Sport-Domäne. Dieses Jahr knallen sie ganz besonders oft „das Runde ins Viereckige“, denn es ist Frauen-Fußball-WM 2011 und Germany schießt sich ein um seinen 3. WM-Titel – Toooooor!

Und dies nicht nur in den großen Fußball-Stadien und vor den TV-Bildschirmen, privat zu Hause oder beim beliebten Public Viewing, wo berühmte Autorennen und spannende Krimis derzeit im Abseits stehen und weinen, sondern auch auf den grünen Rasenflächen der vielen Sportvereine, sofern sie eine Fußball-Riege haben, und zwar eine weibliche. Denn bereits im Jahre 2009 hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) anlässlich der bevorstehenden Frauen-Fußball-WM 2011 im eigenen Land die Schul- und Vereinskampagne „Team 2011“ mitsamt dem „Tag des Mädchen-Fußball“ ins Leder-Leben gerufen, um den Frauen- und Mädchen-Fußball populärer zu machen und nachhaltig zu fördern. Motti: 20ELF von seiner schönsten Seite“ und „Wie Eva aus dem Abseits kam  …“ Tatsächlich kamen sie am vergangenen Dienstagnachmittag (28. Juni) auf dem Fußball-Grün des Unterbiberger Sportparks an der Zwergerstraße ganz groß raus. Damen- und Jugend-Fußballtrainer Michael „Michi“ Killi (45), selbst Vater seines kickenden Zwillingspärchens von 14 Jahren und großer Schießwut, eine Art „Unterbiberger „Jogi Löw“ sozusagen und voll im „WM-Spirit mit Maskottchen Karla Kick“, hatte rund 30 Kids zwischen 7 und 14 Jahren zum „Fußball-Schnuppern“ um sich versammelt. Alles nicht neu! Bereits anno 1930 wurde im südamerikanischen Uruguay die erste Frauen-Fußball-WM ausgetragen und in Deutschland von der damals erst 17-jährigen Frankfurter Metzgerstochter Lotte Specht der „1. Deutsche Damen-Fußball-Club, 1. DDFC“ gegründet. „Mit der Würde und dem Wesen der Frau vereinbar“, so hieß es seinerzeit in darob empörten Männer-Fußball-Kreisen. Und: „Treten ist spezifisch männlich!“ Und es gab Einwände, wie „Viel zu schwerer Ball, viel zu großes Sportfeld, viel zu lange Spielzeit! Großes Mitleid mit diesen armen weiblichen Geschöpfen – warum machen die das bloß mit?“ Als Lotte Specht im Jahre 2002 ihre „1. Himmels-Elf“ zusammenstellte, blicke sie voller Genugtuung auf die Welt herab, in der Deutschlands Fußball-Gigantinnen trotz aller playboyfotohaften Weiblichkeit bereits zweimal die WM erballert hatten, zusammengetreten und eingeköpft. Und sich jetzt aufs dritte Mal vorbereiten mit La Ola, Goal und Toooooor! Yes, Frau kann Fußball! „Hauptsache“, sagt Michi Killi, der nicht nur über zwei Kicker-Kids, seine schussfreudige Ehefrau Anita und rund 300 torfreudige jugendliche Fußballer beiderlei Geschlechts seine schützende Trainerhände hält, „sie haben Spaß an unserem schönen Sport, die genießen das Leben in der Gemeinschaft, und sie kommen verletzungsfrei aus jedem Spiel, wohlgemerkt: Spiel, wieder nach Hause!“ Ingeborg

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