In die wichtigste Ressource investiert

Stephan Kern, erster Bürgermeister der Gemeinde Brunnthal

Brunnthals 1. Bürgermeister zum Jahreswechsel

VON STEFAN KERN Aus der Bewertung unserer jetzigen ganzheitlichen Situation im Abgleich mit den zukünftigen Erfordernissen und Wünschen ergeben sich die Zielsetzungen für das kommende Jahr. Im Bereich Bildung hat die Gemeinde enorme Investitionen getätigt, und teilweise noch vor sich. Die Grundschule Brunnthal wurde für 5 Mio. Euro generalsaniert und erweitert. Die Kosten für Neubau, Erweiterung und Generalsanierung der Realschule und der Gymnasien des Zweckverbandes in den vergangenen und zukünftigen Jahren dürften rund 100 Mio. Euro betragen. Hier wird ein Investitionsvolumen für mindestens eine Generation bewältigt. Unser Schüleranteil liegt bei rund 6 bis 7% der Gesamtschüler der sieben Gemeinden, abzüglich der Kreis- und Staatszuschüsse von insgesamt rund 40 Mio. Euro. Hier wurde viel in die wichtigste deutsche Ressource investiert: gut ausgestattete Bildungsstätten. Die Kleinkindbetreuung ist bedarfsdeckend bis 2013 zur Pflichtaufgabe der Gemeinden geworden. Seit 2008 haben wir daher jährlich mindestens eine weitere Gruppe gebaut und in Betrieb genommen. Mit den bisherigen fünf Gruppen, und der Altersöffnung der Kindergärten (für Kinder unter 3 Jahre) können wir aber den wohl weiter steigenden Bedarf bis 2013 immer noch nicht decken. Deshalb wurde ich vom Gemeindetrat mit Grunderwerbsverhandlungen beauftragt, der in Brunnthal Kapazität für zwei bis drei Gruppen schafft. Mit dem geplanten Ausbau könnten dann für rund die Hälfte aller Ein- bis Dreijährigen ein Platz sichergestellt sein, und damit erst einmal ausreichen. Die staatliche Schätzung des Bedarfes für 35 % der Kinder ist schon jetzt zu gering und von der Gemeinde bereits erfüllt. Nach einem sehr erfolgreichen „Einheimischenmodell“ mit Doppelhaushälften für Familien soll nun auch ein Wohnmodell mit barrierefreien Wohnungen für ältere und junge Menschen ins Leben gerufen werden. Ein Arbeitskreis hat sich darüber schon Gedanken gemacht und die Realisierung dieses Generationenhauses beim nächsten Bebauungsplan empfohlen. Es hat sich gezeigt, dass hier der Bedarf gewachsen ist, um in der Gemeinde entsprechenden Wohnraum für jedes Alter und jeden Geldbeutel bieten zu können. Dazu sollen noch Räume für einen ambulanten Pflegedienst bereitgestellt werden. Soziale Bindungen festigen sich im Laufe der Zeit. Das Gemeindeleben wird also dadurch bereichert, wenn sich möglichst viele Menschen möglichst gut kennen und schätzen. Soll man hier von der Jugend bis ins hohe Alter leben, braucht man auch für alle Altersabschnitte die entsprechenden Wohnverhältnisse. Der Lebenswert wird aber nicht nur von Freundschaften bestimmt. Gute Erreichbarkeit der Arbeit und der täglichen Dinge des Lebens spielen hier ebenso eine wichtige Rolle. Neben unseren Lebensmittelhändler „Talat“ in Brunnthal, sowie den vielen Läden und Freizeitanlagen im gemeindlichen Norden, soll nun auch der Süden einen Lebensmittelmarkt in Hofolding bekommen. Das Bauleitverfahren ist eingeleitet und eine renommierte Kette hat sich hier vertraglich verpflichtet. Die Nahversorgung sollte bis spätestens 2013 damit wieder ein großes Stück vorangebracht worden sein. Die Feuerwehr Hofolding konnte schon im Juli ihr neues und modernes Gerätehaus einweihen. Auch der Hofoldinger und Faistenhaarer Burschenverein sowie die Hofoldinger Musikanten haben hier ein großzügiges „Heim“ bekommen. Weniger freudig wurde der Planentwurf zum Kiesabbau am südlichen Ortsrand von Hofolding durch den Regionalverband entgegen genommen. Die Gemeinde hat alle Argumente gegen diesen Standort auch zum Schutz der benachbarten Biolandwirtschaft vorgebracht, insbesondere deshalb weil die Gemeinde schon stark durch den Kiesabbau und dessen Verarbeitung östlich von Faistenhaar und Kirchstockach mit Immissionen belastet werden. Der Planungsverbandsvorsitzende hörte die Argumente des Gemeinderates und so sind wir um die Beachtung dieser Einwände dankbar. Die Möglichkeit zur Fortentwicklung des Kirchstockacher Kieswerksgeländes in ein höherwertiges Gewebe wird derzeit im Dialog zwischen Bürgern, Eigentümer und Gemeinde geprüft. Der Anfang mit einer stark angespannten und emotional vorbelasteten Ortsbürgerversammlung hat im Dialog Verständnis für die jeweils andere Seite gebracht, erfordert allerdings auch viel Zeit. Wenn am Ende das richtige Ergebnis heraus kommt, das alle akzeptieren können, sollte der Aufwand gerechtfertigt sein. Gerne bin ich hierbei der Moderator. Lange hat es auch gedauert, bis Lärmschutz an den Autobahnen A 8 und A99 nun endlich in Angriff genommen werden konnte. An der A99 hat die Gemeinde schon seit vielen Jahren den Schutz von der Autobahndirektion wegen der zu hohen Emissionen eingefordert. Nun läuft die Planfeststellung zum Lärmschutzbau, der schon in der Planfeststellung zum Bau der Autobahn 1975 grundsätzlich nötig gewesen wäre. Für 36 Jahre zu viel Lärm wird die Anlage nun wenigstens aktuellen Anforderungen gerecht. An der A 8 konnte die Gemeinde nach jahrelangen Rechtsstreit endlich mit dem Bau südlich der Otterloher Straße beginnen, wird aber wohl noch einige Probleme auf der Nordseite lösen müssen, damit die Anlage fertig gestellt werden kann. Vorrang sind niedrige Kosten, und nicht die schnelle Realisierung. Für die Zukunft sehe ich nicht nur bei der Gemeinde ein großes Aufgabengebiet im Bereich der neuen Energiewende. Regenerative Energieerzeugung durch Geothermie, Windkraftanlagen und Photovoltaik erfordern die Bereitstellung der Rahmenbedingungen. Der Netzausbau und die Speicherung von Energie wird die Gemeinde bei ihren Planungen stets berücksichtigen müssen. Wir alle müssen versuchen Energie zu sparen, und möglichst effizient damit umzugehen, selbst die Potentiale im Umfeld prüfen und möglichst bald erschließen: sparsamere Geräte kaufen, Häuser dämmen, unnötige Energieverbrauch abstellen. Es wird jedem selbst finanziell zu gute kommen, und der Menschheit und unseren Kindern durch längere Verfügbarkeit der Ressourcen und Verlangsamung des Klimawandels. Ich wünschen Ihnen allen fviel Glück und Freude im neuen Jahr 2012. Stefan Kern Erster Bürgermeister der Gemeinde Brunnthal

Auch interessant:

Meistgelesen

Politiker vor Ort: Bundestagsabgeordneter Jimmy Schulz (FDP) aus Hohenbrunn im HALLO-Interview
Politiker vor Ort: Bundestagsabgeordneter Jimmy Schulz (FDP) aus Hohenbrunn im HALLO-Interview
Vierparteien-Bündnis in Brunnthal will Jürgen Gott aus Hofolding als Bürgermeister
Vierparteien-Bündnis in Brunnthal will Jürgen Gott aus Hofolding als Bürgermeister
Betreuung soll in Neubiberg ausgebaut werden
Betreuung soll in Neubiberg ausgebaut werden

Kommentare