„Da werd’ ich narrisch langsam“

Der Friedhof, die Straßenbeleuchtung sowie ein Name für die Straße, die zum Gymnasium führen soll, waren einige Themen auf der langen Tagesordnung des Bauausschusses von Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

Keine Befürworter fand Florian Sepp (UB) für seinen Antrag zur Erweiterung respektive eines Neubaus der Aussegnungshalle auf dem Siegertsbrunner Friedhof. Am Ende der Diskussion im Bauausschuss stimmte der Dritte Bürgermeister als einziger für die Maßnahme. Wie berichtet, soll der Friedhof bei der Wallfahrtskirche St. Leonhard vergrößert werden. Die Aussegnungshalle sei dann zu klein, argumentierte Sepp. „Man sollte gescheit erweitern und keine halben Sachen machen“, forderte der UB-Gemeinderat. Der Anteil der Katholiken in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sei gesunken. Doch Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) sah keine Notwendigkeit für eine Erweiterung. Die bestehende Regelung, dass etwa Nichtchristen die größere Aussegnungshalle in Höhenkirchen nutzen können und die Beerdigung dann in Siegertsbrunn stattfinde, sei zumutbar. Darüber hinaus biete das Areal nicht genügend Platz, eine erweiterte Halle würde zu einem „langen, dünnen Schlauch“. Dabei sei der Vorteil an dem Friedhofs-Gelände, „dass es sich um ein schönes Ensemble handelt“. Vor allem aber komme Sepp viel zu spät mit seinem Antrag, warf Mayer dem Dritten Bürgermeister vor. Zweimal hätten die Gemeinderäte die Pläne vorgelegt bekommen – zweimal habe es einen einstimmigen Beschluss gegeben, also auch Sepp habe sie für gut befunden. „Da werd ich narrisch langsam“, sagte die Rathauschefin und Sepp entgegnete achzelzuckend: „Frau Mayer, dann werden Sie eben narrisch.“ Seiner Meinung nach handle es sich um eine „Fehlplanung“. Es werde Licht Ein weiteres Thema war die Straßenbeleuchtung. Die mehr als 30 Jahre alten Lampen an der Esterwagnerstraße in Höhenkirchen sollen abgebaut und durch umweltfreundlichere Modelle ersetzt werden. Der Beschluss dafür fiel einstimmig aus. Die Straße sei sehr stark frequentiert, da sie direkt zum S-Bahnhof führt. Wenn das Gymnasium im September den Betrieb aufnehme, würde sie von noch mehr Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern genutzt, erklärte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) die rund 25.000 Euro teure Maßnahme. Zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer in der Dämmerung und Dunkelheit sei eine neue Straßenbeleuchtung „unabdingbar“ geworden. Welche Modelle am besten geeignet sind, darüber hat sich der Arbeitskreis Energie und Umwelt schlau gemacht. Dessen Leiter Manfred Dziewas empfahl den Gemeinderäten eine dimmbare LED-Leuchte. Eine Premium-Version dieser Lampen, die den Vorteil hätten, dass sie zentral am Computer gesteuert werden können, sei derzeit noch zu teuer. „Aber man kann sie ohne Mehrkosten nachrüsten“, sagte Dziewas. „Mit steigenden Stückzahlen werden die Preise dramatisch fallen.“ Carl-Orff-Straße Auseinander gingen die Meinungen bei der Suche nach einem Namen für die Straße, die zum Gymnasium führen soll. Das Gremium einigte sich schließlich auf einen Vorschlag, der zunächst gar nicht vorgesehen war. Carl-Orff-Straße soll die künftige Verbindung von der Bahnhofstraße zur Schule heißen. Weitere Vorschläge gab es zuhauf. Kinder hatten in einem Schreiben an die Bürgermeisterin die Benennung nach großen kulturellen Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Lindgren, Beethoven oder Schubert angeregt, während die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Landesgruppe Bayern, an die „frühere Heimat“ der Sudetendeutschen erinnern wollte. Die Empfehlungen lauteten beispielsweise Marienbader Straße, Schlesienstraße oder Breslauer ­Straße. Bei der CSU fand einer von mehreren Vorschlägen des Höhenkirchner Ortschronisten Günther Schmid besonders viele Befürworter. Schmid hatte angeregt, die Straße schlicht „Am Gymnasium“ zu nennen. „Einfallslos“, urteilte dagegen Dritter Bürgermeister Florian Sepp (UB) und gab zu bedenken, dass der Haupteingang der Schule, die im September den Betrieb aufnimmt, gar nicht an der neuen Straße liegt. Schließlich sprach sich der Bauausschuss dafür aus, den Weg zum Gymnasium nach dem Münchner Komponisten Carl Orff (1895 bis 1982) zu benennen. hei

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