Vorplanungen für Rathauserweiterung und -sanierung in Neubiberg abgeschlossen

Die nächste Projektphase ist eingeläutet

Das Neubiberger Rathaus soll erweitert und saniert werden.
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Der Neubiberger Gemeinderat hat im Juli die Vorplanungen für die Rathauserweiterung- und sanierung abgeschlossen. Die Bauarbeiten sollen im dritten Quartal 2022 beginnen.
  • VonIris Janda
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Der Neubiberger Gemeinderat hat in seiner der Juli-Sitzung den nächsten Schritt im Rathausprojekt eingeläutet. Nach derzeitigem Zeitplan ist mit einem Baubeginn im dritten Quartal 2022 zu rechnen.

Neubiberg - Mit dem Gemeinderatsentschluss sind nun die Vorplanungen für die Rathaus-Erweiterung und -sanierung in Neubiberg abgeschlossen. „An diesem Punkt waren wir schon vor zwei Jahren“, blickt Planer Ferdinand Weiss auf den turbulenten Projektverlauf zurück. Nachdem die Kosten von geplanten 20 Millionen auf 26 Millionen Euro angestiegen waren, stoppte das Gremium 2019 das Vorhaben. Durch Überarbeitung der Planungen und enge Absprachen mit den Gemeinderäten im Rahmen von Workshops konnten Planer und Architekt die Zielsetzung einhalten – eine fristgerechte Umsetzung des Raumprogramm innerhalb des Kostenrahmen. Abzustimmen war nun lediglich über mehrere „Add-ons“. Weiss erklärte: „Das sind keine Inhalte, die für Betrieb des Rathauses in irgendeiner Art und Weise benötigt werden.“

Im Sonderausschuss Verwaltungsgebäude und Digitalisierung (VGDA) wurden bereits bis auf die mechanische Belüftung für alle Büroräume alle Add-ons positiv beschieden. So sollten die Außenanlagen mit Trinkwasserbrunnen, Wasserspiel, der Aufwertung des Parkplatzes Süd und der Ertüchtigung der Promenade verbessert werden. Außerdem wurde einer PV-Anlage auf dem neuen Flachdachbereich des Rathauses zugestimmt. Einigkeit bestand darüber, dass die Freiflächen-Themen auf mögliche Kostenreduzierung hin überprüft werden sollen.

Trotz der Vorab-Abstimmung im Ausschuss gab es in der Gemeinderatssitzung noch viel Diskussionsbedarf. Über zwei Stunden und mit kurzer Pause zur Beratung diskutierten die Räte über den Tagesordnungspunkt. Dabei ging es allerdings weniger um die zur Abstimmung stehenden Themen als über neu aufkommende Fragestellungen.

Vor allem der geplante KfW-Energiestandard 55 sorgte für längere Diskussion. Insbesondere die Grünen-Rätinnen Lucia Kott und Pascale Kollwitz-Jarnac kritisierten, dass der Bau nicht auch KfW 40 geprüft wurde. „Wie will die Verwaltung mit diesem Standard bis 2035 klimaneutral werden?“, kritisierte Kollwitz-Jarnac. Sie plädierten dafür, die effizientere Energieklasse für das Projekt zu überprüfen.

Der geplante KfW55-Standard wurde vom alten Projekt ins aktuelle übernommen und sei über das hinaus, was gesetzlich gefordert sei, wie die anwesenden Planer betonten. Mit einem höheren Energiestand würden die Anforderungen an Gebäudehülle und -technik steigen. Es wäre gut möglich, dass der durch die Überplanung reduzierte Gebäudeumfang dann wieder größer werden würde, erklärte Architekt Jan Spreen. „Das zieht einen großen Rattenschwanz nach sich“, meinte er und Projektplaner Weiss fügte hinzu: „Es hätte auf jeden Fall sicher Auswirkungen auf den Zeitplan.“

Daneben sorgte auch ein weiterer Aspekt für Verwunderung. „Mich schockiert, dass der Gemeinderat keinen Platz im neuen Rathaus haben wird“, erklärte Elisabeth Gerner (SPD). Der Ratssaal seit bei einem Workshop im Oktober 2020 im Zuge der Verkürzung des Erweiterungsbaus aufgegeben worden, wusste Bauamtsleiter Christian Einzmann. „Wir haben das so entschieden, weil es hohe zusätzliche Kosten bringen würde. Die Ausschüsse können im Rathaus tagen. Aber wir haben nur acht Gemeinderatssitzungen im Jahr und das HfW mit einem großen Raum gleich gegenüber“, erklärte Bürgermeister Thomas Pardeller die damalige Entscheidung.

Bei dem Großteil der Gemeinderäte bestand Einigkeit, dass das Projekt wie jetzt vorliegend beschlossen werden soll. „Wir können nicht weiter nach der eierlegenden Wollmilchsau suchen“, stellte CSU-Fraktionssprecher Léon Bogner klar. „Wir drehen uns immer weiter im Kreis. Das wird langsam absurd.“ Stephanie Konopac (FW) stimmte ein: „Ich bin dafür, dass wir bei KfW55 bleiben. Man kann es immer noch besser und schöner machen, aber sonst drehen wir uns im Kreis.“ Wenn die Mehrheit im Gemeinderat das wolle, könne ein Antrag zur Überprüfung von KfW40 gestellt werden, erklärte der Rathauschef. „Aber die, die das wollen, müssen sich klar sein, dass es mehr kostet und wir aus dem Zeitplan raus fallen.“

Nach kurzer Besprechungen stimmten auch Grüne und SPD „zähneknirschend“ dem jetzigen Entwurf mit KfW55 zu. „Wir sind uns der Tragweite bewusst, die es bedeuten würde, wenn wir das jetzt stoppen“, erklärte Lucia Kott den Entschluss.

Die eigentliche Abstimmung zu den Add-ons ging dann ganz schnell, fiel aber anders als im Ausschuss aus. Nicht nur PV-Anlage, auch die mechanische Belüftung, von der Verwaltung dringend empfohlen, wurde einstimmig bewilligt. Auch für Trinkwasserbrunnen und Wasserspiel auf dem Rathausvorplatz fand sich eine Mehrheit. Die Aufwertung von Parkplatz und Promenade wurden dagegen abgelehnt.

Iris Janda

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