Vorbildliches Bildungsangebot

Günter Heyland, erster Bürgermeister der Gemeinde Neubiberg

Neubibergs 1. Bürgermeister zum Jahreswechsel

VON GÜNTER HEYLAND Liebe Bürgerin, lieber Bürger, in der letzten Bürgerversammlung stellte ich die Frage, wann unsere Gemeinde als erfolgreich bezeichnet werden kann? Ich denke, sie ist dann erfolgreich, wenn es uns gelingt, die Lebensqualität in punkto Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Bildung, Betreuung und Freizeit ausgeglichen und dynamisch weiterzuentwickeln. Allerdings nur, wenn die Entscheidungen in eine sparsame Haushaltsführung und eine nachhaltige, umwelt- und klimaverträgliche Bau- und Verkehrsplanung eingebettet sind. Nehmen wir zum Beispiel den steigenden Bedarf an Kinderkrippenplätzen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Er führt dazu, dass die Gemeinde im Rekordtempo, also bis August 2013, 96 neue Krippenplätze schaffen muss. Eine Aufgabenstellung übrigens, die nicht nur der gesetzlichen Verpflichtung geschuldet ist, sondern dem gesellschaftlichen Wandel in unserer prosperierenden Gemeinde Rechnung trägt. Die Frage für mich als Bürgermeister und den Gemeinderat lautet daher nicht „ob“ und „warum“, sondern „wann“ und „wo“? Auf den wenigen unbebauten gemeindlichen Grundstücken am Floriansanger und am Marktplatz in Unterbiberg entstehen demnächst zwei weitere Kinderkrippen. Neu dabei ist, dass die beiden künftigen Betreiber, die AWO Kreisverband München-Land und die katholische Pfarrkirchenstiftung Sankt Michael Perlach, ihre Kindereinrichtungen selbst errichten. Der Vorteil besteht darin, dass die Gemeinde damit zwei neue erfahrene Träger erhält und zwei bedarfsgerechte Krippen mit geteilter Verantwortung für die Gebäude. Eine weitere Herausforderung stellt die Umstellung auf den notwendig gewordenen Ganztagesbetrieb in der Unterbiberger Grundschule dar. Hierfür ist das Schulhaus bereits zu klein, weshalb der dort integrierte Kindergarten mit 50 Kindern möglichst schnell umquartiert werden muss. Zum Glück kann die Gemeinde hierfür auf ihr freies Grundstück am Hallstattfeld zurückgreifen. Ebenfalls in rekordverdächtiger Bauzeit soll dort voraussichtlich ein Interimsgebäude in Holzbauweise entstehen, damit ein Umzug noch im Jahr 2012 möglich ist. Zur Zukunft des 34 Jahre alten, renovierungsbedürftigen Gebäudes am Kiem-Pauli-Weg, in welchem der katholische Kindergarten Sankt Christophorus untergebracht ist, wird die Verhandlung mit unserem Pfarrer Dr. Sylwester Walocha sicher noch im Januar eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung bringen. Das längst zu klein gewordene und von der Aufsichtsbehörde schon mehrmals beanstandete alte Feuerwehrgerätehaus in der Ramsmeierstraße kann hoffentlich 2014 in ein neues Gebäude an der Schönswetterstraße umziehen. Zusammen mit unserer hochgeschätzten Freiwilligen Feuerwehr Unterbiberg plant und bereitet der neu ins Leben gerufene gemeindliche Feuerwehrausschuss hierfür vor. Bis 2014 werden voraussichtlich auch die letzten privaten Grundstücke von den Firmen BayWoBau und Bauland bebaut. Die Gemeinde achtet hierbei akribisch darauf, dass bestehendes Baurecht keinesfalls überschritten wird und dass neben Wohnungen auch kleine Ladengeschäfte entstehen, die das bisherige Einkaufsangebot in Unterbiberg sinnvoll ergänzen. Die Zukunft der Südanbindung Perlach als verkehrsentlastende Umgehungsstraße des Neubaugebietes Vivamus hängt derzeit von einem noch ausstehenden Münchner Stadtratsbeschluss ab, der uns zeigen wird, ob die Stadt München überhaupt als verlässlicher Partner bereitsteht. Trotz der einschneidenden Wehrreform ist der Erhalt unserer Universität der Bundeswehr zum Glück gesichert. Auch in Zukunft werden etwa 3000 Studenten und 1300 zivile Beschäftigte das Campusgelände beleben. Diese fortschrittliche Lehr-, Wissenschafts- und Forschungseinrichtung ist ein Glücksfall für unsere hoch entwickelte Schulgemeinde, die 2011 durch eine Montessori-Schule erweitert wurde. Im Hinblick auf die Weiterentwicklung Neubibergs als Informations- und Kommunikationstechnologie-Standort mit namhaften Firmen wie Infineon, Intel und Lantiq wird sich unser vorbildliches Bildungsangebot sicherlich positiv auswirken. Dass Neubiberg rechnerisch wesentlich mehr Arbeitsplätze aufweist als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, spricht ebenso für einen Erfolg wie auch die Botschaft, dass wir mit 105 Arbeitslosen eine Quote von nur 1,5 Prozent vorweisen. Durch unsere umsichtige Haushaltspolitik wurden 2011 die Gemeindefinanzen vollständig konsolidiert, weshalb die Pro-Kopf-Verschuldung auf ein Rekordtief von 9,25 Euro sank. Auch die Energiewende wurde 2011 mit stattlichen Erfolgen eingeleitet. Per Vertragsabschluss mit der E.ON Wärme Bayern und der Bioenergie Taufkirchen konnten die Weichen für zwei Fernwärmeleitungen durch Neubiberg und Unterbiberg gestellt werden, die zukünftig regenerativ gewonnene Energie in unsere Haushalte und die gemeindlichen Gebäude bringen. Die ersten 140 Haushalte Auf Der Heid wurden bereits an das Netz angeschlossen. Darüber hinaus werden ab 2012 die Straßenbeleuchtung und die gemeindlichen Gebäude ausschließlich mit Ökostrom versorgt. Eine Elektrotankstelle am Floriansanger steht seit Mai 2011 zur kostenlosen Betankung von Elektrofahrzeugen bereit. 2012 erstellt die Gemeinde zusammen mit ihren Bürgern ein integriertes Klimaschutzkonzept, das den energiepolitischen Fahrplan für die nächsten fünf Jahre vorgeben wird. Unsere schier unerträgliche Verkehrssituation am Bahnübergang wurde durch den Kreuzungsumbau Äußere Hauptstraße deutlich entschärft, 2012 folgen weitere spürbare Verbesserungen in der Hauptstraße. Durch die Verringerung der Asphaltfläche entstanden mehr Grün und ein kleiner, aber feiner Bürgerpark zwischen Umweltgarten und Bahnhofswald. Die Fahrradstellplätze am S-Bahnhof wurden insbesondere für unsere Gymnasiasten von 300 auf 722 aufgestockt. An dieser Stelle möchte ich mich für die Geduld unserer Schülerinnen und Schüler bedanken, die wegen der Generalsanierung des Gymnasiums für zwei Jahre einen längeren Schulweg nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn in Kauf nehmen müssen. Unser gemeindlicher Bauhof wurde mit einem neuen Salzsilo, mehreren Kleinfahrzeugen sowie einer Leichtbauhalle ergänzt, damit der Dienst für die Bürgerinnen und Bürger noch besser funktioniert. Das Jugendzentrum Gleis 3 erhielt durch Umbaumaßnahmen einen zusätzlichen Begegnungsraum und der runderneuerte Funpark erfreut sich bei den Jugendlichen größter Beliebtheit. Wie in jedem Jahr vor Weihnachten teilte uns die Bahn auf Anfrage mit, dass sie ihren DB-Store mit einem Backshop wieder beleben werde – na dann, schaun mer mal! Das gemeindliche Grundstück an der Freiherr-von-Stengel-Straße soll 2012 an einen Investor verkauft werden, selbstverständlich mit der Verpflichtung die gemeindlichen Auflagen für eine altersgerechte Wohnbebauung, einen Supermarkt und eine Gaststätte exakt zu erfüllen. Ebenfalls strenge Anforderungen stellt die Gemeinde an die Bebauung in Neubiberg. Das Nachverdichtungskonzept, übrigens eine Pionierleistung im Großraum München, zwingt die Investoren und Grundstückseigentümer zu einer maßvollen Bebauung und zum Erhalt des grünen Charakters ihrer Grundstücke. Die erste gerichtliche Auseinandersetzung wurde mit Erfolg bestanden, was mich zuversichtlich macht, dass der Erhalt unseres gartenstadtähnlichen Charakters keine leere Versprechung bleiben wird. In diesem Zusammenhang sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Gemeinde im nächsten Jahr die bisher nur gepachteten Flächen unseres allseits geschätzten Umweltgartens und Sportzentrums vom Eigentümer für viel Geld erwerben muss, um diese Sport- und Erholungsflächen dauerhaft für Sie zu sichern. Zu all diesen positiven Nachrichten trugen Gemeinderat und Gemeindeverwaltung mit ihrer Bereitschaft zur Bewältigung eines extrem hohen Arbeitspensums erheblich bei. Doch was wäre unsere Gemeinschaft ohne die engagierten Bürgerinnen und Bürgern in unseren Kirchengemeinden, Vereinen, Organisationen und Gremien, die mit Tatkraft anpackten und zum Gemeinwohl beisteuerten. Mein herzlicher Dank gilt all denen, die für andere da waren und somit uneigennützig ihre Zeit und Energie zur Verfügung stellten. Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinde! Allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde wünsche ich Kraft und Zuversicht für das Jahr 2012. Ihr Günter Heyland Erster Bürgermeister

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