Volles Ampelprogramm für Dorfmitte

Nur gut, dass das Hohenbrunner „Brunnenmanderl“ kein Zählgerät in der Hand hat, sondern eine Flöte. Sonst müsste es tagtäglich genau ermitteln, wie viele Fahrzeuge an ihm, am Pfarrer-Wenk-Platz, vorbeirauschen. Und wenn es reden könnte, würde es von so manchem Fast-Unfall berichten. Die Rathausmitarbeiter können ein Lied davon singen. Und die Anwohner auch. Es sind Unmengen an Fahrzeugen, die sich den Weg durch Hohenbrunn bahnen.

Nun laufen die Vorbereitungen zur Umgestaltung des Pfarrer-Wenk-Platzes schon seit Jahren, um mehr Verkehrssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Bereits unter Bürgermeister Franz Zannoth (parteilos, 1994-2006) wurden Planungen angestrebt. Sogar von einem Kreisverkehr war die Rede. Als probates Mittel der Wahl wurde eine Vollampelanlage überlegt. Schließlich gab es mal aufgrund der Autobahnbauarbeiten an Ort und Stelle kurzzeitig eine solche, anhand der abzusehen war, wie der Verkehr zu bändigen ist. Im April 2009 stellte die SPD-Fraktion einen Antrag, eine technisch effizient gesteuerte Voll-Ampelanlage am Pfarrer-Wenk-Platz zu installieren. Doch die eigentliche Entscheidung hinsichtlich des Umbaus blieb bis zuletzt spannend. In der jüngsten Vollversammlung war im Verlauf der kontrovers und lange geführten Diskussion nicht klar, ob sich eine Mehrheit für eine Vollampelanlage in der Dorfmitte einschließlich der entsprechenden Umbauten findet. Tatsächlich votierten dann dreizehn Gemeinderatsmitglieder für das Projekt. Mehr Sicherheit Größtenteils wird das Vorhaben von der Bundesrepublik Deutschland und vom Landkreis München getragen. Laut Heinz Fütterer vom Vermessungsbüro „Scherer und Kurz“ belaufen sich die Kosten für die Gesamtmaßnahme auf 210.000 Euro. Hochkarätig war die Riege der Ansprechpartner in der Gemeinderatssitzung. Neben Stephan Gruber vom Staatlichen Bauamt Freising (in dem das Münchner Straßenbauamt aufgegangen ist) nahm auch Professor Harald Kurzak an der Sitzung teil. Gruber wies darauf hin, dass die Veränderungen im Kreuzungsbereich der Bundesstraße B 471 (Putzbrunner/Taufkirchner Straße), der Kreisstraße M 25 (Dorfstraße) und der Jäger-von-Fall-Straße vor allem aufgrund der Verkehrssicherheit erfolgen sollen. Dabei möchten aber die Verantwortlichen die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes erhalten. Nach der Realisierung könnten Fußgänger, aber anders als bisher, mit großer Sicherheit die viel befahrene Kreuzung überqueren. Professor Kurzak merkte an, dass durch eine Ampellösung vor allem der Verkehr aus der Dorfstraße besser in die Bundesstraße abfließen könne. Hier könnten sich in der Zukunft bis zu 12.000 Fahrzeuge täglich bewegen, sofern sie nicht in der Dorfstraße im Stau stünden. „Mit einer entsprechend langen Grünzeit für diese Fahrzeuge schaffen wir hier Abhilfe“, so der beratende Ingenieur für Verkehrsplanung. Für Schwerstlastverkehr, der aus der Dorfstraße in die Bundesstraße Richtung Putzbrunn /Autobahnanschlussstelle Hohenbrunn unterwegs ist, muss in die Grüninsel vis-à-vis des Rathauses eingegriffen werden. An der Fahrbahnbreite der Bundesstraße wird nichts verändert, jedoch wird es von Osten kommend eine Linksabbiegespur geben. Folglich, so äußerten mehrere CSU-Mitglieder ihre Befürchtung, würden die Fahrzeuge näher an den dortigen Anliegerbauten vorbeiziehen, um rechts an den Linksabbiegern vorbeizukommen. Und die betroffenen Bewohner müssten mit Schwierigkeiten rechnen, von ihrem Anwesen auf die Straße zu kommen. Hier sei „gegenseitige Rücksichtnahme“ notwendig, so Gruber. Einzelne Brennpunkte gäbe es überall, aber prinzipiell würde das schon funktionieren. Umgehung dauert Dritter Bürgermeister Jimmy Schuld (FDP), MdB, äußerte seine Bedenken, dass durch den Umbau des Pfarrer-Wenk-Platzes die Notwendigkeit zum Bauen einer Umgehungsstraße infrage gestellt werden könnte. Vom Rathauschef Dr. Stefan Straßmair gab es zur Antwort, dass es hier der Kommune vor allem um mehr Verkehrssicherheit gehe. Professor Kurzak erinnerte daran, dass sich der Umbau der Dorfmitte im kommenden Jahr realisieren ließe. An eine Umgehungsstraße sei nicht vor 2020 zu denken. „In Ebersberg wird schon [sic!] nach 26 Jahren gebaut“, versuchte er die Weite der Zeiträume aufzuzeigen. Michael Dissing (ÜWG-FW) hätte sich eine „ganz große Lösung“ gewünscht, die für die nächsten dreißig bis fünfzig Jahre am Ort Bestand habe und nannte eben als Beispiel den eingangs erwähnten Kreisverkehr. – wjr –

Auch interessant:

Meistgelesen

Aying: Am Bahnhof soll ein Mitfahrbankerl aufgestellt werden
Aying: Am Bahnhof soll ein Mitfahrbankerl aufgestellt werden
Neubiberg: Annegret Kramp-Karrenbauer zu Besuch an Bundeswehr-Uni 
Neubiberg: Annegret Kramp-Karrenbauer zu Besuch an Bundeswehr-Uni 
Brunnthal: Demonstration wegen möglicher Windkraftanlagen im Hofoldinger Forst
Brunnthal: Demonstration wegen möglicher Windkraftanlagen im Hofoldinger Forst

Kommentare