Himmlische Freiheit doch nicht grenzenlos?

Unterschriftensammlung gegen Kunstflugbox über Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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Ein unbekannter Pilot sorgt derzeit für Ärger in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Mit einer Unterschriftensammlung soll das Problem nun gelöst werden.

„Senkrecht schießt das Flugzeug in die Luft, oben angekommen dreht der Pilot den Motor ab und rieselt leise wieder nach unten. Kurz bevor er den Boden berührt, wird der Motor wieder aufgedreht und bei vollem Karacho schießt das Flugzeug wieder nach oben. Das Ganze verursacht natürlich einen Höllenlärm.“ So anschaulich beschreibt Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) die Problematik mit einem Kunstflieger, der derzeit über dem Höhenkirchner Forst kreist. Bei der vergangenen Bürgerversammlung im alten Jahr kam das Thema zur Sprache. Denn das Aufheulen des Motors ist so laut, dass es bis in die Siedlung hinein zu hören ist. Vor allem sonntags ist das besonders störend für die Anwohner und auch für Mayer selbst.

Auf ihre Initiative hin liegt deshalb seit der Bürgerversammlung eine Unterschriftenliste im Rathaus aus. In diese können sich alle Bürger eintrage, die sich von dem Kunstflieger gestört fühlen. Das Problem ist allerdings etwas komplizierter. Denn wie Bürgermeisterin Mayer erklärt, ist der Höhenkirchner Forst Teil einer sogenannten Kunstflugbox. Diese wurde von der Deutschen Flugsicherung (DSF) eingerichtet und bezeichnet einen Lufttraum, in dem besondere Kunstflug-Aktivitäten wie etwa Loopings zugelassen sind. Offenbar bedarf es dafür nicht einmal die Zustimmung der Gemeinde, da der Luftraum freies Gebiet ist. Die Bürgermeisterin möchte mit dieser Liste allerdings zumindest erreichen, dass dieser Bereich am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr nicht mehr angeflogen werden darf. „Unter der Woche können sie meinetwegen über dem Höhenkirchner Forst fliegen“, sagt Meyer. „Aber zumindest am Sonntag wollen die Bürger ihre wohlverdiente Ruhe haben.“

Um dem Ganzen einen schönen Rahmen zu verpassen und die etwas verfahrene Situation vielleicht doch mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten, hat man statt einer konventionellen Liste eine Box aufgestellt. „Da es um das Thema Kunstflugbox geht, haben wir im Rathaus auch eine Box aufgestellt“, erklärt Gemeindemitarbeiterin Christina Lorenz. Die Bürger können auf Postkarten ihren Namen eintragen und diesen dann in die Box werfen. Doch auch wenn es witzig anmutet, ernst ist es der Gemeinde trotzdem. Bereits auf der Bürgerversammlung war der Zuspruch der Bürger groß. Über 70 Unterschriften kamen dabei zusammen. Lorenz schätzt, dass es mittlerweile doppelt so viele sind.

Aus diesem Grund wurden die Eintragungzeiten noch einmal verlängert. Die Box liegt noch bis Freitag, 15. Februar, aus. Die Liste soll dann der Deutschen Flugsicherung vorgelegt werden, in der Hoffnung, dass man sich einigen kann. Die dafür vorgesehenen Postkarten liegen im Rathaus aus oder sind im Gemeindeblatt auf Seite 28 zu finden. Übrigens: Auch wenn bereits mehrfach über das Ärgerniss berichtete wurde, der Pilot selbst hat sich noch nicht im Rathaus gemeldet.

Lydia Wünsch

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