Für Fußgänger und Radler

Unterführung wird in Neubiberg geprüft

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So wie bei diesem Beispiel stellen sich die Freien Wähler Neubiberg und Unterbiberg eine Fußgänger- und Radunterführung vom Floriansanger zum Umweltgarten vor.

Die Gemeinde Neubiberg lässt die Machbarkeit einer Fußgänger- und Radunterführung der S-Bahngleise zum Umweltgarten überprüfen. Dies wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen.

Neubiberg — Die Gemeinde folgte damit einem Antrag der Freien Wähler Neubiberg und Unterbiberg (FW.N@U). Ihren Vorschlag erklärt die Fraktion damit, dass sowohl eine Autounterführung an der S-Bahn-Strecke als auch eine Tieferlegung der Gleise wenn überhaupt nur langfristige Lösungen seien – und sehr kostspielige. Laut Antrag würde dadurch ein zweistelliger Millionenbetrag auf die Gemeinde zukommen. Eine kleine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer sei dagegen wesentlich kostengünstiger. Auch die Sperrung der S-Bahn-Strecke müsste nur kurzfristig erfolgen. Als Beispiel nannte die Fraktion unter anderem die Errichtung eines entsprechenden Tunnels aus Wellstahl, der derzeit in Grafing geplant ist. Dort sollen für die gesamte Baumaßnahme Kosten in Höhe von 400.000 bis 500.000 Euro anfallen. Die Bahnstrecke müsste nur für 72 Stunden gesperrt werden.

Mit dem Bau einer Fußgänger- und Fahrradunterführung, die deutlich kurzfristiger rea­lisiert werden könnte, könne der Gemeinderat seinem 2013 beschlossenen Radverkehrskonzept zur Stärkung des Fahrradverkehrs nachkommen. Die geplante Verlängerung der Fahrradachse Walkürenstraße – Schopenhauer Straße – Rathausplatz – Wendelsteinstraße könnte durch die Unterführung vom Floriansanger zum Umweltgarten führen. Dadurch könne die Fahrradverbindung zwischen den Ortsteilen Neubiberg und Unterbiberg deutlich verbessert werden.

In der auf den Antrag folgenden Diskussion im Gemeinderat ging es weniger um den Vorschlag an sich als um die Form des Antrags. Auch waren die nahenden Kommunalwahlen in der Debatte deutlich spürbar. So entbrannte zwischen Hartmut Lilge (CSU) und Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) eine hitzige Diskussion darüber, ob der Antrag bereits eine Finanzierung aufzeigen müsse. „Jeder Antrag, der bisher hier gestellt wurde, muss auch die Kosten aufweisen“, erklärte Lilge bestimmt. „Wir brauchen zuerst ein Ingenieursbüro, das ebendiese Kosten ermittelt“, meinte Heyland. Als Lilge den Rathauschef unterbrach und erneut auf seiner Frage beharrte, bracht diesem der Geduldsfaden: „Sie reden nur, wenn ich Ihnen das Worte erteile!“

Heylands Parteikollege Dr. Jürgen Knopp versucht die Wogen zu glätten und zu vermitteln. „Es geht Herrn Lilge hier nicht um die Baukosten, sondern die für das Ingenieursbüro“, stellte er klar. Auch er halte es für eine Besonderheit, dass hier nicht nur formal beschlossen werde. Dem konnte Heyland nicht zustimmen. Es gäbe immer wieder Anträge dieser Art ohne Finanzierung. Das hänge damit zusammen, wie die Anträge formuliert seien.

Mit seinen Argumenten konnte Heyland Lilge und die CSU-Fraktion nicht überzeugen. Da der Rest des Gremiums der Machtbarkeitsstudie aber positiv gestimmt war, wurde der Antrag mit 11 zu 7 Stimmen angenommen.

Iris Janda

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