Suche nach optimalem Träger

In zweierlei Hinsicht beschäftigten die Ottobrunner Kindertageseinrichtungen den Hauptausschuss des Gemeinderates: So beantragte der Verein „Waldorfpädagogik“ einen Mietkostenzuschuss in Höhe von rund 4000 Euro. Mit 9:2 Stimmen wurde das Anliegen jedoch von den Mandatsträgern abgelehnt. Ferner ist Ottobrunn auf der Suche nach einem Träger für den entstehenden Kita-Komplex am Haidgraben 13. Bewerben will sich der Ottobrunner Kulturkreis (KKO).

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Verein „Waldorfkindergarten“ mit der Bitte um Bezuschussung an die Gemeinde gewandt – nun klopfte er erneut an die Pforten im Rathaus. Das Anliegen: ein einmaliger Mietkostenzuschuss in Höhe von rund 4000 Euro. Ablehnung hierzu kam von der Ottobrunner SPD. „Wir haben das schon letztes Jahr zurückgewiesen“, sagte Sprecherin Ruth Markwart-Kunas mit Blick auf die „Sachlage“, die sich auch heuer nicht verändert habe: „Würden wir die Kosten genehmigen, dann würden wir einen Präzedenzfall schaffen.“ Sie verwies darauf, dass eine Vollbelegung der Einrichtung erst im Januar erreicht worden sei – vier Monate nach Beginn des laufenden Kindergartenjahres. Auch die FDP, die BVO und Teile der CSU äußerten sich skeptisch. Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) hingegen hielt das Anliegen für berechtigt: Zusammen mit seinem Parteikollegen Ludwig Bößner stimmte er für den Antrag. „Der Verein befindet sich in einer finanziellen Notlage“, sagte der Rathauschef. „Er leistet eine gute Arbeit für uns.“ Sein Vorschlag, beim Vorstand „ein Konzept zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“ einzufordern und die finanziellen Mittel mit einem Sperrvermerk zu versehen, fiel allerdings durch. Für eine lebhafte Diskussion sorgte auch die Frage, ob der KKO den Zuschlag für die Trägerschaft der neuen Kindertageseinrichtung am Haidgraben 13 bekommen soll. Dort befindet sich bereits der vom KKO betriebene Kindergarten „Sonnenschein“, in naher Zukunft soll eine viergruppige Kinderkrippe eingerichtet werden (HALLO berichtete). Loderer äußerte zwar Sympathie für diesen Vorstoß, will sich aber nicht vorab festlegen lassen. Es gelte, über ein Ausschreibungsverfahren Wettbewerb herzustellen: „Wenn sich der Kulturkreis gut schlägt, dann soll er auch den Zuschlag erhalten. Wir sollten uns aber die Möglichkeit nicht entgehen lassen, uns auf dem Markt umzusehen“, forderte Loderer. „Wir müssen uns die Pluralität des Angebots sichern.“ Die SPD hingegen sähe den KKO am liebsten gleich jetzt installiert. Der Kulturkreis habe Interesse gezeigt und böte sich für die Aufgabe geradezu an, entgegnete Markwart-Kunas. „Der Hauptgedanke war ja, dass es für den Kindergarten und die Krippe einen gemeinsamen Träger gibt. Mit dem KKO würden sich viele Probleme erledigen. Das wäre die sinnvollste und eleganteste Lösung.“ Ansonsten drohe eine „aufwändige Ausschreibung“. Auch die „Bürgervereinigung Ottobrunn“ liebäugelte mit dieser Variante: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Kulturkreis“, sagte die Vorsitzende Erika Aulenbach. „Die Einrichtung kennt sich dort schon aus.“ Mit 6:5 Stimmen einigte sich das Gremium schließlich auf den Beschluss, die Verwaltung zu beauftragen, „dafür die Voraussetzung zu schaffen, die Trägerschaft für die Kitas an diesem Standort in eine Hand zu geben.“ Die Vergabe solle durch eine Ausschreibung vorbereitet werden. Rafael Sala

Auch interessant:

Meistgelesen

Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
So sieht das neue Fahrzeug des Athene Racing Team der Bundeswehr-Uni Neubiberg aus
So sieht das neue Fahrzeug des Athene Racing Team der Bundeswehr-Uni Neubiberg aus
Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Millionen-Zuschuss für Mehrzweckhallen-Sanierung
Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Millionen-Zuschuss für Mehrzweckhallen-Sanierung
Neubiberg: Live Escape-Room in Bibliothek
Neubiberg: Live Escape-Room in Bibliothek

Kommentare