Selektive Breitbandförderung

Ernüchterung hat sich bei Vertretern des Gewerbeverbandes Hohenbrunn breit gemacht nachdem sie am Mittwoch vergangener Woche ein Gespräch mit führenden Vertretern der Telekom und dem ersten sowie dem dritten Bürgermeister der Gemeinde geführt hatten. Im Hause der Firma NUNN sollten die vielfältigen Unklarheiten bei der DSL-Versorgung der Gewerbebetriebe geklärt werden.

In Bayern wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl an DSL-Kooperationen mit Gemeinden abgeschlossen. Hohenbrunn war eine davon. Die Telekom geht Kooperationen mit Gemeinden ein, um den Netzausbau voranzubringen. Die Kommunen können sich dann auf unterschiedliche Weise am Ausbau beteiligen und der Staat subventioniert einen Teil der Kosten. Im Gespräch wurde von der Telekom nun bestätigt, dass alle im Ausbaugebiet „Südliches Gewerbegebiet Muna“ befindlichen Firmen eine verbesserte Datenleitung erhalten und mittlerweile auch nutzen können. Alle außerhalb dieses gekennzeichneten Ausbaugebietes (hierzu zählt beispielsweise die Firma NUNN) kommen aber nicht in den Genuss der verbesserten Breitbandförderung – auch in nächster Zukunft nicht. Die Telekom, so die klare Aussage, sei ein Wirtschaftsunternehmen und prüfe bei jedem eingehenden Antrag der Kommunen, ob sich ein Ausbau finanziell lohnt. Der Bereich um den Ernst-Heinkel-Ring lohne sich nicht und daher sei dieser auch bei den Verträgen von Anfang an ausgegrenzt worden. Nach Aussage der Telekom habe dies auch nie wirklich zur Diskussion gestanden. Ähnlich verhält es sich auch in anderen Hohenbrunner Gebieten, wie der Luitpoldsiedlung, der Siedlung am Grasbrunner Weg oder Hohenbrunn-Dorf. Sollte die Gemeinde ein Interesse daran haben, diese Gebiete mit einer besseren DSL-Leitung zu versorgen, so sei im Rahmen der Kooperation mit der Telekom zuerst ein Angebot einzuholen. Die Telekom überprüfe dann, ob sich für sie ein Netzausbau lohne und welche Kosten auf die Gemeinde zukommen. Aufgrund dieses Angebotes könne die Gemeinde dann entscheiden, ob sie diesen Ausbau finanziere. An dieser Stelle stellt sich für die Vertreter des Gewerbeverbandes die Frage, wie viel die Gemeinde für die Gewerbebetriebe und für die DSL-Versorgung der Bürger investieren will und vor allem aufgrund der finanziellen Verhältnisse auch kann. Praktische Auswirkungen Für ein Unternehmen wie das Autohaus Schulz am Grasbrunner Weg mit einer Datenleitung deutlich unter 1000 KB, ist es aus oben genannten Gründen schwer vorstellbar, in der nächsten Zeit eine verbesserte Netzversorgung durch die Telekom zu erhalten. Alternativlösungen, die das Unternehmen rund 10.000 Euro im Jahr kosten, sind die bittere Wahrheit. Aufgrund des technischen Fortschritts könnten in einigen Jahren völlig neue Möglichkeiten, wie Satellitenlösungen, unter Umständen aber eine günstigere und zukunftsträchtigere Alternative sein. Die ursprüngliche Erwartung, dass die Telekom im Gespräch konkrete Verbesserungsvorschläge oder technische Alternativmöglichkeiten anbieten wird, hat sich für die Gewerbetreibenden allerdings nicht erfüllt. Einen Nutzen hatte das Gespräch aber dennoch: Die Unternehmen wissen nun, woran sie sind und können jetzt entsprechende Entscheidungen treffen. Dass es sich hierbei nicht gerade um einen Standortvorteil handelt, liegt auf der Hand. Auch Ideen, mit anderen Anbietern zu kooperieren oder andere technische Lösungen zu finden, geraten ins Blickfeld.

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