Hochkonjunktur!

Frauen wappnen sich für den Ernstfall

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Frauen unterschätzen oft, wie stark sie eigentlich sind. Im Selbstverteidigungstraining lernen sie, sich selbst besser einzuschätzen.

Die Übergriffe auf Frauen in Köln in der Silvesternacht verbreiteten bei den vielen Menschen Angst und Unsicherheit. Selbstverteidigungskurse haben daher, auch im Münchner Osten, großen Zulauf. Warum es, unabhängig von den Ereignissen in Köln, wichtig ist, einen Selbstverteidigungskurs zu machen, und was man tun kann, wenn man angegriffen wird — HALLO hat nachgefragt.

Nicht nur in Köln herrscht nach den Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht Angst und Unsicherheit. Auch im Münchner Osten melden sich immer mehr Frauen zu den Selbstverteidigungskursen an. „Wir haben heuer viel mehr Zustrom fürs Probetraining als in den vergangenen Jahren“, sagt Johannes Bohner, der verschiedene Kampfsportarten im Kampfsportclub Haar unterrichtet. Seiner Meinung nach merke man deutlich, dass sich immer mehr Frauen, aber auch viele Kinder und Männer auf den Ernstfall vorbereiten wollen. „Besonders gut kommt bei uns zur Zeit das ‚Krav Maga‘-Training an.“ Diese Kampfsportart ziele ausschließlich auf die Selbstverteidigung ab, so Bohner.

Auch der Leiter des Kampfsportzentrums „Self Defense Germany“ in Trudering, Gregor Huss, merkt, dass das Interesse an seinen Kursen erhöht ist. „Wir haben insofern auf die Ereignisse in Köln reagiert, dass wir die Selbstverteidigung in unseren Kursen mehr in den Mittelpunkt stellen“, sagt Huss. Dazu zählen Kampfsportarten wie Taekwon-Do oder Combat-Hapkido. Aber auch reine Selbstverteidigungsseminare bietet Huss an. „Dort lernt man die Grundregeln der Selbstverteidigung“, erklärt er. Auch Bohner findet, dass Selbstverteidigung enorm wichtig ist. „Viele Menschen können gar nicht einschätzen, wie stark sie sind“, sagt der Trainer. Grundsätzlich, findet Trainer Huss, dass München eine sichere Großstadt ist. Komme es doch einmal zum Ernstfall, empfiehlt er: „Arm weit ausstrecken, laut und deutlich ‚Lass mich zufrieden‘ sagen und auf sich aufmerksam machen.“ Helfe das nichts, gilt seiner Meinung nach die grundsätzliche Regel: „Mit den stärksten Waffen – also Faust, Finger, Knie, Ellenbogen – an die schwächsten Stellen – also Nase, Mund, Augen, Genitalbereich, Kehle. Doch auch hier gilt: „Auch ein gscheider Kniestoß muss gelernt sein!“ Deswegen sind sich die Experten einig: „Lieber einmal zu oft ins Selbstverteidigungstraining gehen als einmal zu wenig.“

tb

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