Wohin kommt die neue Realschule?

Schulstandortentscheidung zwischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Hohenbrunn

Ein Kind meldet sich, während die Lehrerin an die Tafel schreibt.
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Der Zweckverband entscheidet am Freitag, ob die geplante Realschule nach Höhenkirchen oder Hohenbrunn kommt.
  • vonMelanie Schröpfer
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Höhenkirchen-Siegertsbrunn oder nun doch Hohenbrunn? Wohin die neue Realschule kommt, entscheidet der Zweckverband am 26. Februar. Die Hohenbrunner Grünen beschäftigten sich mit dem Thema bereits in ihrer „Grünen Stunde“. 

Der südöstliche Landkreis braucht dringend eine neue Realschule. Höhenkirchen-Siegertsbrunn will die Schule in ihrer Gemeinde – allerdings nur an der Brunnthaler Straße. Da dieser Standort teurer als am Bahnhof neben dem Gymnasium ist, muss der Zweckverband weiterführende Schulen erneut entscheiden. Dabei rückt immer mehr Hohenbrunn als Alternative in den Fokus (HALLO berichtete). Im Format „Grüne Stunde“ lud der Ortsverband der Hohenbrunner Grünen nun zu einer Online-Diskussion ein.

Gleich zu Beginn betonte Grünen-Fraktionssprecher und Gemeinderat Wolfgang Schmidhuber, dass Hohenbrunn sich in der Bewerbung um die Realschule nicht vordrängen wolle. In Hohenbrunn sei die Bereitschaft da, den Schulbau im Ort umzusetzen. Vor allem im Zuge der Ortsentwicklung westlich der Bahn, würde sich die Realschule positiv auf die Gemeinde auswirken. Denn das Thema Ortsentwicklung begleitet die Kommune schon seit Jahrzehnten und sorgte immer wieder für Diskussion.

Sowohl im Gemeinderat als auch in der Bürgerschaft zeichne sich der Wunsch ab, die Ortsentwicklung nun voranzutreiben. „Da reden wir aber von einem Prozess, der sicher noch mehrere Jahre dauert, bevor tatsächlich die ersten Bagger anrollen“, so Schmidhuber. Weiter sagte er: „Zudem kann eine so große Ortsentwicklung nicht auf einen Schlag erfolgen. Das ist eine längerfristige Geschichte, die man sorgfältig steuern muss.“

Sollte die Realschule nach Hohenbrunn kommen, würde die Planung um die Ortsentwicklung dynamisiert werden und die Gemeinde nachhaltig prägen. Dringend notwendig sei für die Ortsentwicklung ein Zugang des Bahnhofs von beiden Ortsseiten. Mit einer Realschule würde diese Angelegenheit schneller bearbeitet werden.

Eine neue Schule hat für die Gemeinde Vor- und Nachteile. Einerseits ist es für die Kinder im Ort praktisch und es kann von einem generellen Entwicklungsanstoß ausgegangen werden. Andererseits aber, muss die Gemeinde das Grundstück einbringen, auf dem dann der Zweckverband bauen kann. Ist die Gemeinde nicht im Besitz eines geeigneten Grundstücks, sind hohe Kosten zu erwarten. Schmidhuber erinnerte dazu an ein anderes großes Projekt der Gemeinde: „Der Bau des Schwimmbads, das uns eine Stange Geld kosten wird.“

Trotzdem gewichtet Hohenbrunn die Vorteile höher als die Nachteile. Schmidhubers erste Idee für einen möglichen Standort der Realschule war in der Nähe des Bahnhofs. So hätten auswärtige Schüler keinen weiten Weg und der Standort könnte gleichzeitig als Entwicklungskern für das gesamte Areal dienen. Aus Platzgründen und wegen der vielen Grundstückseigentümer rückte diese Idee zunächst in den Hintergrund. Auch weil noch kein Entwicklungsplan für das gesamte westliche Areal besteht, „war dann doch der Plan überzeugender, auf den nördlichen Teil zu gehen, also an die Taufkirchner Straße und das Wasserwerk“.

Die Verkehrsanbindung wären hierbei ebenso gegeben. Zudem halten die Grünen im Blick, dass die Montessorischule, die derzeit im Gewerbegebiet Riemerlings untergebracht ist, nach neuen Räumlichkeiten sucht. Schmidhuber könne sich vorstellen, dass viele wegen der Synergieeffekte eine Kombination beider Schulen für denkbar halten.

Während der Zoom-Veranstaltung tat sich auch das Gerücht auf, es hätte schon mehrere Treffen zwischen Grundstückseigentümern und Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair gegeben. Schmidhuber sorgte für Klarheit: „Natürlich kostet das einen Haufen Geld. Man muss mit Grundstückseigentümern reden, verhandeln und auch über Modalitäten wie Erb­pacht oder Kauf nachdenken. Solche Diskussionen können nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Aber wir stehen mit allem ganz am Anfang.“

Weiter erklärt er: „Es ist aber nicht so, dass sich eines Tages der Bürgermeister hinstellt und sagt: ‚So jetzt habe ich den Vertrag unterschrieben‘, sondern das muss alles durch den Gemeinderat ordnungsgemäß beschlossen werden – wenn es mal so weit ist.“ Auch Martina Kreder-Strugalla meldete sich zu Wort: „Diese Entscheidung ist nicht bloß dorf- sondern gemeindeprägend. Da müssen die Bürger intensiv informiert werden und ihre Meinung dazu sagen dürfen.“

Klar ist, dass dringend eine weitere Realschule benötigt wird, denn die Schule in Neubiberg platze aus allen Nähten, wie Gudrun Hackl-Stoll, Kreisrätin und Gemeinderätin der Grünen in Höhenkirchen, verdeutlichte: „Es gehen mittlerweile auch schon Höhenkirchner Kinder auf die Realschule nach Holzkirchen und auch auf eine Realschule in Richtung Rosenheim.“ Die finale Entscheidung für den Realschulstandort will der Zweckverband am kommenden Freitag treffen.

Melanie Schröpfer

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