Weg wird deutlich kürzer

Ein Ring von Expressbuslinien im Landkreis

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Mit einem geschlossenen Ringbusnetz um die Landeshauptstadt München herum will der Landkreis München den öffentlichen Nahverkehr deutlich verbessern (Symbolbild).

Das Münchner S-Bahnnetz ist radial auf die Landeshauptstadt München hin angelegt. Querverbindungen gibt es allenfalls im Regionalbusverkehr – bisher jedoch noch nicht über längere Distanzen. Zukünftig soll sich das ändern.

Landkreis München – Der Landkreis München hat solche Tangentialverbindungen bereits seit langem im Fokus. Denn wer nutzt schon den öffentlichen Verkehr für eine Fahrt zu einem oft nur wenige Kilometer entfernten Ziel, wenn er dafür den Umweg über das Münchner Stadtzentrum nehmen muss? Wer die Möglichkeit hat, steigt dann meist doch ins eigene Auto. Wo es hingegen schon Querverbindungen gibt, werden diese gut angenommen. Der weitere Ausbau solcher Tangentialverbindungen ist daher auch ein ganz wesentlicher Bestandteil im Nahverkehrsplan des Landkreises München, der gerade fortgeschrieben wird.

Eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung bringt nun weiteren Schwung in die Planungen. Und mehr noch: Im Programm „Fahrplan für mehr Mobilität in Bayern“ sind nicht nur einzelne tangentiale Buslinien vorgesehen, sondern ein geschlossenes Ringbusnetz um die Landeshauptstadt München herum. Es soll auf direktem und schnellem Weg wichtige S-und U-Bahnhaltestellen verbinden, auf den Takt des Schienenverkehrs abgestimmt sein und zudem verkehrlich bedeutsame Punkte im vorgesehenen Linienkorridor bedienen.

Bei der Planung dieses Expressbusrings hat der Landkreis München gemeinsam mit dem MVV die koordinierende Rolle für die fünf betroffenen Landkreise übernommen. „Das haben wir sehr gerne gemacht“, beteuert Landrat Christoph Göbel, „denn schließlich profitieren nicht nur unsere Landkreisbürger von einem geschlossenen Ring erheblich mehr, er wird auch ein wichtiger Baustein dafür sein, das Münchner Umland vor dem drohenden Verkehrsinfarkt zu bewahren.“

Der künftige Expressbusring setzt sich aus sieben Einzellinien zusammen, vier davon werden im Landkreis München verkehren. Sofern alle nötigen Beschlüsse rechtzeitig gefasst werden, könnten die vier Linien bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 an den Start gehen. Sie würden dann montags bis samstags von 5 Uhr bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt und sonn- und feiertags von 7 Uhr bis 22 Uhr im 60-Minuten-Takt verkehren. Der Freistaat Bayern hat zugesagt, dauerhaft 50 Prozent des Betriebskostendefizits zu tragen. In den ersten drei Jahren wäre die finanzielle Förderung sogar noch etwas höher.

Ob die Busse bereits 2021 rollen können, hängt nicht in erster Linie von finanziellen oder infrastrukturellen Gegebenheiten ab. Als Hindernis könnten sich dem sowohl Lieferengpässe bei den Fahrzeugherstellern als auch der sich immer weiter verschärfende Fachkräftemangel in den Weg stellen. Der MVV geht von rund 200 zusätzlichen Fahrern aus, die für den Betrieb der sieben im MVV-Verbundraum verkehrenden Tangentiallinien nötig wären. Und die sind schon heute mehr als stark umworben.

Die Verbindungen im Einzelnen

Linie 1: Dachau (S) – Oberschleißheim (S) – Garching-Hochbrück (U) – Garching-Forschungszentrum (U)

Linie 2: Unterschleißheim Gewerbepark – Unterschleißheim (S) – Garching-Hochbrück (U) – Ismaning (S) – Aschheim – Feldkirchen – Haar (S)

Linie 3: Deisenhofen (S/R) – Taufkirchen – Hohenbrunn – Putzbrunn – Haar (S) –Heimstetten (S)

Linie 4: Deisenhofen (S/R) – Endlhausen – Egling – Wolfratshausen (S) – Wolfratshausen, Gewerbegebiet


Mehr über  den Nordosten des Münchner Landkreises gibt es in der Übersicht.

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