Riesen-Grundstück im Dornröschen-Schlaf

Putzbrunner „Winterholler-Grundstück“ wartet seit vielen Jahren auf eine Bebauung

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Der derzeitige Entwurf für eine Bebauung des „Winterholler“-Grundstücks in der Waldkolonie sieht einen Riegel aus vier Häusern sowie drei weitere Häuser im hinteren Bereich sowie eine Tiefgarage vor.

Ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück in der Putzbrunner Waldkolonie liegt seit Jahren brach. Der Besitzer stellte nun seine aktuellen Pläne im Bauausschuss vor. Fazit des Gremiums: Die Bebauung ist zu groß und es fehlen die überirdischen Parkmöglichkeiten.

Wer auf der Putzbrunner Straße von Ottobrunn Richtung Putzbrunn fährt, kennt das leicht zugewachsene Grundstück an der Ecke zur Oeden­stockacher Straße gegenüber vom Bäcker. Und der ein oder andere hat sich sicherlich schon gefragt, wie es bei der derzeitigen Wohnungsnot sein kann, dass ein so großes Gelände jahrelang brach liegt mit einem offensichtlich nicht mehr bewohnten einzigen Wohnhaus (Bungalow) darauf. Im Putzbrunner Bauausschuss stellte Eigentümer Nikolaus Peters von der Peters GmbH nun aktuell seine derzeitige Vision der Bebauung auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück vor.

Seine Pläne sehen einen pa­rallel zur Ottobrunner Straße liegenden Riegel bestehend aus vier Häusern vor. Das an der Ecke von Ottobrunner und Oedenstockacher Straße liegende Haus eins ist leicht zurückversetzt, der Baumbestand in der Ecke soll erhalten bleiben und das Haus als zentraler „Service- und Dienstleistungspunkt“ mit Gewerbe und „Gästehaus mit Wohnen“ (boarding house) realisiert werden. Das fünfte Obergeschoss ist als zurückversetztes Terrassengeschoss geplant. Daran schließen sich Haus zwei und drei mit „allgemeinem Mietwohnungsbau von ein bis fünf Zimmern“, der Gemeinde soll dort teilweise ein Belegungsrecht zugesprochen werden. Im Eckhaus Nummer vier könnte ein „Kinderhaus“ entstehen. Im hinteren Teil des Grundstückes sind drei weitere Häuser geplant, als „gehobener Wohnungsbau mit privater Gartennutzung“. Er habe die Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,26 auf inzwischen 1,13 runtergesetzt, eine niedrigere mache keinen Sinn, so der potenzielle Bauherr Peters. Außerdem kämen 30 Prozent mehr Kosten auf ihn zu, durch die vor einigen Jahren in der Gemeinde Putzbrunn eingeführte SoBoN (=sozialgerechte Bodennutzung).

Sein Entwurf fand allerdings keine Zustimmung im Bauausschuss. Martina Hechl (GPP) monierte die immer noch fehlenden überirdischen Parkplätze, die Frage der Zu- und Abfahrt zum Grundstück sei auch immer noch ungeklärt und fünf Stockwerke seien zu viel. „Wir haben unsere Vorstellung, wie unsere Gemeinde aussehen soll!“, so die Gemeinderätin. Axel Bräuer (SPD), der in Vertretung von Eva Maria Schlick gekommen war, ging noch einen Schritt weiter: “Sie sagen zwar, sie hätten was geändert, aber das, was wir gewollt haben, sehe ich nicht!“ Volker Rentschler (Bündnis 90/Die Grüne) schlug in die gleiche Kerbe: „Es schaut zwar alles schön aus, aber wir drehen uns im Kreis. Wir wollen fünf Stockwerke nicht. Die Geschossflächenzahl ist nach wie vor zu hoch. Und einen Kindergarten ohne ausreichend Freiplatz und keine überirdischen Parkplätze: Die Planung kann man vergessen!“ Und weiter sagte er: „Wenn wir so weiter machen, wird aus dem Grundstück ein Ökogarten“.

Josef Jakob junior (Freie Wähler) stellte fest: „Von einem boarding house habe ich bei ihren Ausführungen heute zum ersten Mal gehört. Das hat da­rin nichts verloren.“

Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) schlug schließlich vor, den Entwurf zurück in die Fraktionen und an den Bauherrn zu geben, was einstimmig angenommen wurde. Es werde definitiv im September/ Oktober einen Beschluss geben, so der Bürgermeister. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Heiko Bernhardt liegt das Grundstück im Innenbereich der Gemeinde Putzbrunns und sieht eine GFZ von 0,95 vor. Seit dem ersten Aufstellungsbeschluss aus dem Jahr 2009 habe der Grundstückseigentümer mindestens drei Mal komplett seine Planungen geändert, obwohl er bereits Baurecht besitzt. Die verschiedenen Entwürfe variieren dabei in der Größe und Anzahl der Baukörper, sowie der Höhe.

Insbesondere der Entwurf von 2011 hatte für Aufsehen gesorgt: Darin waren ein Vollsortimenter, Getränke- und Drogeriemarkt, eine Apotheke und ein Café mit sieben Maisonettewohnungen auf dem Hauptgebäude sowie sechs Reihenhäuser geplant. Das zu erwartende Verkehrsaufkommen ebenso wie die Nähe zu den drei Supermärkten an der Münchner Straße wurden damals als Gegenargumente angeführt. 

Claudia Engmann

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