Putzbrunn hält erneut Rücksprache mit Waldeigentümern

Letzte Ruhe auf dem Friedwald

In Putzbrunn rückt der Friedwald als Bestattungsmöglichkeit in den Fokus.
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Die Gemeinde Putzbrunn denkt über Erweiterungen des bisherigen Bestattungsangebotes nach.
  • vonMelanie Schröpfer
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Putzbrunn - Auch wenn es ein unliebsames Thema ist, gehört der Tod zum Leben dazu. Die Gemeinde Putzbrunn widmete sich jüngst dieser Thematik.Es ging um eine Erweiterung der Bestattungsmöglichkeiten in der Gemeinde – dem Friedwald. Momentan gibt es neben der Erdbestattung, bei der man sich für Einzel- und Doppelgräber entscheiden kann, auch Urnenbestattungen mit Beet oder Namensplatte. Auch gibt es auf dem Putzbrunner Friedhof Urnenfächer in einer Stele oder in einer Urnenwand.

Zudem kann man sich auch für eine anonyme Grabstätte für Erdbestattungen, halbanonyme Urnengräber mit Nummernplatte sowie anonyme Urnengräber unter Bäumen entscheiden. Dabei ist die Baumbestattung, die bereits angeboten wird, nicht mit einem Bestattungswald zu verwechseln.

Bei dem Begriff Friedwald handelt es sich um einen geschützten Begriff, der sinngemäß gleichzusetzen ist mit dem Begriff Bestattungswald. Michelangelo sagte schon „Frieden findet man nur in den Wäldern“ und so will die Gemeinde Putzbrunn auf Antrag der GPP die Bestattungsmöglichkeiten wenn möglich um einen Friedwald erweitern: Bei der Bestattung im Wald wird die biologisch abbaubare Urne direkt im Baumwurzelbereich beigesetzt, in einem Abstand von zwei bis drei Metern vom Baumstamm entfernt.

Als mögliche Varianten könnte sich sowohl ein Gemeinschaftsbaum oder Basisbaum vorgestellt werden, hierbei würde die Asche verschiedener Verstorbener beigesetzt; ein persönlicher Bezug zwischen den Beigesetzten besteht meistens nicht. Die Beteiligten haben keinen Einfluss darauf, wo genau sie bestattet werden. Auch könnte es einen Familienbaum geben, der gleichzusetzen mit einem Familiengrab wäre. Ein Baum würde also für mehrere Urnen reserviert werden.

Denkbar wäre auch ein Einzel- oder Partnerbaum, bei dem die Asche von einer oder zwei Personen beigesetzt werden könnte. Weitere Beisetzungen würden an diesem Baum nicht vorgenommen werden. Auch können weitere Varianten möglich sein, wie zum Beispiel ein Baum bei dem Kinder oder sogenannte „Sternenkinder“ beigesetzt werden.

Der Vorteil bei der Urnenbeisetzung in einem Bestattungswald liegt darin, dass die Grabpflege entfällt – ähnlich wie bei der Urnenbeisetzung in der Urnenwand oder Urnen-Stele. Das bedeutet allerdings auch, dass Bepflanzungen und das Abstellen von Kerzen unzulässig sind.

Um einen Bestattungswald einrichten zu können, muss von einem Waldeigentümer die Fläche zur Nutzung der Bestattungen zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinde hatte sich bereits bei infrage kommenden Eigentümern erkundigt, ob diese der Gemeinde das Grundstück überlassen möchten. Bisher ohne Erfolg.

Allerdings gab die Gemeinde bis dato keinen Grund für das Vorhaben an. So hofft Putzbrunn nun durch die Bekanntgabe des Vorhabens auf eine mögliche Fläche. Westlich des Waldfriedhofs, bis zum Bewegungsparcour, ist zwar eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern im Eigentum der Gemeinde, doch würde bei einer entsprechenden Aufforstung und Nutzung als Friedwald auch die vorgesehene Erweiterungsfläche für den Friedhof überplant werden. Fraglich sei auch, ob dies dann schon ein Bestattungswald im Antragssinne wäre.

Es sollen also erneut Gespräche stattfinden, um die letzte Ruhe auch auf einem Friedwald in Putzbrunn zu ermöglichen.

ms

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