Projekte und grafische Werke

In Deutschland wurden Jeanne-Claude und Christo einem größeren Publikum vor allem durch die Verhüllung des Reichstages bekannt. Foto: privat

Erneut ist die Galerie Kersten in Brunnthal Schauplatz internationaler Kunst. Vom 2. bis zum 31. März gibt die Galeristin Elisabeth Plorin anlässlich des neuesten und letzten gemeinsamen Projektes von Christo und Jeanne-Claude Einblick in das Schaffen des Verhüllungskünstlers. Zu sehen sind Unikate und Original-Grafiken zu seinen Aufsehen erregenden Projekten.

Nach langer Prüfung durch Ämter und Umweltschützer erhielt der New Yorker Künstler Christo die Erlaubnis, den Arkansas River zu verhüllen. Auf einer Länge von zehn Kilometern wird er den Fluss für zwei Wochen mit durchscheinenden, silbrig glänzenden Stoffbahnen überspannen. „Over the River“ heißt das Projekt, das er gemeinsam mit seiner Frau Jeanne-Claude, die Ende 2009 im Alter von 74 Jahren verstarb, konzipierte. Wie dieses neue Kunstprojekt aussehen wird, ist in der Galerie KERSTEN in Brunnthal zu sehen. Zudem zeigt die Ausstellung ausgewählte Unikate, Grafiken und Fotografien, Studien und Entwürfe, anhand derer Christo die Entwicklung weiterer faszinierender Projekte dokumentiert wie etwa „The Gates“ in New York, der verhüllte Reichstag in Berlin, die 13.000 bunten Ölfässer im Gasometer von Oberhausen, die verhüllten Bäume in Basel, die Pont Neuf in Paris… Alle diese Projekte haben Christo und Jeanne-Claude selbst finanziert mit dem Verkauf von Christos künstlerischen Werken. In ihrer Kunst wollen sie auf den Symbolgehalt der Gebäude und Landschaften hinweisen und bei den Betrachtern eine neue Aufmerksamkeit wecken. Die enorme künstlerische Präsenz und Schaffenskraft von Jeanne-Claude an der Seite von Christo bezeugt das Projekt „Surrounded Islands“ (1980 – 1983) am deutlichsten. Es nimmt in der Historie der gemeinsamen Projekte der Künstler eine besondere Position ein: Es ist das einzige, dessen Idee ausschließlich auf Jeanne-Claude zurückgeht. Christo war hingegen verantwortlich für die grafische Umsetzung des Werkes. „Jeanne-Claude war äußerst kritisch und entschieden. Wir haben ständig gekämpft, auch miteinander. Aber das brachte unsere Arbeiten voran,“ würdigte Christo seine verstorbene Frau gegenüber Zeit-Redakteur Martin Tschechne bei der Vorstellung des Projektes „Over the River“. „Jetzt bringe ich zu Ende, was wir gemeinsam begonnen haben. Neue Projekte wird es nicht geben.“ Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung: 2. bis 31. März; Mo bis Fr., 9 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr, sonntags 13 bis 16 Uhr.

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