Zur Reinigung der Rieger-Orgel in der Ottobrunner Michaelskirche

Damit 2000 Pfeifen wieder besser klingen

Die Rieger-Orgel in der Ottobrunner Michaelskirche wurde am 1. Oktober 1995 eingeweiht. Nun, 25 Jahre später, muss das Instrument gereinigt werden. Eine durchaus aufwendige Angelegenheit.
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Die Rieger-Orgel in der Ottobrunner Michaelskirche wurde am 1. Oktober 1995 eingeweiht. Nun, 25 Jahre später, muss das Instrument gereinigt werden. Eine durchaus aufwendige Angelegenheit.

Ein Klavier sollte ein- bis zweimal im Jahr gestimmt werden. Der Klavierstimmer kann so kleinere mechanische Mängel regelmäßig beheben. Die Pflege und Wartung einer Orgel fallen allerdings in einer ganz anderen Größenordnung aus. So muss auch die Orgel in der Ottobrunner Michaelskirche heuer gründlich gereinigt werden. Staub ist über die Jahre nicht nur ins Innere der Orgel gelangt, er setzt sich auch in den Pfeifen ab.

Ottobrunn - Nach 25 Jahren steht dann mal eine Reinigung an. Im Jahr 1995 wurde die Rieger-Orgel in der Ottobrunner Michaelskirche eingeweiht. Seitdem ertönt der Klang der Orgel bei Gottesdiensten und bei Konzerten. Bei den Ottobrunner Orgelkonzerten im Oktober sitzen Jahr für Jahr namhafte Organisten aus aller Welt an dem besonderem Instrument. Und auch heuer an Ostern hat Kirchenmusiker Christoph Demmler wieder viel mit der Orgel in der Ottobrunner Kirche vor. Am Sonntag, 5. April, zum Beispiel ist das Passionskonzert des Vokalensembles um 19 Uhr in der Michaels­kirche zu hören. Doch nach dem höchsten Fest im christlichen Kirchenjahr muss die Ottobrunner Orgel eine Weile lang schweigen. Das Instrument bedarf einer gründlichen Reinigung und Generalüberholung, damit es auch weiter einwandfrei bespielbar bleibt. „Die Reinigung einer Orgel ist mit einem großen Aufwand verbunden“, sagt Kirchenmusiker Demmler. 2000 Pfeifen müssen einzeln gereinigt werden.

Die Pfeifen werden aus der Orgel gehoben „Damit die Orgel so schön klingen kann, gibt es Pfeifen in unterschiedlichen Größenordnungen. Die Kleinen haben eine Länge von nur wenigen Zentimetern, die großen Pfeifen aber sind drei bis vier Meter lang“, so Demmler. Das gesamte Pfeifenwerk muss bei der Reinigung aus der Vorrichtung gehoben werden, um in den Innenraum, der aus Holz ist, zu gelangen. Hat sich im Orgelinneren viel Staub angesammelt, wirkt sich das mit der Zeit dämpfend auf den Klang aus. „Und der Innenraum wird nicht nur gesäubert, sondern auch gegen Schimmel behandelt.“ Schimmel sei zunehmend ein Problem, jedoch sei die Ottobrunner Orgel davon bisher verschont geblieben. Provisorisch werde dennoch etwas aufgetragen, um einer Schimmel-Bildung entgegenzuwirken. Sind die einzelnen Pfeifen dann aus der Orgel ausgebaut, werden sie sorgfältig gereinigt. „Dies erfolgt natürlich nicht einfach mal so eben mit einem Wischlappen, sondern mit einem speziellen Mittel“, weiß der Musiker. Zwei bis drei Leute seien laut Demmler mit der Orgelreinigung beschäftigt. „Und das kann einige Wochen dauern.“ Während dieser Zeit liegen die Pfeifen oben auf der Orgel-Empore. „Wer sich dafür interessiert, darf ruhig vorsichtig einen Blick nach oben wagen“, sagt Demmler. „Es ist durchaus interessant zu sehen, wie die Pfeifen da aufgereiht liegen.“ Bis zu den Ende Mai stattfindenden Konfirmationen soll die Generalüberholung der Orgel dann beendet sein. „Und dann werden wir unsere Orgel natürlich wieder festlich in Betrieb nehmen“, kündigt der Kirchenmusiker der Michaelskirche an.

Allein das Stimmen benötigt viel Zeit Ist die Orgel gereinigt, muss diese noch sorgfältig gestimmt werden. „Die Temperaturen verändern sich, ebenso die Stimmungen, allein das völlig neue Stimmen der Orgel ist ein Prozess bei der Generalüberholung, der viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Demmler. Doch die Reinigung lohne sich: „Nicht nur auf den Klang hat diese positive Auswirkungen, auch die Tastatur lässt sich dann wieder besser spielen“, weiß der Kantor. Die Pflege der Orgel mit Reinigung, Aus- und Wiedereinbau der Pfeifen und Stimmung ist allerdings eine teure Angelegenheit. „Wir rechnen mit 50.000 Euro, die wir als Kirchengemeinde selbst stemmen müssen. Und so freuen wir uns über Menschen, die uns dabei finanziell unterstützen, weil sie sehen, dass wir eine Orgel haben, die es wert ist, instandgesetzt und erhalten zu werden.“

Verena Rudolf

Führung

Der Ottobrunner Kirchenmusiker Christoph Demmler lädt am Sonntag, 8. März, nach dem Gottesdienst in der Michaelskirche an der Ganghoferstraße 26 zu einer Orgel-Führung ein. Die Führung beginnt um 11.30 Uhr. „Ich habe die Veranstaltung ,Orgelführung für Klein und Groß‘ genannt, da ich die Rieger-Orgel sowohl Kindern als auch Erwachsenen zeigen möchte“, so Demmler. „Dass eine Orgel 2000 Pfeifen hat, wissen nur wenige und können es bei der Führung erfahren.“

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