Robotik-Tüftler gewinnen Weltfinale in Montevideo

Ottobrunner Gymnasiasten der Robotik AG erneut erfolgreich bei internationalem Robotik- und Forschungswettbewerb

+
Drei junge Tüftler der Robotik-AG vom Ottobrunner Gymnasium, Elen, Annika und Jiehua (v.l.), präsentieren ihre Forschungsergebnisse zum Thema: Wie könnte die innere Uhr des Menschen im Weltall besser funktionieren? Zwei Teams der AG schafften es bis in die Weltendausscheidung eines internationalen Wettbewerbs und erzielten dort einen ersten und zweiten Platz.

Zwei Teams der Robotik-AG des Ottobrunner Gymnasiums nahmen am Weltfinale der Robotik-Games teil. Ergebnis: Weltsieger sowie zweiter und dritter Platz für die beiden Teams.

Ein kleiner Lego-Roboter bewegt sich auf einem Spielfeld, wo er Männchen aus einem Korb holt, Bälle in ein Tor kickt und dann wieder zu seiner Ausgangsposition zurückfährt. Was für Laien vielleicht ganz einfach erscheint, erfordert eine Menge an Vorüberlegung: Zum Roboter gehört nicht nur der Motor, sondern auch die Aufbauten aus Legoteilen und die Sensorik. Und das Ganze muss auch noch programmiert werden. Das Spielfeld mit den verschiedenen Aufgaben ist Teil eines weltweiten Robotikwettbewerbs, First Lego League genannt. Hinzu kommt noch eine Forschungsaufgabe, jede Saison gibt es dazu ein neues Thema.

Das Team ROBOGO mit Marcus, Tommi, Julian, Jakob, Lucas und Fridolin (v.l.) wurde Weltsieger in der Kategorie „Strategy and Innovation“ in Montevideo.

Schüler zwischen 10 und 16 Jahren können an dem Wettbewerb teilnehmen. Aus den insgesamt 96 Schülern, die derzeit am Ottobrunner Gymnasium an der Robotik-AG teilnehmen, kristallisierten sich in diesem Jahr zwei Teams heraus, die es nach Wettbewerben auf lokaler und regionaler Ebene sogar in die Weltausscheidung schafften. So fuhr das Team ROBOGO zum Weltfinale nach Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, und kehrte von dort mit einem ersten Platz in der Kategorie „Strategy and Innovation“ zurück. „Ich ging am Montag mit meinem Koffer zur Schule, hatte mein Abi-Colloquium und anschließend fuhren wir sofort zum Flughafen!“, erzählt der 18-iährige Lucas. Mit ihren Betreuerinnen Gabriele Eggers und Barbara Knopp waren die Schüler dort als eines von 66 Teams aus aller Herren Länder am Start. Das Forschungsthema lautete „into the orbit“, leben und reisen im Weltraum. Die Schüler stellten sich als zu lösende Aufgabe, wie man die Versorgung mit Sauerstoff im Weltall verbessern könnte. Die Idee des ROBOGO-Teams: Das Problem mithilfe von Algen anzugehen. Doch nicht nur der Wettbewerb, sondern auch die Begegnung mit fast 500 Jugendlichen und ihren Begleitern war für die Ottobrunner ein großes Erlebnis: „Während der Schulzeit nach Südamerika fahren, das war schon toll!“, freut sich der 14-Jährige Marcus.

Das Team GO ROBOT vom Ottobrunner Gymnasium erreichte den zweiten und dritten Platz bei den Robotik-Games in Detroit. Leon, Kartik, Pascal, Elen, Annika, Jiehua und Julius (v.l.).

Das zweite Ottobrunner Team, GO ROBOT, durfte zum Weltfinale nach Detroit fahren und gewann dort sensationell einen zweiten und einen dritten Preis. Als Forschungsaufgabe hatten sich die Schüler die Frage nach der „Inneren Uhr des Menschen“ im Weltall gestellt, und sprachen dazu auch mit Experten. Eine Spezial-Brille war das Egebnis. Da die Zusage zum Wettbewerb sehr kurzfristig kam, musste innerhalb von nur zwei Wochen alles organisiert werden: Flüge, Hotel, Formulare und Sponsoren. Was zwischendurch fast unmöglich schien, aber doch noch klappte. Nach einem Tag der Eingewöhnung inklusive Stadttour begann dann der viertägige Wettbewerb. Zunächst musste aufgebaut und die deutsche Fahne „gehisst“ werden, da die Ottobrunner das einzige deutsche Team im Wettbewerb waren. Danach verteilten die Schüler kleine Gastgeschenke wie Gummibärchen: Ein deutsches Produkt! Bei den Robot Games am nächsten Tag lief die erste Runde für das Team GO ROBOT noch nicht optimal, aber in der zweiten Runde konnten dann hervorragende 360 Punkte erreicht werden und die Gruppe lag damit in der Endabrechnung auf Platz 3. Zusätzlich erreichten die Ottobrunner von insgesamt 106 Teams den 2. Platz im Robot Design-Programming, ein phänomenales Ergebnis. Mit einem Besuch im Henry Ford Museum schlossen sie die Reise.

Die Teilnahme am Weltfinale zusammen mit vielen anderen Jugendlichen aus 70 Ländern war für alle ein Erlebnis, wie die Schüler in einer Präsentation kürzlich im Ottobrunner Gymnasium betonten, an das sie sich noch lange erinnern werden. Die Robotik-AG wurde vor zehn Jahren gemeinsam von den Lehrerinnen Barbara Knopp und Gabriele Eggers aufgebaut. Vor drei Jahren schaffte es bereits ein Team in die Weltendausscheidung nach Südafrika. Inzwischen gibt es 1400 Teams in Deutschland, 22 davon kamen in diesem Jahr ins Europa-Finale. Darunter auch die Ottobrunner. Die Idee zu dem weltweiten Bildungsprogramm stammt von der gemeinnützigen amerikanischen Organisation First (For Interest and Recognition of Science and Technology) und der Firma Lego. In Mitteleuropa wird der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des gemeinnützigen Vereins Hands on Technology durchgeführt. Weitere Informationen des Ottobrunner Gymnasiums zu den Erfolgen der Robotik AG in den letzten Jahren sind unter http://goneu.tcs.ifi.lmu.de/facher/robotik zu sehen.

Claudia Engmann

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
Ottobrunn: Kleidertausch - Ein voller Erfolg
Ottobrunn: Kleidertausch - Ein voller Erfolg
Neubiberg: Live Escape-Room in Bibliothek
Neubiberg: Live Escape-Room in Bibliothek
Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Millionen-Zuschuss für Mehrzweckhallen-Sanierung
Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Millionen-Zuschuss für Mehrzweckhallen-Sanierung

Kommentare