Kunstrasen grundsätzlich abgelehnt

Ottobrunner Gemeinderat bestätigt Beschluss des Bauausschusses

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Fußballrasen, ob natürlich oder künstlich, ist eine Wissenschaft für sich.

Auch wenn vorsorglich 640.000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, wird vorerst kein zweiter Kunstrasenplatz in Otto­brunn geplant. Der Gemeinderat stimmte mit 14 zu 11 Stimmen in der aktuellen Sitzung gegen einen Grundsatzbeschluss und folgte damit dem Tenor des Bauausschusses.

Die Entscheidung der Otto­brunner Ratsmehrheit gegen einen zweiten Kunstrasen bestätigt jetzt das Votum des Bauausschusses. Hintergrund ist, dass der Unterbau eines derzeitigen Naturrasens laut Bautechnikabteilung mit Bauschutt aus einer früheren Baumaßnahme verfüllt ist und bei größerer Belastung sehr schnell an seine Grenzen gelange. Vor allem geht es um den hinteren Teil des Platzes, der häufiger als der vordere Abschnitt benutzt wird, da er mit einer Flutlichtanlage ausgerüstet ist. „Nach unseren Erfahrungen wird die Summe sicher nicht ausreichen“, erklärt Ruth Markwart-Kunas (SPD) gegenüber HALLO. 

Eine Alternative wäre es ihrer Meinung nach, den Untergrund zu verbessern, anstatt wie bisher nur an der Rasendecke „rumzudoktern“. „Wir von der SPD sehen natürlich die Notwendigkeit, etwas zu tun, wir wollen ja nicht, dass sich die Kinder verletzen!“ Aber es mache keinen Sinn, als Versuchskaninchen für eine neue Technologie herzuhalten. Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) favorisiert eine Zusammenarbeit mit dem Projektanten, der auch den ersten Kunstrasen für Otto­brunn vor neun Jahren geplant hat und derzeit eine neue Generation Kunstrasen ohne Füllmaterial anschiebt. 

Allerdings sei erst ein Platz im Mai in Betrieb gegangen, einer zweiter gerade in Bau, erläutert dazu Markwart-Kunas. „Der Boden ist zwar nicht mit Altlasten verseucht, aber wir denken, dass wir erst was mit dem Untergrund machen sollten“, so ihr Fazit. Auch Erika Aulenbach von der Bürgervereinigung Ottobrunn (BVO) stimmte gegen die Pläne des Bürgermeisters. „Der Bürgermeister hat hier den Gemeinderat nicht gut mitgenommen. Die Idee wurde zu spät präsentiert, der Bedarf ist nicht nachgewiesen. Selbst der TSV wusste nichts davon! 

Auch werden sich die Kosten sicher erhöhen“, bemängelt die Vorsitzende der BVO den Vorgang. „Natürlich sind uns die Fußballer wichtig, aber wir müssen auch an die anderen Sportarten denken.“ Doris Popp (Grüne) wies bereits in der Bauausschusssitzung da­rauf hin, dass selbst wenn man kein Granulat verwende, es trotzdem einen Plastikabrieb gebe, der in die Umwelt gelange. Deshalb sei ein Kunstrasen nicht zeitgemäß. Der TSV Ottobrunn vereint elf verschiedene Sportarten unter seinem Dach, darunter Basketball, Fechten, Judo, Leichtathletik und Bergsport. Außerdem gibt es in Ottobrunn einen weiteren Fußballverein (FCO), den Eis- und Rollsportclub Ottobrunn (ERSCO), einen Bahnengolf- sowie Minigolfclub, einen Skibobclub, Tennis, Tanzen und Volleyball als eigene Vereine und einen Behinderten- und Versehrtensportverein. 

cen

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