Posten für Kunstrasen löst Erstaunen aus

Ottobrunner Finanzplanung beschlossen

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Der hintere Teil des Fußballplatzes am Haidgraben neben dem Friedhof, dort wo das Flutlicht installiert ist, könnte durch einen Kunstrasen ersetzt werden.

Bereits in der Sitzung des Haupt-, Kultur- und Werkausschusses hatte ein Haushaltsposten über 640.00 Euro für einen Kunstrasen für den Sport- und Erholungspark für größere Verblüffung gesorgt: „Es ist erstaunlich, dass ein so großes Projekt plötzlich im Haushalt steht“, merkte Ruth Markwart-Kunas, die Finanzreferentin der SPD-Fraktion an. Auch Doris Popp (Grüne) wunderte sich: „Es liegt keine Bedarfsanalyse vor. Beim letzten Mal hat der TSV Daten mit der Anzahl der Gruppen und deren Trainingszeiten geliefert.“ Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) begründete den unangekündigten Haushaltsposten damit, dass er in persönlichen Gesprächen mit TSV‘lern auf den schlechten Zustand des Platzes mehrfach hingewiesen worden sei. Deshalb wolle er vorsichtshalber die Kosten einstellen. 

Es ginge dabei um den hinteren Teil des Platzes neben dem Friedhof, wo es bereits eine Flutlichtanlage gebe. „Dort ist der Untergrund, der Bauschutt nicht regelgerecht verfüllt“ so Loderer. Für kurze Zeit war die Sitzung des Ausschusses auf Antrag sogar für die Öffentlichkeit unterbrochen worden, um den Mitgliedern eine nicht öffentliche Diskussion zu ermöglichen. Sowohl Erika Aulenbach (BVO), als auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Georg Weigert wiesen insbesondere auf die fehlenden Toiletten in diesem Bereich hin. Weigert stellte deshalb einen Antrag, noch weitere 50.000 Euro für Toiletten einzustellen „Wenn, dann gleich richtig machen“, so sein Kommentar. Ruth Markwart-Kunas (SPD) sah die Kosten als eher unrealistisch an: die Gemeinde habe für den alten Kunstrasenplatz bereits 750.000 Euro bezahlt, dass sei aber schon ein Weile her. 

In ihrer Rede zum Haushalt im Gemeinderat bezeichnete sie den Vorgang als „ungewöhnlich und irritierend, dass so ein teures Projekt in den Haushalt gestellt wird, ohne dass wir im Vorfeld auch nur die kleinste Information dazu erhalten“. Auch wundere es sie, dass der TSV nicht selbst einen Antrag gestellt habe. Den Antrag der CSU dazu verbuche sie als schon beginnenden Wahlkampf. Das Thema solle doch erst einmal „gründlich und in allen erdenklichen Alternativen diskutiert werden“, so Markwart-Kunas. Ihre Partei stimme „ausschließlich einer prophylaktischen Mittelbereitstellung“ zu. Der sonst insgesamt als solides Zahlenwerk bezeichnete Haushalt, der mit einer einmaligen Einnahme durch die höhere Beteiligung des Landkreises an den Kosten im Schulzweckverband von 7,3 Millionen Euro arbeiten kann, wurde schließlich einstimmig auf den Weg gebracht.

cen

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