Digitalisierung: „Die Zeit drängt!“

Elternbeirat des Ottobrunner Gymnasiums richtet Forderungen an Landrat

Der Elternbeirat des Ottobrunner Gymnasiums stellte Forderungen an den Landrat.
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Der Elternbeirat des Ottobrunner Gymnasiums stellte Forderungen an den Landrat.

Ottobrunn – Nachdem der Elternbeirat des Gymnasiums Ottobrunn (GO) bereits Anfang Juli einen Offenen Brief an den Bayerischen Kultusminister Michael Piazolo gerichtet hat, folgte Ende Juli ein ebensolches Schreiben an Landrat Christoph Göbel. Anlass sind die vom Elternbeirat geforderten Investitionen in die IT-Infra- und Lernstruktur der Schulen im Landkreis. Demnach sei es aufgrund der mangelhaften technischen Ausstattung am GO nicht möglich, einen reibungslosen Online-Unterricht mittels Videoübertragung durchzuführen. 

Die Elternvertreter fordern daher für das Gymnasium eine sofortige Bereitstellung der nötigen Hard- und Software sowie eines entsprechend leistungsfähigem WLAN-Netzes. Das normale Ausschreibungsverfahren würde bis mindestens Dezember 2020 dauern. „Das ist nicht tragbar!“, stellt der Beirat fest. Außerdem benötigt die Schule zur Betreuung und Ausführung dieser Netzwerktechnik einen IT-Dienstleister. Sein Anliegen erklärt der Elternbeirat mit den Erfahrungen der vergangenen Wochen. 

Dort konnten Videokonferenzen aus vielen Klassenzimmern parallel nicht durchgeführt werden, weil die vorhandene Infrastruktur nicht leistungsfähig genug war. Gerade die Videoübertragung sei aber besonders wichtig, da so bei geteiltem Unterricht die Kinder zu Hause mit in den Unterricht einbezogen werden können. So werde die Motivation bei den Schülern gesteigert und soziale Aspekte gefördert. Auch könnten nur so Lehrer oder Schüler aus Risikogruppen, die zu Hause bleiben müssen, adäquat berücksichtigt werden. Ein auf digitalen Medien basierender Unterricht müsse nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die Entwicklung der Schüler begleiten und die Beziehung zwischen den Lernenden fördern. 

Daher sei ein funktionierender Unterricht über Videokonferenzen essenziell. Die Antwort des Landrats folgte nur wenige Tage später. Auch er sehe die dringende Notwendigkeit eines funktionierenden WLAN-Netzes. Deshalb habe der Zweckverband bereits Anfang des Jahres noch vor Corona für alle Schulen des Verbandes die Ausschreibungen für ein technisch aktuelles WLAN-Netz, die Erstellung eines Weitverkehrsnetzes, die Ausstattung mit einem leistungsfähigen zentralen Internetzugang sowie die Einrichtung eines zentralen Rechenzentrums veranlasst. 

Allerdings sei der Zweckverband an das Vergaberecht gebunden. Bei Verstoßen gegen dieses, würde die Förderung durch den Digitalpakt wegfallen. „Ohne die staatliche Förderung wiederum, könnten wir diese notwendigen Projekte nicht finanzieren“, verdeutlicht Landrat Göbel in seiner Antwort. 

Nach derzeitiger Planung soll am GO das WLAN-Netz in den Herbstferien auf den neuesten Stand gebracht werden. Bis dahin könne das funktionierende LAN-Netz der Schule genutzt werden. An den Lehrertischen befinden sich entsprechende Anschlussdosen. Lediglich im Bauteil C fehlten diese. In den Sommerferien wurden die Tische dort mit langen Patchkabeln ausgestattet. So könne bis zum WLAN-Aufbau digitaler Unterricht abgehalten werden. Auch beim Breitbandanschluss der Schulen laufe seit Februar eine Ausschreibung. „Was den Realisierungszeitpunkt anbelangt, sind wir hier jedoch von den Providern abhängig, deren Verkabelungsressourcen derzeit massiv ausgelastet sind“, erklärt Göbel die Verzögerung.

ija

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