Annette Ganssmüller-Maluche ist Landratskandidatin der SPD

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„Wir müssen jetzt neue Baumarten finden“

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Ist Kunstrasen zeitgemäß?

Ottobrunner Bauausschuss lehnt künstlichen Bodenbelag ab

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Zumindest bei diesen zwei Dackeln scheint der Kunstrasen auf mehr Zustimmung zu stoßen als in der letzten Sitzung des Bauausschusses in Ottobrunn.

Der Ottobrunner Bauausschuss ist nicht von der Sinnhaftigkeit eines weiteren Kunstrasens überzeugt. Mit sechs zu acht Stimmen votierte das Gremium gegen den Grundsatzbeschluss für den „Neubau eines Kunstrasenplatzes“ in der aktuellen Sitzung. Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) sah das „ganz klar als eine politische Entscheidung“, wie er mehrfach betonte. Er hatte in den Jahresetat der Gemeinde den Bau eines Kunstrasens eingestellt, ohne vorab seine Ratsmitglieder darüber zu informieren (HALLO berichtete). Er sei von TSV-Fußballern häufig auf den schlechten Zustand des Platzes angesprochen worden, der Untergrund sei schlecht, der Platz habe technische Mängel. Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf, so seine Begründung. Auch wenn die Situation eine andere sei als beim letzten Mal.

Die Gemeinde hat bereits vor neun Jahren einen Kunstrasen auf einem Gelände gegenüber dem Phönixbad hinter dem Eisstadion angelegt. Damals habe man sich für das umweltverträglichste und teuerste Granulat entschieden, erinnerte Loderer. Jetzt gebe es sogar eine Chance auf eine neue Technologie ohne Granulat. Davon konnte er sein Gremium jedoch nicht überzeugen. So bemängelte Sabine Athen (SPD) insgesamt das Fehlen von Alternativ-Vorschlägen: Auch ein Kunstrasen sei nicht ganzjährig bespielbar, beispielsweise bei Schnee. Elisabeth Eckerskorn (ÖDP) mahnte, welches Signal die Gemeinde hier für die Jugendlichen aussenden wolle, die mit „Fridays for future“-Aktionen für die Zukunft der Umwelt protestierten. Sie bezweifelte, dass die schlechte CO2-Bilanz und die Unmengen an Sondermüll die einige Wochen längere Bespielbarkeit wett machen würden.

Doris Popp (Grüne) hält grundsätzlich einen echten Rasen für vernünftiger, denn ein Kunstrasen sei nicht mehr zeitgemäß. „Sportarten im Freien können nicht ganzjährig stattfinden. Die Logik erschließt sich mir nicht“, so das Mitglied des Bauausschusses. Reinhard Pohl (BVO) fehlten für einen Grundsatzbeschluss Informationen über die Beteiligung des TSV: Sowohl ein Nachweis dafür, dass die Plätze dringend benötigt würden, als auch eine finanzielle Beteiligung betreffend. Bürgermeister Loderer wollte eine finanzielle Beteiligung hingegen nicht zur Bedingung machen. Zum einen sei klar, dass der Verein die Kosten nicht selbst tragen könne und zum anderen wären die Kinder die Leidtragenden, wenn sie keine ausreichenden Sportmöglichkeiten hätten. Martin Bruno Radig (SPD) als zweiter Vorsitzender des TSV begrüßte es zwar, „wenn aus den alten Plätzen was gemacht wird“, machte aber deutlich, dass der Verein eventuell selbst laufende Kosten nicht übernehmen könne. Matthias Klebel (CSU) bezweifelte, dass der eingestellte Betrag von 640.000 Euro überhaupt ausreiche. Grundsätzlich fehlten dort im vorderen Teil aber sowohl die Beleuchtung als auch Toiletten. Auch Dietrich Wax (SPD) stellte die Höhe der veranschlagten Kosten infrage. Diese seien zu niedrig. Sabine Athen (SPD) verwies darauf, dass es auch noch andere Sportarten gebe, es brauche Alternativen. Ihrer Ansicht nach sei der Beschlussvorschlag so nicht entscheidungsreif.

Der Grundsatzbeschluss für den Neubau eines Kunstrasens wurde schließlich vom Bauausschuss mehrheitlich abgelehnt. Nun wird der Gemeinderat am heutigen Mittwoch, 29. Mai, um 19 Uhr darüber endgültig ­entscheiden. Die Sitzung findet im Ratssaal des Wolf-Ferrari-Hauses an der Rathausstraße 2 statt und ist wie immer öffentlich.

cen

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