Initiative S7Ostplus distanziert sich von Plänen für Zehn-Minuten-Takt nach Ottobrunn

Kritik an neuer S-Bahn-Initiative

S7 Richtung Wolfratshausen fährt in Ottobrunn ein.
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Die S-Bahn fährt in Ottobrunn nur eingleisig. Pläne, bis dorthin einen Zehn-Minuten-Takt einzuführen, stoßen nun auf scharfe Kritik.

Die Münchner „S-Bahn-Initiative Qualität“ gründete sich neu und möchte das Liniennetz sowie den Takt der S-Bahn verbessern.

Die neu gegründete Münchner „S-Bahn-Initiative Qualität“ (SIQ) möchte das Liniennetz der S-Bahn ausbauen, den Takt verbessern und mehr Ausweichrouten schaffen. Initiatoren und Unterstützer sind unter anderem der Bund Naturschutz, das Münchner Forum und der Verkehrsclub Deutschland. Ein Punkt auf der Agenda des neuen Bündnisses stößt nun allerdings der Initiative S7Ostplus sauer auf.

Denn geht es nach SIQ, soll die S8 vom Münchner Ostbahnhof bis nach Ottobrunn zukünftig zur Hauptverkehrszeit im Zehn-Minuten-Takt fahren. Auf der eingleisigen Strecke in Ottobrunn herrscht derzeit 20-Minuten-Takt. Nach den Plänen der Initiative werden in der Hauptverkehrszeit die aus München kommenden Vollzüge in Ottobrunn geteilt.

Ein Kurzzug fährt dann weiter Richtung Hohenbrunn, der andere Teil kehrt um und soll dann den Takt 10 bilden. Die von der Gegenseite aus Richtung Hohenbrunn kommen­den Kurzzüge sollen mit dem aus München zurückgekehrten Teil wieder zu einem Vollzug verbunden werden, der nun wieder zurück nach München fährt.

S7Ostplus, die seit 2013 für eine Taktverbesserung durch einen zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Giesing und Endstation Kreuzstraße kämpft, distanziere sich aufs Schärfste von diesem Plan, erklärt Nortrud Semmler von der Initiative.

Das Vorhaben unterminiere die Bemühungen ihrer Initiative für den zweigleisi­gen Ausbau der Strecke einerseits, andererseits falle man dem Freistaat Bayern, Stadt und Landkreis München in den Rücken, die sich längst auf den Ausbau der Strecke festgelegt hätten. Der Plan sei offensichtlich ohne fachliche Expertise und ohne Abstimmung mit Fahrplanexperten und auch die Initiative S7Ostplus erstellt worden, so Semmler weiter.

Nortrud Semmler verweist dazu auf den Münchner Verkehrs­planer Thomas Kantke. Dieser weise darauf hin, dass auf eingleisigen Strecken das Ab- beziehungsweise Auf­kuppeln von Zugteilen, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen beziehungsweise in entgegen gesetzte Richtungen fahren sollen, bahntech­nisch ohne aufwendige Nachrüstungen nicht zulässig sei.

Aber selbst mit Umbauten wären die Folgen unschön: die Fahrzeit würde sich verlängern, Kreuzungsbahnhöfe würden nicht mehr rechtzeitig erreicht, die Betriebsstabilität würde noch fragiler als bisher.

„Und der schreckliche Unfall in Kolbermoor, als vor einigen Jahren auf eingleisiger Strecke zwei Züge aufeinanderfuhren, ist auch nicht vergessen“, erinnert Semmler. Durch das Engagement der Initiative S7Ostplus habe sich in den vergangenen Jahren bei Takt und Tarifen sehr viel verbessert.

Erst im August habe Verkehrs­ministerin Kerstin Schreyer hat bei einem Treffen mit der Initiative zugesagt, dass der Freistaat in allernächster Zukunft die Erstellung der Planfeststellungsunter­lagen für einen zweigleisigen Ausbau in Auftrag gebe. Spätestens 2028 solle der Ausbau Giesing-Kreuzstraße fertig sein. Dann wäre ein Zehn-Minuten-Takt bis Höhenkirchen-Siegertsbrunn möglich.

ija

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