Große Pläne für die Tennis-Hochburg

Ottobrunner will neuer Pächter des TC Schwalbe werden

Oliver Mohrmann will als möglicher neuer Pächter des TC Schwalbe in Ottobrunn nicht nur den Verein, sondern den Tennissport im ganzen Ort und der Umgebung fördern.
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Oliver Mohrmann will als möglicher neuer Pächter des TC Schwalbe in Ottobrunn nicht nur den Verein, sondern den Tennissport im ganzen Ort und der Umgebung fördern.

Ottobrunn – Es ist ein trostloser Anblick, den die Tennisanlage des TC Schwalbe an diesem verregneten Dienstag bietet. Das mag zwar auch am Wetter liegen, doch unübersehbar sind die Plätze in die Jahre gekommen. Wenn es nach Oliver Mohrmann geht, könnte es dort am Ende der Schwalbenstraße in Ottobrunn bald schon ganz anders aussehen. Denn Mohrmann, seit diesem Jahr Sportwart beim TC Schwalbe, schweben große Pläne vor. 

Biergartenfeeling und Turniere im Sommer, Schachbetrieb, Vernissagen und Lesungen im Winter – Sollte er neuer Pächter werden, möchte Mohrmann das soziale Leben im Verein und auch im ganzen Ort neu beleben. Sein Engagement stammt aus der eigenen Leidenschaft für den Tennissport. „Ich war in meiner Jugendzeit extrem aktiv im Tennis, das ging schon Richtung Profi“, erklärt er. Aufgewachsen in Ottobrunn, zog Mohrmann später in die Stadt und kam vor zwei Jahren wieder zurück in seine Heimatgemeinde. 

Mit der Rückkehr wurde seine Tennis-Leidenschaft wieder neu entfacht. Als Sportwart versucht er bereits jetzt, das Vereinsleben durch neue Trainingskonzepte und Ideen zu reaktivieren. So initiierte er vor wenigen Wochen auch die ersten Ottobrunner Ortsmeisterschaften, ein Turnier mit allen vier Ottobrunner Vereinen, bei dem – anders als bei Clubmeisterschaften – auch LK-Punkte gesammelt werden konnten. Das positive Feedback der Teilnehmer bestärkt ihn darin, nun mit der Pachtung der Plätze des TC Schwalbe den nächsten Schritt zu gehen.

Mohrmann ist ein Netzwerker. Allein während des Interviewtermins in einem Café grüßt er mehrere Menschen, die er vom Tennis kennt. „Für mich ist Ottobrunn eine Tennis-Hochburg“, schwärmt er. Nicht nur im Ort, sondern auch in den umliegenden Gemeinden stecke viel Potenzial. Seine guten Kontakte zu allen Ottobrunner Tennis-Vereinen, aber auch zu denen in Nachbarorten wie Taufkirchen, Unterhaching oder Höhenkirchen will Mohrmann nutzen, um die Spieler miteinander zu verbinden. 

„Anschluss zu finden beim Tennis ist extrem schwierig“, weiß der Sportwart aus eigener Erfahrung. In seiner Jugend habe er den Verein wechseln müssen, weil es niemand in seiner Leistungsklasse gab. Er möchte fördern, dass sich die Vereine untereinander austauschen und Spielvereinigungen gegründet werden. 

„Das fördert insgesamt den ganzen Tennissport. Und es ist auch nachhaltig, weil die Leute dann auch eher beim Tennis bleiben“, erklärt Mohrmann. Von der Jugend bis zu den Senioren, durch die Vernetzung ergeben sich für alle Altersklasse neue Möglichkeiten. „Ich sehe Tennis als Breitensport“, verdeutlicht er. Oliver Mohrmann betreibt eine Firma für Licht- und Medientechnik in Riemerling, die für Großprojekte in ganz Deutschland beauftragt wird. 

Für ihn stehen daher keine finanziellen Interessen beim Betrieb der Sportanlage im Vordergrund. „Es muss sich wirtschaftlich tragen, aber ich sehe das mehr aus der sozialen Schiene“, erzählt der Geschäftsmann. Bei den Plätzen und dem Vereinsheim bestehe jedoch ein gewisser Renovierungsbedarf. Da habe der bisherige Pächter schleifen lassen. Mohrmann ist es wichtig, dass der TC Schwalbe auf den Plätzen bleiben kann und die Mitgliedsbeiträge nicht unverhältnismäßig steigen. Andere Pächter würden da andere Wege gehen. 

„Viele wollen überhaupt keine Vereine haben, sondern nur Trainer“, meint er. Während Trainer für jede Stunde den Platz bezahlen, würden Vereine nur jährlich den Beitrag zahlen und könnten so oft sie wollen spielen. „Ich finde solche Vereine gehören schon auch noch geschützt“, sagt Mohrmann. Auch wenn er finanziell keinen Nutzen aus dem Betrieb der Anlage ziehen möchte, bietet er ihm doch einen Vorteil für seine Firma. 

So möchte er das Vereinsheim auch als Showroom nutzen, um seine Lichter auszustellen. Durch die Verlegung seines Büros in die Schwalbenstraße kann Mohrmann den Tennisbetrieb und die Firmenführung unter einen Hut bringen – und zahlt der Gemeinde Gewerbesteuer. Mithilfe seiner Mitarbeiter, die zwischen Projekten immer wieder Leerlauf-Phasen haben, seien sowohl die Renovierung und Wartung der Plätze als auch der Betrieb des Vereinsheims gesichert. 

Dennoch bedeutet die Arbeit als Pächter für Mohrmann einen hohen zeitlichen Mehraufwand. Das stört ihn aber nicht: „Ich werde eher nervös, wenn ich zu wenig zu tun habe. Zu viel gibt es eigentlich bei mir nicht.“ Damit der Unternehmer seine Pläne umsetzen kann, fehlt ihm nun das Einverständnis des Gemeinderates. Mitte November soll entschieden werden, wer der neue Pächter wird. 

Es gibt neben Mohrmann noch zwei Mitbewerber. Derzeit sammelt der Ottobrunner noch bis Anfang November Unterschriften bei Spielern, Bürgern und Anwohnern, um den Gemeinderäten die Zustimmung zu seinem Projekt zeigen zu können. Letztendlich stehen für ihn aber der Sport und das Vereinsleben im Vordergrund. Es solle das Konzept gewinnen, das für die Spieler am besten ist. Wenn ein anderes besser sei, solle dieses genommen werden, meint Mohrmann. „Da bin ich absoluter Sportsmann!“ 

Iris Janda

Weitere Informationen gibt es per E-Mail an mohrmann@lichtundmedientechnik.de.

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