Ernst-Ludwig Ibler ist tot

Abschied von einem Engagierten

Ernst-Ludwig Ibler (Mitte) im Gespräch mit Klaus Fischer (l.), Schriftführer der Freiwilligen
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Ernst-Ludwig Ibler (Mitte) im Gespräch mit Klaus Fischer (l.), Schriftführer der Freiwilligen

Ernst-Ludwig Ibler, der Schöpfer des Ottobrunner Gemeindewappens, ist am Samstag, 28. Mai, im Alter von 88 Jahren verstorben. Ibler erhielt für die Schaffung des Ottobrunner Gemeindewappens anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Gemeinde Ottobrunn im vergangenen Jahr die Bürgermedaille. Für seinen jahrzehntelangen aktiven Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn und der Johanniter-Unfallhilfe wurde Ibler außerdem mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

„Es gibt nicht viele Gemeinden, die so jung sind wie Ottobrunn. Und es dürfte, wenn überhaupt, kaum eine Gemeinde geben, die den Schöpfer ihres Gemeindewappens noch unter ihren Bürgern wähnen darf“, so Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer bei der Laudatio anlässlich der Verleihung der Bürgermedaille der Gemeinde Ottobrunn an Ernst Ludwig Ibler am 3. Juli 2015. I

blers Eltern waren 1925 nach Ottobrunn gezogen, 1927 wurde er hier geboren. Nach dem Schulbesuch in Ottobrunn und München studierte Ibler an der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker in München, der späteren Akademie für das grafische Gewerbe. Dort war Ernst-Ludwig Ibler Schüler von Professor Eduard Ege, einem der führenden Grafiker Deutschlands und dem Schöpfer des heutigen Bayerischen Staatswappens. Als in der jungen Gemeinde ein Ideenwettbewerb für ein Gemeindewappen ausgeschrieben wurde, reichte Ernst-Ludwig Ibler sieben Entwürfe ein. Diese wiederum legte der erste Bürgermeister Anton Wild mit 18 Entwürfen zweier weiterer ortsansässiger Grafiker am 29. November 1955 dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv vor. Ernst-Ludwig Ibler schrieb damals zu seinen Entwürfen: „Ich habe sie absichtlich in eine moderne stilistische Form gebracht, da ein Wappen dem Stil der Zeit seiner Entstehung angepasst sein soll.“ Das Urteil der Fachleute vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv zu den insgesamt 25 eingereichten Entwürfen fiel nicht sehr schmeichelhaft aus: „Hier erscheinen so ziemlich alle Verstöße gegen die heraldischen Regeln, die sich überhaupt erdenken lassen.“ Ein Entwurf fand jedoch Gnade. Dieser „im allgemeinen brauchbare Entwurf“, wie es später im Abschlussgutachten an das Bayerische Innenministerium heißt, wurde von den Fachleuten in Einzelheiten umgezeichnet, „damit der Bürgermeister die Skizze am Donnerstag bei der Gemeinderatssitzung vorlegen kann. Der Vorschlag lautet: In Blau eine silberne Säule mit dem Brustbild König Ottos, beiderseits begleitet von je einer silbernen Tanne. (…) Die Tannen sollen auf die Entstehung des Ortes als Rodungssiedlung anspielen, die Wappenfarben an die bayerischen Landesfarben anklingen.“ Die Gemeinde griff die Vorschläge des Bayerischen Hauptstaatsarchivs auf, und am 3. Januar 1956 sandte Bürgermeister Wild eine überarbeitete Fassung zur Begutachtung zurück. Diese war schon am 9. Januar 1956 mit allen Details und Überlegungen, die zur Entstehung des Wappens führten, abgeschlossen. Darin heißt es unter anderem: „Das Wappen kommt in gleicher oder ähnlicher Form in der bayerischen Gemeindeheraldik noch nicht vor. Durch die gewählten Symbole kann es die erst kürzlich durch die Herauslösung aus der Gemeinde Unterhaching selbstständig gewordene Gemeinde treffend repräsentieren.“ In kürzester Zeit war also der Durchbruch geschafft. Danach folgten nur noch Formalitäten: Am 30. April 1956 lag die Genehmigung des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren „zur Annahme und Führung eines Wappens nach Maßgabe des vorgelegten Entwurfs“ vor.

Abschließend ist laut Loderer festzuhalten: „Ernst-Ludwig Ibler ist es gelungen, mit dem Wappen ein selbstverständliches Symbol unserer Gemeinde zu schaffen, das in seiner Gestaltung nach wie vor absolut überzeugend ist. Dankbar sind wir im Besonderen auch dafür, dass Ernst-Ludwig Ibler seine damals eingereichten ersten Entwürfe im Jahr 2002 anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Siedlungsraum Ottobrunn dem Otto-König-von-Griechenland-Museum als Geschenk überreichte.“ Ibler ist für seinen jahrzehntelangen aktiven Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Johanniter-Unfallhilfe bereits mit der Goldenen Ehrennadel der Gemeinde Ottobrunn ausgezeichnet worden.

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