Einlenken beim MVG-Mietrad

Ottobrunner Gemeinderat einigt sich auf Mietrad-Teststation

Am Bahnhof Ottobrunn könnte eine MVG-Mietradstation entstehen. Allerdings nicht ganz so groß wie in Deisenhofen und auf Hohenbrunner Kosten.
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Am Bahnhof Ottobrunn könnte eine MVG-Mietradstation entstehen. Allerdings nicht ganz so groß wie in Deisenhofen und auf Hohenbrunner Kosten.

Ottobrunn – Eine Insel in einem Meer von MVG-Mietradstationen – so wird Ottobrunn gerne mal überspitzt bezeichnet. Tatsache ist, dass sich der Ort bereits seit 2017 gegen eine Einführung des Systems ausspricht, während in den Nachbargemeinden immer mehr Stationen entstehen. Grüne und SPD im Gemeinderat konnten mit ihrem gemeinsamen Antrag nun zumindest einen Kompromiss erzielen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden anhand der umfassenden Sitzungsvorlage erneut die Argumente diskutiert, die aus Verwaltungssicht gegen eine generelle Einführung des MVG-Mietradsystems in Ottobrunn sprechen. 

Zuletzt war die Debatte im Juli sowohl im Planungs- und Umweltausschuss als auch im Gemeinderat aufgekommen. Eine Entscheidung wurde damals vertagt. Demnach stünden die Kosten für die Installation und den Betrieb des Systems schwachen Nutzungszahlen gegenüber. Durch das eng getaktete Busnetz ergebe sich für Ottobrunn kein verkehrlicher Nutzen. Ein Umstieg vom Auto auf das Mietrad sei nicht zu erwarten und damit ebenso keine ökologischen Vorteile. 

Der Beschlussvorschlag zur generellen Einführung kam nach langer Diskussion nicht mehr zur Abstimmung. „Das hätte keinen Sinn gemacht, weil wir uns gegen die Mehrheit aus CSU und BVO nicht hätten durchsetzen können“, erklärt Grünen-Rätin Tania Campbell auf Nachfrage. Gerade der Vortrag von Benjamin Bracher von der MVG in der Sitzung hätte interessante Erkenntnisse gebracht, erzählt Campbell. 

Eine Heatmap zur Nutzung der Räder im Gemeindegebiet würde den deutlichen Bedarf zeigen. So gab es im Zeitraum von eineinhalb Jahren 639 Rückgaben und 488 Anmietungen. Die Karte zeige, dass nicht etwa in Riemerling viele Räder abgestellt werden würden, sondern am Bahnhof und im Kreuzungsbereich Rosenheimer Landstraße, Putzbrunner Straße und Unterhachinger Straße. „Das sind genau die Stellen, an denen wir uns Mietradstationen vorgestellt haben“, so die Grünen-Rätin. 

Ganz ohne Mietradstation könnte das Ottobrunner Gemeindegebiet in Zukunft trotzdem nicht bleiben. Das Gremium einigte sich auf den Test mittels einer mobilen Station, die das Landratsamt zur Verfügung stellt. Die Teststation umfasst zwölf Räder und soll für drei Monate im Frühjahr und Sommer 2021 am Rathausplatz aufgestellt werden. Geklärt werde noch, ob sich die Station auf zweimal sechs Räder aufteilen lässt. Dann soll einer weiterer Standort in der Nähe des Phönix-Bads entstehen. 

„Wir freuen uns, dass wir das ausprobieren“, meint Campbell. Auch eine permanente Station könnte bald in Ottobrunn stehen. Die Verwaltung erreichte Anfang September ein Anfrage der Gemeinde Hohenbrunn, am S-Bahnhof Ottobrunn eine gemeinsame kleine Mietradstation mit acht Rädern zu erstellen. Dadurch solle die flächendeckende Verbindung zwischen beiden Gemeindegebieten gesichert werden. Dass sich dabei beide Gemeinden an den Kosten beteiligen sollen, lehnte das Ottobrunner Gremium ab. 

Trotz einer „überschaubaren Geldsumme“ von 14.000 Euro für den Bau und 1750 Euro jährlich für den Betrieb spricht sich die Verwaltung gegen eine finanzielle Beteiligung Ottobrunns aus. Eine verkehrlicher Nutzen sei – wenn überhaupt – nur für Riemerlinger Bürger erkennbar. Anders als bei den Kosten zeigt sich Ottobrunn bei der Standortsuche kooperationsbereit. So könne dieser auch auf Ottobrunner Flur errichtet sein, wenn sich das als geeigneter erweise. 

Doris Popp (Grüne) schlug in der Sitzung vor, am nördlichen Teil des Bahnhofs eine kleine Station mit fünf Rädern zu erstellen, wenn schon Hohenbrunn eine Basis südlich des Bahnhofs zahle. Für deren Errichtung müssten lediglich 17.500 Euro investiert werden. Doch für den Vorschlag fand sich keine Mehrheit im Gemeinderat. 

Iris Janda

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