Wie Neubibergs Lindenburschen ihren Fichtenrohling aufbrezeln

Der Maibaum mit dem Babypopo

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Für die Neubiberger Lindenburschen ist die Maibaumwache am Floriansanger in Neubiberg nicht nur mit feuchtfröhlichem Feiern verbunden. So wie Johannes Schneider (li.) und Domenico Terranova (re.) müssen die jungen Herren mitunter auch ordentlich in die Hände spucken. Das Traditionstangerl soll „glatt sein wie ein Babypopo“ (mehr dazu untenstehendem Beitrag).

Weil Neubibergs neuer und 11. Maibaum zwar inzwischen den „Schnee von Jettenhausen“ abgeschüttelt hat, sich aber der neuen und haltbaren Neubiberger Schnee-Nässe  nicht ganz erwehren kann, dauert seine Reifung  zum prächtigen Traditonsstangerl etwas länger als üblich.

„Der Baum muss wenigstens äusserlich erst mal total trocken sein“, erklärt Lindenburschen-Vorsitzender Fabian Stolka, „ ehe wir mit dem Hobeln und Schleifen, Grundieren und Bemalen beginnen können. Und dies dauert in diesem verschneiten Frühling eben seine Zeit.“

Und Alt-Lindenbursche und langjähriger Ex-Vorstand Michael „Michi“ Schwaiger fügt erläuternd hinzu:“ Der Baum muss glatt wie ein Babypopo sein, ehe er weissen Lack und blaue Farbe annimmt !“

So warten sie denn alle gemeinsam auf baldige Frühlingswärme und Sonnenschein und die damit entstehende Maibaum-Vollendung. Und schieben dabei strenge Wache. Die Burschen überwachen ihren neuen  Rohling beim Trocknen, die Madln, manchmal auch „Bürschinnen“ genannt, überwachen ihre Buam beim traditionellen „Bier-Nageln“ in uralten  dicken Baumstämmen, und alle zusammen überwachen ihre gut-gesicherten Zufahrtswege zwecks eventueller Annäherung von potentiellen Maibaumräubern. Zwischendurch machen sie „Party“, so oft es geht: Musik-Shows, Steckerlfischessen und besonders gut-besuchte  nächtliche „Madl-Wachen“.

Inzwischen geht’s  anderen Orts, in der Senioren-Zentrale auf der Hauptstrasse nämlich, schöpferisch hoch her. Dort restaurieren eifrige Senioren/Innen die schönen alten Zunftzeichen aus den Händen der Familie Ingrid und Rudi Wewer ( ! ), die diese zehn Kleinkunstwerke bereits anno 1985, vor 28 Jahren also, am damaligen neuen Maibaum Nr. 5 angebracht hatten. Kostbare Unikate also heutzutage !

Und was – wenn sich trotz aller Vorsichtsmassnahmen doch  mögliche Diebe an- und einschleichen? „Da gibt’s nur eines“, sagt Lindenbursche und Pressewart Christian Wehrenpfennig, „ Hand auf den Baum legen und trocken bemerken: ‚Der Baum bleibt hier!’“

Voraussetzung natürlich: dass  auch der letzte erschöpfte Maibaumbewacher dann noch ein kleines bisschen wach ist…

Ingeborg

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