Gutes Miteinander schaffen

Neubibergs Integrationsbeauftragte stellt sich vor

„Herzlich willkommen“ prangt es vom Plakat, das Carolin Raab in ihrem Büro im Neubiberger Haus für Weiterbildung hochhält! Die Inschrift ist Programm für die 27-jährige Sachgebietsleiterin im Kulturamt der Gemeinde. Seit diesem Jahr fungiert die gebürtige Allgäuerin offiziell als Integrationsbeauftragte der Gemeinde Neubiberg. Eine durchaus wichtige Aufgabe: „Immerhin haben wir 2153 Menschen ohne deutschen Pass in Neubiberg“, betont sie. 

Bedarf sei vorhanden für eine solche Koordinierungsstelle in der Gemeinde. Längst nicht nur für Flüchtlinge will sie künftig da sein. Schließlich gebe es derzeit nur 35 davon in der Gemeinde, denen sie in ihrer neuen Funktion bei der Integration helfen will. Carolin Raab sieht sich für alle Menschen mit Migrationshintergrund zuständig. Nachbarn wie Ottobrunn oder Taufkirchen haben bereits einen Integrationsbeauftragten. Raab hat deren Arbeit bereits vor ihrer eigenen Amtsübernahme intensiv „beschnuppert“. Dazu gab es im November ein Sondierungsgespräch mit Bürgermeister Günter Heyland, Kulturamtsleiterin Andrea Braun, einer Vertreterin des Landkreises und Abgesandten des in der Gemeinde aktiven Helferkreises Asyl. Das Fundament war geschaffen. „Jetzt gilt es, sich einen Überblick über alle in der Gemeinde ohnehin schon Aktiven in diesem Bereich zu verschaffen“, beschreibt Raab erste Ansätze ihres Schaffens. „Vernetzung“ ist dabei das Zauberwort. „Intensiv austauschen“ will sie sich mit dem Helferkreis, der Vhs, den Schulen und den zuständigen Stellen im Landkreis. Schließlich gelte es, die Zugewanderten jeweils an die richtigen und geeigneten Stellen für ihre Anliegen zu verweisen. Raab wirkt entschlossen und anpackend. Vernetzt ist sie ohnehin bereits ganz ordentlich in Neubiberg. Zwar arbeitet sie erst seit November 2016 in Neubibergs Kulturschaltzentrale. Doch weil sie seit den eigenen Anfangstagen hier bereits die Freiwilligenbörse betreut, hat sie in relativ kurzer Zeit schon viele Menschen in Neubiberg kennengelernt. „Ein gutes Miteinander schaffen!“ Diesen Grundsatz hat sie sich für ihre neue Aufgabe auf die Fahnen geschrieben. „Multiplikatoren aus der Gemeinde und den Vereinen mit ins Boot holen, mit den Menschen ins Gespräch kommen“, lautet ihr Credo. Und Raab hat bereits Konkretes vor. „Ab Sommer soll es in unregelmäßigen Abständen interkulturelle Stammtische geben – mit lockerer Atmosphäre, internationalem Essen und vielen Gesprächen“.

Raab studierte Humangeographie und lotete im theoretisch-akademischen Ansatz ebenso wie im praktischen Leben hautnah aus, wie man die Gemeinschaft und das Zusammenleben der Menschen aus dem „Hier und Dort“ fördern und befördern kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsströme 2015 gab sie an ihrem Studienort Deutschkurse für Neuankömmlinge. Später arbeitete sie in Augsburg an ihrer Masterarbeit über „Gemeinschaftsförderung durch kulturelle Veranstaltungen“ und ließ sich zudem zur Flüchtlingslotsin fortbilden. Doch auch Carolin Raab selbst war bereits öfter mal „Fremde“. Zwei jeweils einjährige Auslands-Studienaufenthalte führten sie nach Frankreich und später nach Montreal. Dort in der Metropole der französischsprachigen kanadischen Provinz Quebec arbeitete sie in der Vertretung des Freistaates Bayern als Anlaufstelle für bayerische Kanada-Auswanderer. „Deshalb freue ich mich hier in Neubiberg so über meine neuen Aufgaben – das passt einfach zu meinem Werdegang.“

Hettich

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