Die Schützenscheiben-Malerin

Neubibergerin gestaltet Scheiben für das Königsschießen

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Motive auf Schützenscheiben und Reingart Sepps eigene Königsscheibe „Bavaria“ (Bild unten).

Reingart Sepp wohnt im ersten Stock, im Treppenhaus auf dem Weg dorthin sind eine Reihe bunter Scheiben aufgehängt und weisen bereits auf ihr Hobby. Sepp ist Mitglied im Schützenverein, bereits seit 1983 ist sie beim Neubiberger Verein „D‘Waldschützen“. Die Scheiben haben sie und auch ihr Mann gewonnen, beim Königsschießen, beim Oster- und Weihnachtsschießen oder auch beim Jahresend-Schießen. Aber Reingart Sepp schießt nicht nur gut, sie ist auch künstlerisch begabt. In den 1990er-Jahren belegte sie Kurse an der Volkshochschule zu „echter Bauernmalerei“ wie sie sagt. Und dann hat sich das einfach so ergeben, dass sie für die Waldschützen die Schützenscheiben malte, weil der Vorgänger aufhörte. An die 200 Holzscheiben sind es inzwischen, die sie mit Dispersionsfarben nach den Wünschen der Schützen gestaltet hat. Und „es gibt wenig Scheiben, die ich zwei Mal gemacht habe“, erzählt sie. Da gibt es die klassischen Motive wie die „Schützenliesl“, das Vorbild stammt vom Maler Friedrich August von Kaulbach aus dem 19. Jahrhundert, oder Hubertus mit dem Pfeil, der im Wald dem weißen Hirsch begegnet. Er findet sich auch auf der Vereinsfahne. Aber auch Tiere malt sie wie Füchse, Adler, Enten, Wildschweine, Dachs, Luchs, Storch und Rehkitze. Und natürlich religiöse Motive zu Ostern und Weihnachten sowie bayerische Motive. Da gibt es die Bavaria ebenso wie König Ludwig II. und Schloss Neuschwanstein und natürlich das bayerische Wappen. Aber auch im Bereich der Komik sind einige Motive zu finden, wie der Mann, der eine Schützenscheibe auf den Allerwertesten gemalt hat und wegrennt oder das berühmteste bayerische Tier, den Wolpertinger. Die Scheiben gibt es flach oder erhaben mit oder ohne ausgefräste Zierkanten. Sie haben meist einen Durchmesser von 40 oder 50 Zentimetern. In vielen Vereinen bestellt und bezahlt der König des Vorjahres die Königsscheibe für den nächsten Gewinner. Dann steht auf der Scheibe beispielsweise „Pistolenkönig 2019, geg. von XY, gew. von XY“. In Neubiberg werden sie vom Verein gezahlt. Aber auch zu Hochzeiten, Geburten oder runden Geburtstagen, oft zum 50., werden die Scheiben bei ihr bestellt. Da füttert eine Mutter ihr Kind im Schoß oder es steht „Haupttreffer“ für den frisch Verheirateten darauf. Eine besondere Schützenscheibe hängt auch im vereinseigenen Schützenstüberl an der Zwergerstraße. „5 Jahre Damenschießen!“ Frauen wurden im Verein erst 1981 zugelassen, mit dem Ergebnis, dass die Gattinnen oft besser schossen als ihre Männer. „Und den Verein gäb‘ es vielleicht heute gar nicht mehr!“ so Reingart Sepp. Mit der Pistole sind die „D‘Waldschützen“ in der Bayernliga sehr erfolgreich, das ist die dritthöchste Liga in Deutschland. Es gibt auch eine eigene Jugendabteilung.

Nächster großer Programmpunkt sind das Osterschießen sowie das Adlerschießen an Fronleichnam, bei dem Gäste willkommen sind. Ein Holzadler wird dabei oben an einem Pfahl befestigt und die abgeschossenen Holzstücke gewogen. Wer die schwersten Stücke herausgeschossen hat, gewinnt.

Auch bietet der Verein Ferien- aktionen für Kinder an. Die Neubiberger Waldschützen trainieren immer dienstags um 19.30 Uhr im Vereinsstüberl an der Zwergerstraße 28 in Neubiberg, unterhalb der Gaststätte. Jugendtraining ist Dienstag ab 18 Uhr und Donnerstag ab 17.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es beim ersten Schützenmeister Herbert Roth telefonisch unter 6706901 oder per E-Mail an herbert.roth@kabelmail.de. 

Claudia Engmann

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