Bunt kann nur sein, wer nicht immer blau ist

Neubiberger Schülerin gewinnt Sonderpreis für junge Künstler

Sarah Rodemeyer aus Neubiberg
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Sarah Rodemeyer und ihr kleines Kunstwerk, das ihr den Sonderpreis für junge Künstler einbrachte.

Die 13-jährige Schülerin Sarah Rodemeyer vom Gymnasium Neubiberg gewann den Sonderpreis für junge Künstler. Sie schaffte ein Kunstwerk gegen Komasaufen.

Neubiberg - „Bunt statt blau“: Unter diesem Motto haben in diesem Jahr bundesweit mehr als 6100 Schüler Kunstwerke gegen das Komasaufen geschaffen. Die 13-jährige Sarah Rodemeyer vom Gymnasium Neubiberg gewann dabei den Sonderpreis für junge Künstler. „Alkohol spielt bei mir oder bei meinen Freunden keine Rolle. Trotzdem wollte ich sofort ein Bild machen, als ich von dem Wettbewerb auf Instagram hörte“, erzählt Rodemeyer.

Das kleine Kunstwerk enstand komplett in Eigenregie. Ihre Mutter wurde lediglich eingespannt, um ein paar Materialien zu besorgen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich damit etwas gewinne. Umso größer war dann die Freude, als ich von dem Preis erfahren habe“, erzählt Rodemeyer.

„Mit dem Wettbewerb gelingt es auf eindrucksvolle Weise, Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Auch wenn die Zahl der jugendlichen Rauschtrinker in Bayern seit einigen Jahren rückläufig ist, werden wir in unseren Bemühungen zur Eindämmung des Alkoholmissbrauches bei Jugendlichen nicht nachlassen“, betont Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml: „So investiert das bayerische Gesundheitsministerium jedes Jahr rund eine Million Euro für Präventionsmaßnahmen gegen Alkoholmissbrauch. Damit wollen wir unter anderem erreichen, dass Erwachsene verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen und dass Kinder und Jugendliche möglichst ganz darauf verzichten.“

Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Bayern, sagt: „Es ist sehr erfreulich, dass im Freistaat immer weniger Kinder oder Jugendliche nach dem Rausch in der Klinik landen. Dennoch ist jede Alkoholvergiftung eine zu viel. Wenn wir mit der Kampagne ‚Bunt statt blau‘ Schülerinnen und Schüler aktiv in die Prävention einbinden und solche Gesundheitsthemen in den Schulalltag tragen, dann ist das sehr wirkungsvoll.“

Die Sonderpreisträgerin Sarah Rodemeyer beschreibt die Idee hinter ihrem Plakat so: „Die wenige blaue Farbe bei den äußeren Bildern soll zeigen, was man ohne Alkoholsucht erreichen kann: Zum Beispiel eine Familie gründen und einen guten Job haben – bunt sein. Innen ist dagegen alles blau. Denn das Trinken beherrscht das Leben einer alkoholkranken Person, solange sie sich keine professionelle Hilfe holt – blau sein.“

Mit Blick auf den Gesundheitsschutz wurde in diesem Jahr auf die traditionelle Siegerehrung verzichtet. Landessiegerin des Wettbewerbs wurde die 15-jährige Schülerin Magdalena Engl vom Comenius-Gymnasium in Deggendorf. Der zweite Platz des Landeswettbewerbes ging an Eliona Bujupi (17) von der Lothar-von-Faber-Schule in Nürnberg. Den dritten Platz holte sich Anna Sunkler (17) vom Gymnasium Berchtesgaden.

Nach aktuellen Zahlen des statistischen Landesamtes landeten 2018 in Bayern 3789 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das waren 7,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Experten fordern dennoch eine weitere Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens, auch im Schulunterricht. Deshalb laden die DAK-Gesundheit und Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml regelmäßig zum Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ ein. Die Aktion fand in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt.

mh

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