Marmeladekochen für einen guten Zweck

Neubiberger Hilfs-Projekt sucht größere Räume

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Renate Dreschel bereitet das Obst für die frisch zubereiteten Marmeladen vor.

Es duftet nach Orangen im Eingang der Corneliuskirche. Eine Dame sitzt an einem Tisch, sie ist umgeben von Gläsern mit Marmelade, Etiketten und Stoffvierecken in bunten Farben. Fein säuberlich klebt sie die Etiketten auf die Gläser: vorne steht „Mammalade für Karla“ auf dem Schild. Darauf ist eine Dame mit grauem Dutt abgebildet. Sie trägt in einer Bauchlade Gläser gefüllt mit Marmelade vor sich her. Auf der Rückseite ist ein Aufkleber „Fruchtaufstrich: 200 g, 70 Prozent Frucht, 30 Prozent Zucker.“ Das bunte Stoffviereck befestigt sie mit einem Gummi über dem Deckel, daran ein Anhänger „Frohe Ostern, Karotte-Apfel-Orange“. Und schon ist die „Ostermarmelade“ fertig.

Gabriele Kleina-Kubot gehört zu einer Gruppe von Ehrenamtlichen, die sich zwei Mal in der Woche in der Küche der Corneliuskirche in Neubiberg treffen, um Marmelade für einen guten Zweck zu kochen. Die Räume werden dem Projekt von der evangelischen Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Drei weitere Frauen stehen in der Küche: eine rührt in einem großen Topf, eine andere häckselt Möhren in der Maschine, eine Dritte räumt Marmeladengläser auf einen Küchenwagen. Die Zutaten für die Fruchtaufstriche werden von Supermärkten, Läden und auch Privatpersonen gespendet, der Erlös aus dem Verkauf geht an das Projekt „Karla 51“, das sich um obdachlose Frauen und Kinder kümmert. Mischungen wie Orange-Pflaume, Birne-Himbeer und Mango-Blaubeere haben die Damen schon produziert. Je nachdem, welches Obst sie gespendet bekommen. Auch der zugesetzte Orangensaft wird frisch gepresst und nicht etwa als Fertigprodukt dazu gemischt. 2,50 Euro kostet dann das Glas hausgemachte Marmelade. Ungefähr 300 Gläser werden in der Woche produziert. Ein „Quotenmann“ sagt Helene Nestler, die Initiatorin des Projektes, transportiert die leeren Gläser. Die müssen gekauft werden, alte Gläser dürfen aus hygienischen Gründen nicht verwendet werden. Die Stoffe für die Deckel werden gespendet. Seit Kurzem gibt es eine Kooperation mit der Pfennigparade: dort werden die Deckchen zugeschnitten, im Gegenzug spenden die Köchinnen Marmelade für das Frühstück der Helfer. „Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte: auch Gemeinden und Firmen kommen zu uns und kaufen die Marmeladen als Geschenk für ihre Mitarbeiter. Alles was wir produzieren, wird auch verkauft“, erzählt Helene Nestler stolz.

Das Projekt ist inzwischen sogar so erfolgreich, dass es dringend größere Räume im Südosten sucht. Eine leerstehende Gastronomie, eine stillgelegte (Wirtshaus-) Küche oder auch Kantine wären denkbar. Das wären die Grundvoraussetzungen: Die Marmeladenkoch-Räume brauchen einen Wasseranschluss sowie eine Toilette. Diese muss aus hygienischen Gründen von der Küche getrennt sein. Stromanschlüsse für Herd und andere elektrische Geräte wie Wasserkocher, Kochplatten und Einkochgeräte sind nötig. Außerdem eine abschließbare Lagermöglichkeit für die fertigen Marmeladen und Geräte. Unkosten für Strom und Wasser könnten übernommen werden, aber keine ortsübliche Miete. Ideal wäre für die Marmeladenköchinnen eine Lage in Neubiberg, Ottobrunn, Riemerling oder Putzbrunn.

Die Räume werden zwei Mal in der Woche für ungefähr fünf Stunden benötigt. Hinweise nimmt Organisatorin Helene Nestler unter Nestler@mammaladefuerkarla.de oder per Telefon unter 0163-4780188 entgegen. Weitere Informationen über das Projekt gibt es online unter www.mammaladefuerkarla.de.

Claudia Engmann

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