Selbst Corona überstanden – dennoch droht das Ende

Neubiberger Imbiss-Betreiber steht vor dem Aus

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Thomas Bornhöft und seinem Neubiberger Burger-Imbiss droht das Aus, wenn er keinen neuen Stellplatz findet.

Neubiberg  – „Ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit geschafft, Corona finanziell überstanden und jetzt soll es nur daran scheitern?“ Thomas Bornhöft kann noch immer nicht fassen, dass seinem Burger-Imbiss an der Neubiberger Hauptstraße in nur zwei Wochen das Aus droht. „Dann wird uns der Strom abgedreht“, erklärt er. Grund dafür sind nicht etwa schleppend laufende Geschäfte oder Geldsorgen. Ganz im Gegenteil: „Es läuft sehr gut. Wir haben Kunden aus allen Altersklassen. Die Kinder von den Schulen, Handwerker, Rentner, Angestellte. Ich habe mir eine richtige Stammkundschaft aufgebaut“, erzählt der 27-Jährige Imbissbesitzer. 

Aber der Eigentümer des Parkplatzes, auf dem sein Wagen steht, will auf dem Grundstück bauen. Im Juni soll es losgehen. Als Bornhöft vor einem Jahr den Platz anmietete, wusste er, dass es nur befristet ist. Deshalb bemüht er sich seit sechs Monaten, in Neubiberg einen neuen Stellplatz für seinen Imbiss zu finden. Bislang allerdings ohne Erfolg. Obwohl er sich mehrfach an die Gemeinde und verschiedene Lokalpolitiker aus dem Ort gewandt hat, verlief bisher alles im Sande. 

„Gerade im Wahlkampf wurde mir viel versprochen, aber es ist nie etwas draus geworden. Ich mache niemandem einen Vorwurf, aber ich verstehe nicht, wo das Problem liegt. Es gibt so viele geeignete freie Flächen in der Gemeinde. Wahrscheinlich stehe ich einfach auf der Prioritätenliste nicht weit oben“, meint er sichtlich betrübt. Von Seiten der Verwaltung konnte sich bisher gegenüber HALLO noch niemand zum Sachverhalt äußern. Den Gedanken an die bevorstehende Schließung versucht Bornhöft so gut es geht zu verdrängen, um weiterhin mit vollem Elan für seine Kunden da zu sein. 

Dennoch holen ihn die Sorgen immer wieder ein. „Wenn ich daran denke, bekomme ich schon feuchte Augen.“ Der Imbiss ist ihm eine Herzensangelegenheit – wer dem 27-Jährigen bei der arbeitet zusieht, merkt das sofort. Während er die Burger-Patties brät und die Salatblätter zurechtzupft, plaudert er mit einer Kundin und grüßt vorbeikommende Passanten. Er geht voll in seiner Arbeit auf. Ganz anders ging es ihm noch vor einem Jahr in seinem alten Job: „Ich war zehn Jahre Bankkaufmann, habe gleich mit 16 die Ausbildung gemacht. Aber ich war total im Hamsterrad gefangen, immer dieser Druck um die richtigen Zahlen. Ich wollte etwas machen, bei dem auch die Work-Life-Balance stimmt.“ 

Kochen sei schon immer sein Hobby gewesen. Vor einem Jahr hat er dann den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sich selbst verwirklicht. Der Erfolg gibt ihm Recht. „Deswegen finde ich es so schade, dass nun Schluss damit seien soll“, bedauert Bornhöft. Irgendwo in den umliegenden Gemeinden könne er sicherlich einen neuen Stellplatz finden. Aber er ist selbst Neubiberger und hat sich hier seinen Kundenstamm aufgebaut. „Das kann doch nicht sein, dass ihr keinen neuen Platz findet!“, meint eine Kundin, die ihre fertige Bestellung abholt. 

„Ich komme so gerne zu euch. Wenn es nach meiner Tochter geht, sollte ich sogar täglich vorbeikommen!“ Im Gehen fügt sie noch hinzu: „Endlich gibt es mal was Gutes in Neubiberg und dann soll es schon wieder weg!“ Die Worte der Frau gehen dem Imbissbetreiber sichtlich nahe. Die Lage scheint derzeit ausweglos. Mit dem Aufruf an die Öffentlichkeit startet er einen letzten Versuch, doch noch einen neuen Standort in der Gemeinde zu finden. Die Fläche von zwei Parkplätzen würde schon ausreichen. Wenn er den Imbiss schließen muss, wird das zwar für Bornhöft nicht den finanziellen Ruin bedeuten. „Ich verkaufe an Ständen hier in Neubiberg und in München Steckerlfisch. Das würde ich dann ausbauen“, erklärt er. Aber: „Der Imbiss ist mein Herzstück.“ 

Iris Janda

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